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Verbrauchertäuschung bei Mode-Unternehmen Wöhrl: Echtfell an Mütze fälschlich als Kunstpelz gekennzeichnet

Eine Mütze mit Bommel aus dem Angebot der Firma Wöhrl sollte laut Etikettierung zu 100 Prozent aus Acryl bestehen. Eine vom Deutschen Tierschutzbund beauftragte Untersuchung aber ergab, dass für den Besatz Echtfell eines Marderhundes verarbeitet wurde. Wöhrl verstößt somit gegen die Kennzeichnungspflicht. Nach der Beschwerde des Deutschen Tierschutzbundes hat das Unternehmen die Mütze aus dem Sortiment genommen. Der Forderung nach grundsätzlichem Verzicht auf Echtfell ist Wöhrl aber bisher nicht nachgekommen. Der Verband warnt generell vor dem Kauf von Kleidung und Schuhen mit jeglichem Besatz – egal ob Kunstfell oder nicht, weil die Beispiele zeigen, dass der Verbraucher nie sicher sein kann.

Im Januar dieses Jahres wurde in der Wöhrl-Filiale im Münchener Olympia-Einkaufszentrum eine Mütze mit Fellbommel erworben. Eine Laboruntersuchung stellt klar: Haare vom Marderhund sind verarbeitet worden. Marderhunde werden zu Millionen vor allem in chinesischen Farmen unter tierquälerischen Bedingungen gezüchtet, aber auch in anderen Ländern wie Finnland in kleinen strukturlosen Käfigen gehalten. Sie gelten als anspruchslos und leicht zu halten. Dadurch ist ihr Fell besonders billig. Die Tötungsbedingungen sind vor allem in China häufig alles andere als tierschutzgerecht, die Marderhunde werden mit Knüppeln erschlagen und oft dauert der Todeskampf mehrere Minuten.

„Das Unternehmen hat zwar das Produkt aus dem Sortiment genommen, die Schuld aber auf den Importeur abgewälzt. Das lassen wir nicht durchgehen, die Verantwortung dem Kunden, aber auch den gequälten Tieren gegenüber hat das Unternehmen Wöhrl selber“, so Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes und fordert weiter: „Wöhrl vertreibt neben Kunstfell auch immer noch Echtfellprodukte. Nun muss Wöhrl sich endlich den vielen Handelsketten anschließen, die dem Tierschutzgedanken folgend, generell auf Pelz verzichten.“

Bei einem als 100 Prozent Kunst gekennzeichneten Produkt rechnet ein Käufer nicht damit, echtes Fell zu erwerben. Es wird ihm die Möglichkeit genommen, eine bewusste Entscheidung für oder gegen den Kauf von Echtfell zu treffen. Wöhrl gehört bislang nicht zu den Unternehmen, welche auf die Verwendung von Echtfellprodukten in ihrem Sortiment verzichten. Dennoch gelten auch für dieses Unternehmen die gesetzlichen Bestimmungen, wonach nichttextile Teile tierischen Ursprungs in Textilerzeugnissen explizit gekennzeichnet sein müssen.