Protest gegen Berliner Weihnachtszirkus

Nilpferd in der Mage einer Zirkus-Vorstellung. © Deutscher Tierschutzbund / M. Marten
Flusspferde, wie hier im Circus Voyage, sind reine Schautiere. © Deutscher Tierschutzbund / M. Marten

Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband Berlin rufen zum Protest gegen den Circus Voyage auf, der als „Weihnachtscircus“ vom 9. Dezember bis 7. Januar in Berlin gastiert. Das Zirkusunternehmen steht dabei beispielhaft für alle Zirkusse, die Wildtiere mit sich führen. Diese stellen besonders hohe Ansprüche an ihre Haltung und Unterbringung, die in einem fahrenden Zirkusunternehmen nicht zu erfüllen sind.

„Selbst wenn Elefanten, Tiger oder Flusspferde seit Jahrzehnten in menschlicher Obhut leben, bleiben sie doch Wildtiere – mit all ihren Bedürfnissen und Ansprüchen“, erklärt James Brückner, Referent für Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund. Hinzu kommt: Die Vorgaben, die ein Zirkus bei der Tierhaltung erfüllen muss, bleiben weit hinter dem zurück, was für Zoos oder Privatleute gilt. „Die Tatsache, dass Zirkusse regelmäßig kontrolliert werden, sagt daher leider nicht viel über die Qualität der Tierhaltung aus. Auch wurden in der Vergangenheit bei etwa der Hälfte aller Kontrollen Verstöße festgestellt“, sagt Brückner.

Das geringe Platzangebot für Tiere in Zirkussen wird damit begründet, dass sie durch Dressur und Auftritte körperlich und geistig gefordert werden. Dieses Argument hält einer wissenschaftlichen Betrachtung jedoch nicht stand. Bestimmte Tierarten, wie Flusspferde oder Giraffen, wie sie auch der Circus Voyage mitführt, können zudem gar nicht für Kunststücke ausgebildet werden. Als reine Schautiere besteht ihre einzige Beschäftigung darin, die Manege zu umrunden oder auf ein Podest zu steigen. „Wer dann damit wirbt, dass die Tiere nur natürliche Verhaltensweisen zeigen, hat nicht verstanden, worum es geht“, meint Brückner. „Klar ist, dass Wildtiere uns alle faszinieren – dass die Tiere zur Unterhaltung des Publikums leiden müssen, ist jedoch nicht mehr zeitgemäß, Tradition hin oder her.“

Wildtiere sind keine Zirkustiere
Anlässlich des Gastspiels in Berlin beteiligen sich der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband Berlin am 10. Dezember erneut an einer Demonstration: Gemeinsam mit anderen Organisationen wollen sie friedlich gegen das Leid von Wildtieren vor den Toren des Circus Voyage protestieren. Der Deutsche Tierschutzbund informiert zudem in seiner Kampagne „Wildtiere sind keine Zirkustiere“ über die Problematik und fordert ein Verbot von Wildtieren in Zirkussen, wie es andere EU-Staaten bereits eingeführt haben.