Statistiken zu Versuchstieren

Deutschland 2017: Konstant hohe Zahlen - fast drei Millionen Tiere leiden und sterben in Laboren

Fotomontage mit Versuchstieren in einem Müllerbeutel

Der „Verbrauch“ von Tieren in Versuchen ist in Deutschland konstant hoch geblieben: 2017 wurden insgesamt 2.807.297 Wirbeltiere und Kopffüßer (Kraken und Tintenfische) für wissenschaftliche Zwecke verwendet. 740.000 Tiere wurden ohne vorherige Tests getötet. Wir kritisieren die hohe Zahl der Tiere, die für die Wissenschaft geopfert werden und fordern erneut von der Bundesregierung, Tierversuche endlich komplett zu ersetzen - wie sie es schon seit Jahren ankündigt.

2017 wurden vor allem Mäuse (1,37 Millionen) und Ratten (255.000) - wie im Vorjahr 79 Prozent - und Fische (240.000) - 7 Prozent - in Tierversuchen verwendet. Aber auch 3.300 Hunde und 718 Katzen kamen zum Einsatz. Besonders erschreckend: Die Zahl der Affen stieg von 2.418 auf 3.472 Tiere, da fast tausend Javaneraffen mehr als im Vorjahr in Versuchen eingesetzt wurden. Insgesamt 115.107 Tiere mussten nach Einschätzung der Wissenschaftler den höchsten Grad an Schmerzen, Leiden und Schäden erleiden.

Etwa 40 Prozent (827.530 Tiere) wurde gentechnisch manipuliert. Zum ersten Mal tauchen auch gentechnisch veränderte Affen in der Statistik auf: zehn Marmosetten und Tamarine. Eine besorgniserregende Entwicklung, die leider zeigt, dass Forscher mit gleichbleibender Begeisterung mit dem Erbgut von Tieren im Bereich der Gentechnik spielen.

50 Prozent der Tiere wurden im Bereich der Grundlagenforschung eingesetzt - ohne direkten therapeutischen Nutzen für den Menschen. Bei 27 Prozent ging es darum, Medikamente herzustellen oder zu überprüfen. Weitere 15 Prozent nutzten die Wissenschaftler und Forscherinnen, um Krankheiten bei Menschen und Tieren zu erforschen.

EU: Deutschland auf dem skandalösen 2. Platz

11,5 Millionen Tiere wurden 2011 laut dem Bericht der Europäischen Kommission (Dezember 2013) in der EU in Versuchen verwendet. Der traurige zweite Platz geht an Deutschland, das nach Frankreich die meisten Tiere verbrauchte. War 2008 noch das Vereinigte Königreich an zweiter und Deutschland an dritter Stelle, so ist Deutschland nun aufgerückt.

Die EU-Kommission muss erst 2019 den nächsten Bericht zur Anzahl der in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union für Versuchs- und andere für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere veröffentlichen.

Leider werden bei der statistischen Erfassung in der EU und in Deutschland viele Tiere gar nicht erfasst.  Sie werden im Überschuss in den Laboren produziert und häufig einfach getötet, wenn sie aus Forschersicht nicht das passende Alter, das richtige Geschlecht oder die gewünschte Erbinformation aufweisen.