Straßentierprojekt Kiew

Straßenhund neben einem Auto

Die Bilder von Hundetötungen in der Ukraine im Vorfeld der Fußball-EM 2012 hatten eine Debatte über den tierschutzgerechten Umgang mit Straßentieren ausgelöst. Zusammen mit ukrainischen Tierärzten und Mitarbeitern unseres Tierschutzzentrums Odessa haben wir deshalb Hilfsaktionen für die Straßenhunde in Kiew ins Leben gerufen. Nach umfangreichen Umbauarbeiten und der Ausstattung von drei Tierkliniken konnten bis heute fast 14.000 Straßenhunde kastriert, tierärztlich versorgt und wieder in ihrem angestammten Revier freigelassen werden.

Gemeinsam mit der Stadt haben wir eine Medienkampagne zur Aufklärung der Bevölkerung gestartet. Hierfür liefen im ukrainischen Fernsehen Spots, in denen wir auf die Bedeutung der Kastration von frei lebenden Hunden wie auch Hunden in Privathaushalten aufmerksam machen. Denn auch unkastrierte Hunde aus Privathaushalten tragen stark zur Vermehrung der Straßentiere bei. Zudem wurden in Kiew an zahlreichen Orten Plakate mit den Kontaktdaten der Anlaufstellen für interessierte Bürger aufgehängt.

Plakat in einem Metrowagen in Kiew
Plakat-Aktion 2013 in Metrowagen in Kiew

Eurovision Song Contest 2017

Eigentlich sollte das Kastrationsprojekt Ende März 2017 auslaufen. Aber wegen des Verdachtes, dass es im Rahmen des Eurovision Song Contests wieder vermehrt zu Hundetötungen auf den Straßen von Kiew kommen könnte, haben wir beschlossen, das Projekt bis Ende Juni 2017 zu verlängern. In einem Brief haben wir Vitali Klitschko, den Bürgermeister der Stadt, um Zusammenarbeit gebeten. Denn nur durch Kastrationen erreichen wir gemeinsam eine nachhaltige Lösung des Problems.

Unterschriftenübergabe und Vertragsunterzeichnung

In einem Gespräch mit dem Vertreter der Ukraine in Deutschland im Mai 2012 haben wir über 30.000 Unterschriften überreicht, die wir gemeinsam mit den Mitgliedsvereinen gegen die Tötung der Straßenhunde in der Ukraine gesammelt hatten.

Nach mehreren Gesprächen vor Ort haben wir - als erste Tierschutzorganisation - mit dem damaligen stellvertretenden Bürgermeister von Kiew, Oleksandr Mazurchak, im Februar 2012 einen Vertrag unterzeichnet, um die Straßenhunde-Population der Stadt mit tierschutzkonformen Maßnahmen langfristig zu reduzieren. Dieser Vertrag wurde bereits im Dezember 2011 konzipiert. Vorbild ist das nachhaltige Konzept „Fangen, Kastrieren und Freilassen", das wir in unserem Tierschutzzentrum in der Stadt Odessa bereits seit Jahren erfolgreich praktizieren.

Der Bürgermeister von Kiews und der Ehrenpräsident des Deutschen Tierschutzbundes unterzeichnen den Vertrag im Februar 2012.
Oleksandr Mazurchak (2.v.l.), stellv. Bürgermeister von Kiew, und Wolfgang Apel, Ehrenpräsident des Deutschen Tierschutzbundes, bei der Vertragsunterzeichnung.
Mit Klick vergrößern. © Alex Milyukov