Tierquälerische Traditionen in Spanien

Spanien ist ein beliebtes Urlaubsland. Kein Wunder, locken doch Sonne, Strand und Meer, gastfreundliche Menschen, eine gute Küche und zahlreiche, größere und kleinere taditionelle Feste. Viele dieser Veranstaltungen sind allerdings mit erheblicher Tierqual verbunden. Einige Beispiele:

Stiertreiben in Pamplona

Torero mit Stier in einer Arena. Copyright: Herbert Uniewski
© Herbert Uniewski

Als Volksfest zu Ehren eines Schutzpatrons der Stadt wird in Pamplona ein Stiertreiben veranstaltet. Die Stiere werden dabei in Sechsergruppen durch die Stadt getrieben - zur Belustigung der Massen. Jedes Jahr gibt es dabei zahlreiche Verletzte und Tote in der Zuschauermenge. Aber auch die Tiere müssen dabei große Angst und Schmerzen durch Schläge und Stürze erleiden. Nach diesem Treiben kommen sie zum Stierkampf in die Arena und werden dort getötet.

Toro Jubilo Festival

Beim Toro Jubilo Festival im spanischen Medinaceli werden einem Stier Kugeln aus brennbarem Material auf die Hörner gespießt und angezündet. Dann wird der Stier zur bloßen Belustigung der Zuschauer durch die Straßen gejagt. Das Tier erleidet Todesangst durch die brennenden Hörner. Es versucht den Flammen zu entkommen oder sie zu löschen, indem es seinen Kopf gegen Wände schlägt. Viele Stiere erfahren durch die hastige Flucht und die Verbrennungen am Kopf und an Augen unsägliche Schmerzen. 

Wir unterstützen die spanische Organisation „La Tortura No Es Cultura“, die sich durch den Verbund verschiedener Tierschutzorganisationen in Spanien tatkräftig und vor Ort für einen Fortschritt in Bezug auf ein Verbot der Stierkämpfe und ähnlicher „Spektakel“ einsetzt.

Wachtelschießen

In die Luft katapultierte Wachteln dienen Sportschützen in der spanischen Urlaubsprovinz Alicante als Ziel. Die lebenden Vögel werden mit speziellen Abschussvorrichtungen durch Kunststoffrohre hoch geschleudert und dann geschossen wie beim Scheibenschießen. In der Ortschaft Calpe an der Costa Blanca findet wiederholt das Schießturnier "Virgen del Pilar" statt.

Windhundrennen

Hunde, die bei Windhundrennen in Großbritannien nicht erfolgreiche waren, werden verkauft - besonders häufig nach Spanien. Nach einem strapaziösen Transport in Spanien angekommen, kaufen Händler die Tiere ausschließlich für Rennen. Stundenlang warten die Tiere in großer Hitze auf ihren Einsatz in der Arena. Vor den Wettkämpfen kaum oder nur unzureichend auf Krankheiten oder Verletzungen kontrolliert, müssen sie die Rennen bei den hohen Temperaturen überstehen. Verlierer werden nicht selten grausam getötet.

Töten von Jagdhunden

Obwohl in Spanien verboten, werden ausgemusterte Jagdhunde nach der Jagdsaison immer wieder auf grausame Weise getötet. Wie im Mittelalter findet man sie an Bäumen erhängt.

Bereits abgeschaffte Traditionen

Verschiedene Traditionen, die mit Tierquälerei verbunden waren, wurden inzwischen abgeschafft. Zwei Beispiele:

  • Im spanischen Dorf Manganeses de la Polvorosa war es lange Zeit Tradition, bei einem alljährlichen Fest eine Ziege vom Kirchturm zu werfen. Unten wurde sie dann mit einem Sprungtuch aufgefangen. Im Jahr 2000 hat der Bürgermeister diesen Wurf vom Glockenturm verboten. Seither wurde diese Tierquälerei erfreulicherweise nicht mehr durchgeführt.
  • Bei einem Karnevalsbrauch im Dorf Albala wurde lebenden Hähnen der Kopf abgerissen. 2002 verfügte der Bürgermeister, dass nur noch tote Hähne zum Einsatz kommen sollten. Seither wird dieser makabre Brauch lediglich mit toten Tieren durchgeführt.