Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL)

Für ein nachhaltiges Landwirtschaftssystem

Gruppenfoto mit Mitgliedern der Zukunftskommission Landwirtschaft
Die Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) beim Auftaktgespräch am 7. September 2020 © Bundesregierung / Sandra Steins

Landwirtschaft betrifft uns alle: sie erzeugt unsere Lebensmittel, prägt die Landschaft, beeinflusst die Umwelt und ist widerum von der Umwelt abhängig. Sie steht im Fokus der "Zukunftsskommission Landwirtschaft".

Was ist die Zukunftskommission Landwirtschaft?

Die Zukunftskommission Landwirtschaft ist ein Beratungsgremium der Bunderegierung. Sie wurde 2020 mit der Aufgabe einberufen, Empfehlungen für eine nachhaltige Landwirtschaft zu erarbeiten. Unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Strohschneider arbeiten 32 Vertretrer*innen aus Landwirtschaft, Wirtschaft Verbraucherschutz, Umwelt und Tierschutz sowie aus der Wissenschaft in der Kommission.

Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, wurde als eines der Mitglieder von der Bundesregierung in die Zukunftskommission berufen.

Warum ist die Zukunftskommission Landwirtschaft so wichtig für den Tierschutz?

Über Jahrzehnte ist ein Agrarwirtschaftssystem gewachsen, das keine Zukunft mehr hat und nicht mehr haben darf. Alle Beteiligten brauchen Planungssicherheit, die nicht Status Quo heißen soll, sondern Veränderung. In der laufenden Legislaturperiode hat sich im Tierschutz leider nichts zum Guten bewegt, deutliche Fortschritte sind längst überfällig. Es braucht endlich eine Strategie und es ist gut, dass sich das Kanzleramt der Herausforderung stellt und die Frage zur Zukunft der Landwirtschaft zur Kanzlerfrage macht. Mehr Tierschutz ist auch gut für ein Mehr an Umwelt- Natur- und Artenschutz. Es geht jetzt ums Ganze.

Was sind die Forderungen des Deutschen Tierschutzbunds?

Umbau der Agrarwirtschaft hin zu mehr Tierschutz

Ohne ein deutliches Mehr an Tierschutz wird es keine zukunftsfähige und gesellschaftlich akzeptierte Tierhaltung in der Landwirtschaft geben. So wie bisher darf und kann es in der Agrarwirtschaft nicht weitergehen: Der bis jetzt auch mit Ordnungsrecht legitimierte Weg zu „Immer größer, Immer intensiver“ ist gescheitert. Gemeinsam müssen jetzt Lösungen erarbeitet werden. Wir sind zu kurzfristigen Kompromissen bereit, wenn die langfriste Zielgerade hin zu mehr Tier-, Umwelt- und Naturschutz erkennbar ist.

Anhebung des Ordnungsrechts

Die Bundesregierung wird sich, wenn sie nicht umsteuert, verstärkt Gerichtsurteilen beugen müssen. Das bedeutet, ständig als „Getriebene“ einer Ent-wicklung hinterherzulaufen. Eine Anhebung des Ordnungsrechts und ein Schließen der Lücken im Tierschutzrecht sind daher notwendige Maßnahmen.

Neuausrichtung der GAP

Eine Neuausrichtung der GAP ist dringend voranzutreiben. „Öffentliche Gelder nur für öffentliche Leistungen“ muss dabei die Leitlinie sein. Zudem ist es notwendig, die Ziele der Farm-to-Fork-Strategie in der GAP zu verankern und auszugestalten.

Prozessqualität für stärkeren Tierschutz

Bei der Produktion von tierischen Lebensmitteln muss verstärkt auf Prozessqualität gesetzt werden, um Tierschutz zu stärken. Eine Reduzierung der Tierbestände ist - einhergehend mit geringerem, bewusstem Konsum von tierischen Produkten - geboten.

Umlegung von externen Kosten und Effekten der Fleischproduktion

Externe Kosten und Effekte der Fleischproduktion (Umweltbelastung, Gesundheitsschäden etc.), müssen auf die umgelegt werden, die an der Produktionskette beteiligt sind. Die Verunreinigung des Grundwassers, die durch die intensive Landwirtschaft entsteht, verursacht dem Verbraucher Kosten, da er die Reinigung des Wassers mit seinem Steuergeld bezahlt. Die Kosten des Gesundheitssystems durch einen hohen Fleischkonsum sollte ebenfalls mit bedacht werden. Diese Kosten sollten insbesondere in Fleisch eingepreist werden. Dazu gehört, dass der, der Fleisch konsumiert, einen Beitrag leistet.