Tierschutz-TÜV für Stallbauten

Legehennen in Bodenhaltung

Der Deutsche Tierschutzbund setzt sich dafür ein, dass Haltungssysteme, in denen Schweine, Rinder, Hühner und andere Tiere in der Landwirtschaft gehalten werden, auf ihre Tiergerechtheit geprüft werden, bevor sie auf den Markt kommen. Ein Tierschutz-TÜV sollte gewährleisten, dass der Stallbau sich nicht allein an den ökonomischen Ansprüchen der Hersteller und Betreiber orientiert, sondern auf die Bedürfnisse der Tiere abgestimmt wird. Verletzungen, gesundheitliche Schäden und weitere Leiden der Tiere, die auf ein falsches "Stalldesign" zurückzuführen sind, könnten damit in serienmäßig hergestellten Aufstallungssystemen verhindert werden. Die Prüfung sollten unabhängige Experten übernehmen.

Einführung des Prüfverfahrens

Im Tierschutzgesetz wurde zwar die Voraussetzung für ein bundesweit einheitliches Prüf- und Zulassungssystem für Tierhaltungssysteme sowie Betäubungsgeräte für die Schlachtung geschaffen. Die Vorgaben für einen solchen Tierschutz-TÜV müssen aber durch eine Verordnung im Detail geregelt werden.

2014 hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) dem Kompetenzkreis der Initiative „Eine Frage der Haltung“ einen Entwurf für ein Prüf- und Zulassungsverfahren für serienmäßig hergestellte Stalleinrichtungen – zunächst für Legehennen – vorgelegt. Hierzu haben wir Stellung genommen. Bis heute wurde aber kein Tierschutz-TÜV eingeführt.

Als Grundlage für eine Verordnung hatten wir bereits 2004 gemeinsam mit unseren Partnern in der Allianz für Tiere in der Landwirtschaft „Eckpunkte für die Etablierung eines bundeseinheitlichen Prüf- und Zulassungsverfahren zur Sicherstellung der Tiergerechtheit von Aufstallungssystemen und Stalleinrichtungen" vorgestellt. Darauf aufbauend hat 2008 eine Arbeitsgruppe aus Ländervertretern, der Geflügelwirtschaft, den Stallbaufirmen, Wissenschaftlern aus Forschungseinrichtungen zusammen mit Vertretern der Allianz für Tiere in der Landwirtschaft gemeinsam ein Konzept mit Vorgaben und Ablauf für ein Prüf- und Zulassungsverfahren vorgestellt. Zentrale Forderung ist, dass die Prüfung und Zulassung auf wissenschaftlichen, einheitlichen und objektiven Erkenntnissen basieren. 2009 hat sich die damalige Regierung auf die Einführung eines solchen Prüfverfahrens geeinigt.