Kälber

Nach der Geburt werden die Kälber meistens einzeln in Iglus untergebracht. © F. Wirths
Nach der Geburt werden die Kälber meistens einzeln in Iglus untergebracht. © F. Wirths

Die Haltung von Kälbern bis zum Alter von sechs Monaten ist gesetzlich geregelt. Entsprechend der Vorgaben müssen Kälber in der konventionellen Landwirtschaft nur in den ersten zwei Lebenswochen auf Stroh gehalten werden. Bereits danach ist eine Haltung ohne Einstreu z. B. auf Vollspaltenboden erlaubt. Auf dem harten Untergrund können die Tiere nicht entspannt und bequem ruhen.

Bis zum Ende der achten Lebenswoche dürfen Kälber in der konventionellen Landwirtschaft außerdem einzeln gehalten werden. Erst danach ist eine Gruppenhaltung vorgeschrieben. Allerdings ist das gesetzlich definierte Mindestplatzangebot so gering und der Boden oft rutschig, dass die Jungtiere nur unter Schwierigkeiten spielen und herumtollen können.

Die Kälber von Milchkühen werden üblicherweise direkt nach der Geburt oder nach wenigen Tagen von der Kuh getrennt. Die weiblichen Kälber verbleiben in der Regel auf dem Betrieb, um später ebenfalls Milch zu liefern.

Bullenkälber werden im Allgemeinen bereits ab einem Alter von zwei Wochen verkauft. Besonders die männlichen Kälber der Hochleistungsmilchrassen haben einen geringen wirtschaftlichen Wert, weil sie für die Mast nicht gut geeignet sind. Sie sind nur ein Nebenprodukt der Milcherzeugung. Häufig werden sie über weite Strecken ins Ausland transportiert, wo sie unter Bedingungen gehalten und schließlich geschlachtet werden, die in Deutschland nicht zulässig sind. Anzustreben sind Rinderrassen, die nicht nur der Milcherzeugung, sondern auch der Fleischnutzung dienen.

Enthornung

Über Jahrzehnte hat es sich etabliert, den jungen Kälbern die Hornanlagen auszubrennen, denn Kühe mit Hörnern können sich gegenseitig und auch den Menschen verletzen. Dieses Risiko ist besonders dann hoch, wenn die Tiere zu wenig Platz haben, sich auszuweichen und die Herden immer wieder neu zusammengestellt werden. Diese Verstümmelung ist für die Tiere sehr schmerzhaft. Erst seit wenigen Jahren setzt sich zumindest die Gabe eines Schmerzmittels durch. Um die Schmerzen ausreichend ausschalten zu können, sind aber eine Sedierung und eine örtliche Betäubung durch den Tierarzt notwendig.

Eine weitere Alternative, die viele Landwirte der Enthornung vorziehen, ist die Zucht auf Hornlosigkeit. Gute Erfahrungen gibt es bei ökologisch wirtschaftenden Höfen, die Kühe mit Hörnern halten. Sie bieten den Tieren mehr Platz, ändern nicht dauernd die Herdenstruktur und achten bei der Zucht auf friedliche Tiere.