Straßentiere

+++ Fußball-WM 2018 in Russland +++

Im Vorfeld der 2018 in Russland stattfindenden Fußball-Weltmeisterschaft haben wir den Deutschen Botschafter der Russischen Föderation Rüdiger von Fritsch, den Leiter der Föderalen Agentur für veterinärrechtliche und phytosanitäre Überwachung Sergej Dankwert und den Interimspräsidenten der FIFA Issa Hayatou eindringlich gebeten, sich für einen tierschutzgerechten und nachhaltigen Umgang mit den Straßentieren des Landes einzusetzen, und haben hier unsere Unterstützung angeboten. Die Deutsche Botschaft hatte angekündigt, die entsprechenden Stellen in Russland auf die Problematik aufmerksam zu machen.

Wir haben außerdem alle elf Austragungsorte angeschrieben. Die Rückmeldungen waren jedoch ernüchternd: Vier Austragungsorte gaben an, dass Straßenhunde „nur“ eingefangen und weggesperrt werden, während eine Stadt angab, eingefangenen Tiere „human zu euthanasieren“, weil sie eine Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung darstellen würden. Alle fünf haben abgelehnt, dass auf ihrem Gebiet Hunde auf offener Straße und „inhuman“ getötet werden. Von den sechs anderen Austragungsorten blieb eine Rückmeldung jedoch aus. Es kann damit nicht ausgeschlossen werden, dass bereits Straßentiere im Vorfeld der WM ihr Leben lassen mussten.

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Straßentiere im Ausland

Straßenhund

Die hohe Anzahl von Straßenhunden und -katzen ist in vielen südlichen und östlichen Ländern Europas ein großes Problem. Die örtlichen Behörden reagieren darauf, indem sie tausende gesunde Tiere töten. Diese Maßnahme ist nicht nur äußerst grausam, sondern auch sinnlos, denn die Anzahl der Straßentiere verringert sich dadurch nicht. Einerseits kommen in den Haushalten immer wieder neue Welpen zur Welt, die nicht selten ausgesetzt werden. Auf der anderen Seite steigt auch die Überlebenschance der Welpen, die auf der Straße zur Welt kommen. Denn diesen Tieren steht durch das Wegfangen bzw. Töten anderer Tiere mehr Futter zur Verfügung und sie besetzen die dadurch frei gewordenen Plätze.

Um diese Überpopulation und das damit verbundene Elend der Straßentiere dauerhaft zu vermindern, sind tiergerechte Lösungen notwendig: So können Hunde und Katzen gebietsweise eingefangen und in einem Tierschutzzentrum medizinisch versorgt, geimpft, kastriert, gekennzeichnet und anschließend an ihrem angestammten Platz wieder freigelassen werden. Vorbild ist unser Tierschutzprojekt in Odessa in der Ukraine.

Maßnahmen zur Selbsthilfe

Straßenhund

Wir unterstützen im Ausland vor allem das Prinzip der Selbsthilfe, damit örtliche Tierschützer die Probleme mit Straßentieren selbst bewältigen können und nicht dauerhaft auf Hilfe von außen angewiesen sind. 

Dabei arbeiten wir mit lokalen Tierschutzvereinen, Behörden und Tierärzten zusammen, leisten Aufklärungsarbeit bei der einheimischen Bevölkerung und den Touristen zu artgerechter Tierhaltung und dem Sinn der Kastrationsprojekte. Auch wenn wir nur einzelne Projekte intensiv unterstützen können, geben wir gerne unsere Erfahrungen weiter.

Geeignete Maßnahmen, die zu einer Verbesserung der Situation von Straßentieren im Land selbst führen:

  • Aufklärungsarbeit durch Information der einheimischen Bevölkerung über artgerechte Tierhaltung, Umgang mit Tieren, Tierschutzethik und die gültigen Tierschutzgesetze im jeweiligen Land sowie über den Sinn und die Vorteile von Kastrationen
  • Information der einheimischen Tierschutzvereine über die Tätigkeiten der eigenen Initiative im Land und über Möglichkeiten zur gemeinsamen Lösung von Tierschutzproblemen durch Kooperation
  • Zusammenarbeit mit einheimischen Behörden und Tierärzten
  • Initiation und Durchführung von Kastrationsprojekten - zum Beispiel bei Katzenkolonien in Hotelanlagen - zur gezielten Regulierung der Straßentierpopulationen
  • dauerhafte Kennzeichnung der Tiere zur Identifikation
  • Information der Behörden über beobachtete Missstände oder Verstöße gegen die im Land geltenden Tierschutzgesetze
  • Aufklärung von Touristen über die Problematik im Land und Hinweise, wie jeder helfen kann