Heimtiere

1. Was muss ich bei der Haltung von Heimtieren beachten?

Bevor Sie ein Heimtier bei sich aufnehmen, sollte im Vorfeld abgeklärt sein, dass Sie dem Tier die Bedingungen bieten können, die für eine tiergerechte Haltung erforderlich sind, und dass Sie dem Tier auch genügend Zeit widmen können. Bedenken Sie auch wie alt ein Heimtier werden kann und dass es auch im Urlaub artgerecht versorgt werden muss.

Weitere Information zur Haltung von Hunden, Katzen, Meerschweinchen, Goldhamstern, Zwergkaninchen, Ratten, Wellensittichen, Kanarienvögeln und Aquarienfischen finden Sie auf dieser Website sowie in unseren Broschüren, die Sie hier kostenlos als PDF herunterladen können.

Die Haltung von exotischen Tieren in Privathaushalten lehnen wir grundsätzlich ab, da diese Tiere in den seltensten Fällen artgerecht als Heimtiere gehalten werden können. Papageien, Seewasserfische im Aquarium und Reptilien beispielsweise sind schwierig zu haltende Tiere, weil sie besondere Ansprüche an Klima, Ernährung, Vergesellschaftung sowie Größe und Ausstattung der Gehege stellen. Die mit der Exotenhaltung verbundenen Schwierigkeiten werden von Laien meist unterschätzt.

2. Können Sie mir die Adresse eines Züchters vermitteln?

Ein Adressverzeichnis von Züchtern führen wir nicht. Abgesehen davon möchten wir zu bedenken geben: Warum muss es unbedingt ein Rassetier sein? In den dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossenen Tierheimen wartet ständig eine große Zahl von Hunden, Katzen, Kleintieren und Vögeln darauf, wieder ein schönes Zuhause und neue, liebevolle Frauchen oder Herrchen zu finden. Die Übernahme eines solchen Tieres ist ein aktiver Beitrag zum Tierschutz. Wir sind überzeugt, dass Sie ein für sich geeignetes Tier in einem der Tierheime in Ihrer Umgebung finden könnten. Die Tiere im Tierheim stehen zudem unter ständiger tierärztlicher Kontrolle. Somit haben die neuen Besitzer die Sicherheit, ein gesundes Tier zu erhalten. Die Adressen der Ihnen nächstgelegenen Tierheime können Sie unserer Website entnehmen.

Wenn Sie sich dennoch zum Kauf eines Tieres bei einem Züchter entschließen, möchten wir Ihnen einige Tipps geben:

  • Schauen Sie sich den ausgewählten Züchter sehr genau an um sicher zu gehen, dass er die Zucht seiner Tiere verantwortungsbewusst betreibt.
  • Ein seriöser Züchter wird Ihnen jederzeit gerne die Haltung und Unterbringung seiner Tiere zeigen. Dort können Sie die Tiere in der ihnen bis dato gewohnten Umgebung beobachten und in Ruhe auswählen.
  • Ein verantwortungsbewusster Züchter hält nach Möglichkeit nur eine Rasse, höchstens zwei, und betreut, insbesondere im Fall von Hunden und Katzen, auch nur wenige Jungtiere gleichzeitig um sicherzustellen, dass allen die nötige Aufmerksamkeit und Pflege zu Teil werden kann.
  • Elterntiere und Welpen sind zutraulich, haben Familienanschluss. Die Welpen werden in der Prägephase zwischen der achten und zwölften Woche von der Mutter getrennt und an den zukünftigen Halter übergeben.
  • Die Welpen sind nachweislich tierärztlich untersucht, vollständig entwurmt, geimpft und gekennzeichnet.
  • Wenn Sie gezielt nach Ihren Wohn- und Lebensverhältnissen gefragt werden, sollten Sie sich dadurch nicht gestört fühlen, im Gegenteil. Dies zeigt, dass dem Züchter das Wohlergehen seiner Tiere am Herzen liegt.
  • Sollten Ihnen auch nur die geringsten Zweifel daran kommen, dass der erwählte Züchter die Haltung und Zucht mit Herz für die Tiere und dem erforderlichen Sachverstand betreibt, so empfehlen wir Ihnen, vom Kauf eines Tieres abzusehen.

3. Wie finde ich eine gute Hundeschule?

Ziel einer jeden Hundeschule muss es sein, fachlich fundiertes Wissen an den Hundehalter zu vermitteln und adäquate Hilfestellung bei Erziehungsfragen und Problemen zu geben. Erfahrungsgemäß können sich Hundeschulen hinsichtlich der Qualität und ihrer Erziehungs- und Ausbildungskonzepte sehr unterscheiden. Deshalb empfehlen wir jedem Interessenten, kritisch bei seiner Wahl zu sein und sich gegebenenfalls auch nicht zu scheuen, die Hundeschule zu wechseln. Der Hundehalter sollte sich im Vorfeld beim örtlichen Tierschutzverein oder bei anderen Hundebesitzern in seiner Region erkundigen, welchen Ruf die Hundeschule hat.

Wir appellieren an alle Hundebesitzer, die den Besuch einer Hundeschule erwägen, die Ausbilder und Ausbildungsmethoden vorab kritisch unter Gesichtspunkten des Tierschutzes zu betrachten. Grundsätzliche Ablehnung und negative Bewertung von tierschutzwidrigen Maßnahmen und die Verwendung tierschutzwidriger Hilfsmittel (Stachelhalsbänder, Teletakt etc.) sollte für die Hundeschule bei der Erziehung und Ausbildung der Hunde selbstverständlich sein.

Der Hundetrainer selbst sollte mindestens Folgendes in seinem Werdegang nachweisen können:

  • mehrjährige praktische Erfahrung im Umgang mit Hunden
  • fortlaufend Besuche von Weiterbildungsseminaren

4. Wie ernähre ich meine/n Katze/Hund grundsätzlich richtig?

Bei der Auswahl des Alleinfuttermittels für Hunde und Katzen ist Folgendes zu beachten: Man sollte sein Heimtier nicht lebenslang nur mit einem einzigen Alleinfuttermittel ernähren.  Durch einen regelmäßigen Wechsel kann man sicherstellen, dass das Tier wirklich ausgewogen und  vor allem abwechslungsreich ernährt wird. Außerdem beugt man der Gefahr vor, dass das Tier sich an eine ganz spezielle Futtersorte gewöhnt und nur noch diese eine Sorte fressen mag. Zusätzlich kann der Tierbesitzer für Abwechslung sorgen, indem er zusätzlich – je nach Vorliebe des Tieres – zum Beispiel Reis, Kartoffeln, Gemüse (z.B. Rüben, gekochter Mais) und Magerquark ergänzt. Frisst ein Hund auch Obst, kann man ihm z. B. einen Apfel klein schneiden und unter das Futter mischen. Auf Nahrungsmittel, die für die jeweilige Tierart nicht geeignet sind (z. B. Hund – Fütterung von Zwiebeln) oder stark gewürzte Speisen muss ein verantwortungsbewusster Tierbesitzer verzichten.

Die alleinige Ernährung eines Hundes oder einer Katze mit selbst gekochtem  und zusammengestelltem Futter ist ebenfalls möglich. Ein solches Futter ist zwar frei von industriellen Zusatzstoffen, die Zubereitung erfordert aber ernährungswissenschaftliche Kenntnisse und Zeitaufwand, um eine an Eiweißen, Fetten, Kohlenhydraten, Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen wirklich ausgewogene Kost herzustellen.  Wer sich entscheidet, für seinen Vierbeiner selbst zu kochen, sollte zunächst entsprechende Literatur lesen und sich anschließend von seinem Tierarzt beraten lassen.  Die Erfahrung zeigt, dass der Tierhalter von sich aus oft immer wieder auf die gleichen Zutaten zurückgreift. Hier kann Einseitigkeit entstehen und damit auch ein Mangel oder ein Überschuss an essentiellen Nährstoffen verbunden sein. Empfehlenswert ist die Erstellung eines wissenschaftlichen Rationsplans.

Für die Auswahl eines geeigneten Futtermittels für kranke Tiere, für Hochleistungstiere oder für heranwachsende Tiere sollte unbedingt der Tierarzt zu Rate gezogen werden. Er sollte mitentscheiden, welches Futtermittel für dieses Individuum zum jeweiligen Zeitpunkt optimal ist.

5. Kann ich meinen Hund oder meine Katze vegetarisch ernähren?

Viele Menschen, die sich selbst für eine vegane oder vegetarische Lebensweise entschieden haben, fragen sich, ob es nicht auch möglich wäre, ihren Hund oder ihre Katze vegetarisch zu ernähren. Von der vegetarischen Ernährung von Katzen müssen wir dringend abraten. Wer seinem Hund kein Fleisch füttern möchte, muss Einiges bedenken. Hier finden Sie weitere Informationen:

6. Werden für Heimtiernahrung Tiere geschlachtet?

In Deutschland werden jährlich über 6,9 Millionen Tonnen Fleisch erzeugt. Bei der Schlachtung, Zerlegung und Fleischverarbeitung fallen über 2 Millionen Tonnen Schlachtnebenprodukte an, die nicht ihren Weg über die Ladentheke finden.

Diese Schlachtnebenprodukte sind die Ausgangsmaterialien für Hunde- und Katzenfutter. Sie stammen ausschließlich von gesund geschlachteten und für den menschlichen Verzehr als tauglich beurteilten Tieren.

Zu den Schlachtnebenprodukten gehören zum Beispiel viele innere Organe, wie  das Herz, die Leber, die Milz oder die Nieren. Diese Organe werden zum großen Teil zu Tierfutter verarbeitet, da ihr Anfall bei der Schlachtung die Nachfrage des Konsumenten um ein Vielfaches überschreitet.

Die anfallende Menge ist so groß, dass ausreichend Fleisch für die Herstellung von Tiernahrung vorhanden ist und kein Tier eigens für die Herstellung von Hunde- und Katzenfutter geschlachtet wird.

Bio-Hundefutter und Bio-Katzenfutter bilden derzeit erst ein sehr kleines Marktsegment. Wenn zukünftig aufgrund erhöhter Nachfrage durch den Menschen mehr Fleisch-, Ei- und Milcherzeugnisse von Tieren aus tiergerechter Haltung gekauft werden, wird auch der Marktanteil von Hunde- und Katzenfutter wachsen, für dessen Herstellung Schlachtnebenprodukte von Tieren aus tiergerechter Haltung verwendet werden.

Letztendlich entscheidet allein der Mensch mit seinem eigenen Konsumverhalten darüber, wie Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Kaninchen, Hühner und andere Geflügelarten gehalten werden.

7. Darf das Fleisch kranker Tiere für Tierfutter verwendet werden?

Die Herstellung von Fertigfuttermitteln für Tiere ist in Deutschland gesetzlich geregelt - durch das Gesetz zur Neuordnung des Lebens- und Futtermittelrechts (2005, Umsetzung der EU-Basisverordnung 178/2002) und das Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz (TierNebG) vom 25. 1. 2004 (als nationale Ausführungsvorschrift der Verordnung (EG) Nr 1747/2002 des Europäischen Parlaments und Rates vom 3. Oktober 2002 mit Hygienevorschriften für nicht für den menschlichen Verkehr bestimmte tierische Nebenprodukte).

Danach dürfen auch für die Herstellung von Heimtierfutter nur tierische Nebenprodukte verwendet werden, die auch für den Menschen genusstauglich sind, jedoch aus kommerziellen Gründen nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt sind. 

Oberstes Gebot ist die Lebensmittelsicherheit. Futtermittel oder Lebensmittel, die nicht sicher sind, dürfen nicht in den Verkehr gebracht werden. Der Hersteller, Händler oder Inverkehrbringer hat die einwandfreie Qualität der Ware sicherzustellen. Auf allen Verarbeitungsstufen ist die Rückverfolgbarkeit der Produkte zu gewährleisten.

8. Kann Hunde- oder Katzenfutter mit Dioxin belastet sein?

Über Dioxin im Hunde- oder Katzenfutter ist uns bisher nichts bekannt geworden. Genau wie für den Menschen ist auch für Tiere eine erhöhte Aufnahme des chemischen Stoffs Dioxin gesundheitsschädigend. Die Futterzubereitung für Tiere unterliegt rechtlichen Bestimmungen, siehe FAQ 7. Es dürfen nur Materialien der Kategorie 3 verwendet werden, die hygienisch einwandfrei sind. Das sind Teile von gesund geschlachteten Tieren, die für den menschlichen Verzehr geeignet sind, aber keine Verwendung finden (z.B. Pansen, Zunge, Lunge, Euter). Auch Nebenprodukte wie Häute, Hufe und z.B. Fischöle können verwendet werden.

Ähnlich wie in Fertigprodukten für den menschlichen Verzehr werden auch Antioxidantien, Konservierungsstoffe oder Geschmacksverstärker zugesetzt, um z. B. die Haltbarkeit zu erhöhen.

Dass immer wieder "schwarze Schafe" vorkommen, die sich nicht an die rechtlichen Bestimmungen halten, ist leider nie auszuschließen, wie der aktuelle Dioxin-Skandal zeigt.

Tierbesitzern können wir folgende Tipps geben:

  • Wenn ein Tier keine besonderen Anforderungen an seine Ernährung stellt (z.B. keine Trächtigkeit, keine Futtermittelallergie vorliegt) kann von Zeit zu Zeit das Futter gewechselt werden, auch um Abwechslung für das Tier zu schaffen. 
  • Zusätzlich kann der Tierbesitzer - je nach Vorliebe des Tieres - eine abwechslungsreiche Ration durch die Gabe von zum Beispiel Reis, Kartoffen, Gemüse (z.B. Rüben, gekochter Mais) und Magerquark gestalten. Frisst ein Hund auch Obst kann man ihm z.B. einen Apfel klein schneiden und unter das Futter mischen. Auf Nahrungsmittel, die für die jeweilige Tierart nicht geeignet sind (z.B. Hund - Fütterung von Zwiebeln) oder stark gewürzten Speisen muss ein verantwortungsbewusster Tierbesitzer verzichten.
  • Die alleinige Ernährung eines Hundes oder einer Katze mit selbst gekochtem und zusammengestelltem Futter ist möglich, bedarf aber eines genauen - wissenschaftlich erstellten - Rationsplans, siehe dazu FAQ 4
  • Hunde- und Katzenbesitzer können sich anhand der Deklaration über den Fleischgehalt informieren sowie über Konservierungsstoffe und das Futter entsprechend auswählen.

Informationen zur vegetarischen Ernährungen Ihres Heimtiers finden Sie hier.

9. Was tun bei Verdacht auf Futtermittelallergie?

Tiere können auf Futtermittel allergisch reagieren. Meist sind die Ursachen nicht auf einen Wechsel des Futtermittels zurückzuführen, wie viele Tierhalter meinen, sondern es treten Reaktionen auf ein Futter auf, das der Hund oder die Katze bereits seit längerer Zeit frisst.

Eine Unverträglichkeitsreaktion oder gar eine Futtermittelallergie kann durch alle Bestandteile des Futters ausgelöst werden. Häufige Allergene sind Eiweiße, bestimmte Getreidesorten oder Futterzusatzstoffe.

Die Symptome einer solchen Erkrankung sind vielfältig. Sie können die Haut und / oder den Magen-Darmtrakt betreffen:

  • Juckreiz (besonders im Ohren und Kopfbereich
  • Ödeme um die Augen (Verdickungen)
  • Hautentzündungen und anderer Hautreaktionen
  • Durchfall
  • Erbrechen

Die Diagnostik ist meist sehr schwierig und langwierig, da die gleichen Symptome auch durch viele andere Erkrankungen hervorgerufen werden.

Hat der Tierarzt den Verdacht, dass eine Futtermittelallergie vorliegen könnte, wird er eine Eliminationsdiät zusammenstellen. Dies bedeutet, dass der Tierhalter über mindestens 9 Wochen selbstgekochtes Futter nach einem festen Rationsplan füttert. Das tierische Eiweiß sollte in dieser Phase ausschließlich von einer Tierart stammen, die möglichst vorher nicht Bestandteil des Fertigfutters war. Auch Zusatzstoffe können Allergien hervorrufen. Dies trifft sowohl für die Verwendung von Fertigfutter als auch für Zusätze zu, die der Tierhalter selbst zubereitetem Futter beimischt.

Die beste Therapie besteht – wie bei allen Allergien – in der Vermeidung der auslösenden Substanz, deren Identifizierung aber oftmals sehr schwierig ist. Um abzuklären, ob es sich überhaupt um eine Futterunverträglichkeit handelt bzw. um den allergieauslösenden Futterbestandteil zu identifizieren, muss ein auf Kleintiere und deren Ernährung spezialisierter Tierarzt zu Rate gezogen werden.

10. Gassi gehen im Winter - was muss ich beachten?

Im Winter sollte auf das Gassigehen nicht verzichtet werden. Gerade um Erkältungskrankheiten vorzubeugen, brauchen Hunde auch zu dieser Jahreszeit die Möglichkeit im Freien herumzutoben. Sie sind robust und halten Eis und Schnee gut aus, wenn ein paar Dinge beachtet werden:

  • Bei Spaziergängen auf scharfkantigem Splitt und Streusalz kann Verletzungen und ihren Folgen vorgebeugt werden, indem die Hundepfoten zuvor mit Balsam eingerieben oder einem Schutzspray eingesprüht werden. Dies verhindert, dass sie rissig oder spröde werden.
  • Im Regelfall kommen Hunde mit Schnee und Eis gut zurecht. Bei besonders empfindlichen Hunden oder Tieren mit bereits verletzten Pfoten können Schuhe aus wasserfestem Material gegen spitze Eisbrocken oder Splitt helfen.
  • Bei der Rückkehr ins Warme: Salzreste oder Eisklumpen zwischen den Zehen und im Fell mit lauwarmem Wasser abwaschen und die Pfoten gründlich trocken reibe.

11. Was kann ich tun, wenn ich ein Tier vermisse?

Sie vermissen ihr Haustier? Das Deutsche Haustierregister hilft Ihnen gerne bei der Suche. Bitte rufen Sie uns an oder senden Sie uns eine Mail. Was Sie konkret tun können, lesen Sie auf unserer Seite "Sie vermissen Ihr Haustier?"

12. Wie kann ich mein Tier unverwechselbar kennzeichnen lassen?

Wir empfehlen allen Tierhaltern die individuelle Kennzeichnung von Haustieren per Tätowierung oder Mikro-Chipimplantation. Die elektronische Markierung per Mikro-Chip ist die modernste Methode, sein Tier dauerhaft und unverwechselbar zu kennzeichnen. Der Tierarzt übernimmt die Kennzeichnung des Tieres.

Eine Kennzeichnung ist nur dann sinnvoll, wenn die Tiere auch registriert werden. Der Deutsche Tierschutzbund bietet seit Anfang der 80er Jahre eine kostenlose Registrierung der Haustiere im Zentralen Haustierregister an. Weitere Informationen zu diesem Thema

13. Wie kann ich mein Tier im Deutschen Haustierregister anmelden?

Sie können Ihr Haustier kostenlos im Deutschen Haustierregister® des Deutschen Tierschutzbundes anmelden wenn es mit einer Tätowierung, einem Mikrochip oder anderweitig dauerhaft gekennzeichnet ist.

Die Formulare (Datenerfassungsbögen), die Sie benötigen, um Ihr Tier im Deutschen Haustierregister anzumelden, ein vermisstes Tier zu melden, uns über Ihre neue Adresse bzw. den Tod eines Tieres zu informieren oder die Weitergabe eines im Deutschen Haustierregister bereits registrierten Tieres an einen neuen Tierhalter zu melden, können Sie bei uns anfordern oder im pdf-Format herunter laden. Wir beachten bei allen personenbezogenen Daten die Vorgaben des Bundesdatenschutzgesetzes.

14. Probleme mit der Tierhaltung in der Mietwohnung

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in einem Urteil vom 20.03.2013 - AZ: VIII ZR 168/12 - entschieden, dass Vermieter die Haltung von Hunden und Katzen in Mietwohnungen nicht generell verbieten dürfen. Zukünftig muss eine umfassende Interessenabwägung aller betroffenen Parteien stattfinden.
 
Eine generelle gesetzliche Regelung zur Tierhaltung in der Mietwohnung gibt es nicht. Es kommt darauf an, was im Mietvertrag vereinbart wurde. Folgende Grundsätze gelten:
 
Kleintiere wie Schildkröten, Hamster, Kaninchen, Ziervögel, Zierfische etc., die den Nachbarn nicht stören können, dürfen nicht verboten werden, wenn nicht übermäßig viele Tiere gehalten werden. Vereinzelt haben Gerichte hier auch einzelne Wohnungskatzen oder Kleinsthunde eingeordnet. Mehr als vier Wohnungskatzen in einer ca. 70 qm Wohnung übersteigen aber immer den üblichen Mietgebrauch.
 
Der häufigste Fall ist der, dass die Haltung von Hunden und gegebenenfalls auch Katzen der Erlaubnis des Vermieters bedarf. Das ist kein Problem, wenn im Mietvertrag deren Haltung beim Einzug ausdrücklich genehmigt wurde. Eine solche Vereinbarung steht in der Regel nicht in den Allgemeinen Vertragsbedingungen, sondern muss am Vertragsende handschriftlich eingefügt werden oder eine möglichst schriftliche Genehmigung des Vermieters erteilt werden. Dieser erteilt üblicherweise die Erlaubnis nur für bestimmte Tiere oder eine begrenzte Zahl von Tieren (z. B. ein Hund oder zwei Katzen). Die Anschaffung neuer Tiere oder die Erhöhung der Anzahl bedarf dann der weiteren, vorherigen Genehmigung. Oft wird die Genehmigung auch mit dem Vorbehalt des Widerrufs erteilt, wenn die Tiere unzumutbar stören (z. B. wegen dauernden Bellens, Geruchsbelästigung, Belästigung der Nachbarn, Verunreinigen der Gemeinschaftsanlagen).
 
Wurde die Haltung von Hunden und Katzen in wirksamer Weise verboten, muss der Mieter sich hieran halten und er muss mit der Aufforderung zur Weggabe der Tiere bis hin zur Kündigung rechnen, wenn er sich über das Verbot hinwegsetzt. Anders liegt der Fall, wenn das Tier trotz Verbot mit Wissen des Vermieters oder des Hausmeisters/Verwalters über Jahre hinweg beanstandungslos gehalten wurde. So wurde gerichtlich entschieden, dass nach einem Zeitraum von fast drei Jahren eine Duldung der Tierhaltung eintritt (Amtsgericht Köln, Urteile vom 12.06.1992 - AZ: 219 C 279/91 - und vom 22.12.1980 - AZ: 213 C 93/80). Nach diesem Zeitraum kann der Vermieter die Weggabe des Tieres nur noch dann verlangen, wenn das Tier die Nachbarn nachweislich unzumutbar stört. Gelegentliches Anschlagen eines Hundes ist keine unzumutbare Belästigung.

15. Probleme mit der Tierhaltung in einer Eigentumswohnung

Die Tierhaltung in Eigentumswohnanlagen kann durch den Mehrheitsbeschluss der Eigentümerversammlung nach § 15 Wohnungseigentumsgesetz (WEG) eingeschränkt werden. So kann die Zahl der gehaltenen Tiere durch Mehrheitsbeschluss auf einen Hund oder Katze je Wohnung beschränkt oder vereinbart werden, dass Hunde in den Gemeinschaftseinrichtungen (Hausflur, Grünanlage etc.) nur angeleint ausgeführt werden dürfen. Die Abschaffung eines Tieres kann dagegen nur dann verlangt werden, wenn die übrigen Wohnungseigentümer durch die Anwesenheit des Tieres in ihren Eigentumsrechten so sehr eingeschränkt werden, dass sie diese nicht mehr ordnungsgemäß ausüben können. Dies wäre z. B. dann der Fall, wenn ein sog. Kampfhund in der Anlage frei herum läuft oder das Tier trotz Maulkorb und Leine die Mitbewohner im Hausflur/Garten anspringt. Auch eine nachgewiesene dauerhafte unzumutbare Belästigung durch Bellen, Tiergerüche oder Verschmutzung/Beschädigung der Gemeinschaftsanlagen, etc. kann zur Untersagung der Tierhaltung führen.

Ein Tierhalteverbot kann die Eigentümergemeinschaft nur durch einen einstimmig gefassten Beschluss erwirken: gegen Beschlüsse der Eigentümerversammlung muss binnen vier Wochen beim Amtsgericht Abteilung Wohnungseigentumsrecht Rechtsmittel eingelegt werden. Wurde diese Frist versäumt, ist der Beschluss rechtskräftig.

16. Nachbarn beschweren sich über eine frei laufende Katze

Die Haltung von Katzen gehört zum normalen Mietgebrauch und ist auch für Besitzer von Eigentumswohnungen oder Häusern eine Bereicherung des Lebensalltags. Da viele Katzen sich nur dann richtig wohl fühlen, wenn ihnen Freilauf gewährt wird, haben Nachbarn es nach den Grundsätzen des nachbarschaftlichen Gemeinschaftsverhältnisses hinzunehmen, dass die Katzen bei ihrem Freigang auch deren Garten durchstreifen. Die Duldungspflicht ist nach gefestigter Rechtsprechung aber beschränkt auf 1-2 Katzen. Hat ein Tierhalter vier Katzen, die gleichzeitig durch Nachbars Garten streifen, liegt in  der Regel eine unzumutbare Störung vor. Aber auch von einzelnen Katzen können Eigentumsbeeinträchtigungen ausgehen, die den Nachbarn in der Nutzung seines Grundstücks beschränken. Das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme geht allerdings nicht so weit, dass ein Nachbar unzumutbare Störungen oder Schäden durch diese Tiere hinzunehmen hat. Verschmutzungen der Gartenmöbel, Kothaufen auf der Terrasse oder zerstörte Blumen- und Gemüsebeete oder gar das Eindringen der Katzen über die Terrasse in die Wohnung sind Belästigungen, die ein Nachbar nicht mehr hinzunehmen hat. Ist zweifelsfrei nachgewiesen, welche Katze der Übeltäter war, kann der Nachbar den Tierhalter zur Unterlassung auffordern und diese Forderung auch gerichtlich durchsetzen. Das Gericht  überlässt im konkreten Fall dem Tierhalter die Wahl der Mittel, um die Störung zu beheben.

Dem Nachbarn ist es zwar erlaubt, von sich aus Maßnahmen zur Vertreibung der Katzen zu ergreifen, diese müssen aber tierschutzgerecht sein. So ist es erlaubt, die Katzen mit einem Wasserstrahl aus dem Schlauch zu vertreiben,  nicht aber die Tiere mit Steinen zu bewerfen und sie zu verletzen oder mit einer Falle einzufangen und anderswo auszusetzen. Inwieweit das Vergraben von Stacheldraht im Blumenbeet zur Vertreibung der Katze diesen Grundsatz beachtet, hängt davon ab, ob der Gartenbesitzer zuvor mit anderen milderen Mitteln, die Katze erfolglos am Graben zu hindern suchte.

Derartige Handlungsweisen könnten als Tierquälerei oder Eigentumsdelikt strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Gleichwohl ist zu bedenken, dass nachbarschaftliche Rücksichtnahme sowohl für den Nachbarn als auch für den Tierhalter gilt.

Sonderfall: Kleingartenanlage

Die Kleingärtner sind in Ihrem Fall in einem Verein zusammengeschlossen, der nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch berechtigt ist, das Vereinsleben durch Satzung zu regeln. Die Gestaltung der Satzung ist den Vereinen selbst überlassen. Verfügt der Verein über Einrichtungen, die von den Mitgliedern gemeinsam benutzt werden, so können selbstverständlich auch Benutzungs- bzw. Hausordnungen erlassen werden, die das Zusammenleben innerhalb der Kleingartenanlage und die Rechte und Pflichten des Einzelnen regeln.

In einer solchen Gartenordnung ist es selbstverständlich erlaubt, das Füttern frei lebender Katzen bzw. das Mitbringen eigener Haustiere in die Kleingartenanlage zuzulassen, zu verbieten oder nur unter bestimmten Voraussetzungen zuzulassen. Einen durchsetzbaren Rechtsanspruch des Einzelnen auf Fütterung frei lebender Katzen gibt es nicht.

17. Ist finanzielle Unterstützung für Tierarztrechnungen möglich?

Natürlich sorgen Sie sich als Halter besonders um ihr Tier. Da ist es nachvollziehbar, dass Sie sich hilfesuchend auch an uns wenden. Nur leider können wir Ihnen als Deutscher Tierschutzbund keine Zusage machen, dass wir die Behandlungskosten übernehmen. Der Deutsche Tierschutzbund finanziert seine Arbeit zum Wohl der Tiere ausschließlich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge. Der Satzung zufolge dürfen wir keine Unterstützung für Privatpersonen für Tierarztbehandlungen geben. Eventuell sieht Ihr örtlicher Tierschutzverein eine Möglichkeit Ihnen Hilfestellung zu geben. Mit unseren Mitgliedsvereinen stehen wir zu diesen Fragen auch immer wieder in Kontakt. Ansonsten können wir Ihnen nur empfehlen, mit dem behandelnden Tierarzt eine Ratenzahlung der entstehenden Kosten zu vereinbaren.

18. Bezahlt der Deutsche Tierschutzbund private Katzen-Kastrationen?

Der Deutsche Tierschutzbund darf private Behandlungskosten leider nicht übernehmen. Er finanziert seine Arbeit zum Wohl der Tiere ausschließlich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge. Unterstützung dieser Art dürfen wir der Satzung zufolge nicht geben.

Je nach Ihren Möglichkeiten führen aber dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossene Tierschutzvereine, ohne dazu verpflichtet zu sein, immer wieder Kastrationsaktionen oder auch Aktionen durch, bei denen Katzenbesitzern eine verbilligte Kastration ihrer Tiere angeboten bzw. Beihilfen zur Kastration gegeben werden. Die Tierschutzvereine versuchen zudem immer wieder, durch entsprechende Aufklärungsarbeit in der örtlichen Presse und gemeinsame Kastrationsaktionen mit ortsansässigen Tierärzten, Katzenhalter zur Einsicht zu bewegen, diesen Eingriff bei ihren Tieren durchführen zu lassen, damit möglichst viele Tiere kastriert werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Tierfreunden daher, zunächst Kontakt zu den umliegenden Tierschutzvereinen aufzunehmen und sich zu erkundigen, inwieweit durch diese bereits Kastrationsaktionen durchgeführt werden. Die Anschriften finden Sie hier.

19. Wer übernimmt die Kosten für Kastrationen frei lebender Katzen?

Die Gemeinden sind dazu verpflichtet, sich um frei lebende Katzen zu kümmern, wenn diese eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellen. Dies gilt nicht nur, wenn ein verunglücktes Tier aufgefunden wird, dessen Besitzer unbekannt ist, sondern auch dann, wenn herrenlose Tiere an Infektionskrankheiten leiden oder wenn sie die Bevölkerung belästigen - beispielsweise wenn verelendete, kranke Katzen um Futter betteln, kleine Kinder kratzen oder in ähnlichen Situationen. Rechtlich gesehen muss derjenige, der die Behandlung eines Tieres veranlasst, auch die Tierarztkosten übernehmen.
 
Das Elend frei lebender Katzen kann nur gelindert werden, indem man sie konsequent kastrieren lässt und anschließend in ihrem gewohnten Territorium an Futterstellen weiter betreut. Der Deutsche Tierschutzbund und seine Mitgliedsvereine fordern und unterstützen daher die Kastration dieser Tiere:

Viele Tierschutzvereine finanzieren je nach ihren Möglichkeiten zusätzlich zur Kastration der Tierheimtiere auch die Kastration frei lebender Katzen - bitte informieren Sie sich bei den einzelnen Tierschutzvereinen. Der Deutsche Tierschutzbund kann aus satzungsrechtlichen Gründen privat organisierte Kastrationen grundsätzlich nicht bezuschussen. Wenn Tierfreunde jedoch mit einem Mitgliedsverein des Deutschen Tierschutzbundes eine Zusammenarbeit bei der Kastration und Weiterbetreuung von frei lebenden Katzen vereinbart haben, kann der Deutsche Tierschutzbund den ihm angeschlossenen Tierschutzverein mit einem Zuschuss zur Kastration der Tiere unterstützen. Bitte besprechen Sie die Lage vor Ort zunächst mit Ihrem örtlichen Tierschutzverein.

20. Ist ein Landwirt für die Kastration seiner Katzen verantwortlich?

Aus Sicht des Tierschutzes sind Landwirte - wie jeder andere Katzenhalter auch - im Sinne des Tierschutzgesetzes in der Verpflichtung, sich für ihre Tiere und auch deren Nachkommen verantwortlich zu fühlen. Dazu zählt die artgerechte Pflege ebenso wie die tierärztliche Versorgung im Krankheitsfall. Auch sollten sie ihre Katzen kastrieren lassen. Unkastrierte Tiere, die unbeaufsichtigt frei herumlaufen, tragen durch ihren Nachwuchs andernfalls zu dem großen Elend der zahlreichen frei lebenden Katzen bei. Landwirte, die die Kosten und den logistischen Aufwand für die Kastration einer Katze/eines Katers scheuen, können anstelle von unkastrierten Katzen bereits kastrierte Tiere aus einem Tierheim aufnehmen.

21. Warum werden frei lebende Katzen mit einer Kerbe im Ohr markiert?

Laut § 5 Tierschutzgesetz (TierSchG) darf an einem Wirbeltier „ohne Betäubung ein mit Schmerzen verbundener Eingriff nicht vorgenommen werden“. Bei Kastrationsaktionen sollten frei lebende, also keine privat gehaltenen Katzen, nach erfolgter Kastration – neben dem Transponder – auch äußerlich sichtbar gekennzeichnet werden. Eine solche max. 1 cm große Kerbe im Ohr hilft die Tiere schon aus der Ferne als kastriertes Tier von anderen noch unkastrierten Katzen zu unterscheiden (gegebenefalls mittels Fernglas).

So muss man die scheuen Tiere nicht dem enormen Stress des Einfangens und Handlings aussetzen, um fest zu stellen, ob sie kastriert oder anderweitig gekennzeichnet sind. Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen beurteilt den Sachverhalt folgendermaßen: „Sofern die Maßnahme in Vollnarkose im Rahmen der ohnehin stattfindenden Kastration erfolgt, wird diese Kennzeichnungsmethode daher als tierschutzrechtlich zulässig angesehen.“ Dem Tier entstehen bei diesem Eingriff also keine Schmerzen.                

22. Landen verschwundene Katzen im Tierversuchslabor?

Über das tatsächliche Schicksal verschwundener Katzen können nur Vermutungen angestellt werden. Auch wenn immer wieder zahlreiche Katzen bei Verkehrsunfällen ums Leben kommen oder von Jägern erschossen werden, zum Teil auch nach wochenlangem Verschwinden schließlich doch wieder zu Hause auftauchen, lassen sich die hohen Zahlen und vor allem das oftmals gleichzeitige Verschwinden anderer Katzen aus derselben Wohngegend nicht erklären.

Vermutungen, wonach die Tiere zu Versuchszwecken in Labors verkauft würden, lassen sich jedoch nicht bestätigen, zumal in Deutschland der Einsatz von Tieren in Tierversuchen per Gesetz sehr streng geregelt ist. Laut diesem Gesetz dürfen für Tierversuche z. B. nur zweckgezüchtete Katzen verwendet werden, deren Herkunft lückenlos nachweisbar ist.

Leider kann jedoch ein krimineller Handel mit gestohlenen Tieren zur Verwendung im illegalen Tierversuch nicht ausgeschlossen werden. Unklar ist außerdem, ob von kriminellen Tierfängern Tiere zu Versuchszwecken ins europäische Ausland verkauft werden. Dies ist leider kaum nachzuprüfen.

23. Wie kann ich mein Tier vor Diebstahl schützen?

Grundsätzlich sollten Sie Ihr Tier nicht vor einem Laden oder Lokal unbeaufsichtigt warten lassen. Nehmen Sie das Tier wenn möglich mit oder lassen Sie es im Zweifelsfall zu Hause.

Gerade bei Katzen wir immer wieder von Diebstählen berichtet. Wir raten dazu, dass jeder betroffene Katzenbesitzer das Verschwinden des Tieres unverzüglich bei der örtlichen Polizei meldet. So lässt sich zumindest das örtlich gehäufte Verschwinden von Katzen nachvollziehen, und Ermittlungen durch die Behörden werden möglich. Geben Sie bei Verdacht auf ein kriminelles Vorgehen von Tierfängern, diese Informationen auch an Bekannte und andere Tierfreunde weiter zu geben und machen Sie in der örtlichen Presse darauf aufmerksam, um die Bevölkerung zu Wachsamkeit anzuhalten. Auffällige Fahrzeuge, auswärtige Kennzeichen oder verdächtige Personen fallen so eher auf und können den ermittelnden Behörden gemeldet werden. Darüber hinaus soll die öffentliche Thematisierung bezwecken, dass sich die möglichen Täter beobachtet und dadurch nicht mehr sicher genug fühlen.

Eine besonders wichtige Diebstahlvorsorge ist die Kennzeichnung und Registrierung Ihres Haustiers. Nur so lässt es sich eindeutig zuordnen. Tierfängern wird der Verkauf gestohlener Tiere damit deutlich erschwert, da bewiesen werden kann, dass die Tiere jemand anderem gehören. Rechtliche Schritte werden damit möglich. Eine reine Kennzeichnung ist allerdings nutzlos. Nur über eine Registrierung beispielsweise beim Deutschen Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes kann die Kennzeichnung des Tieres mit den Daten des Halters abgeglichen werden. Mit diesem kostenlosen Service wird Ihr Tier unverwechselbar.

Durch die Einrichtung des Tierdiebstahlregisters im Deutschen Haustierregister haben wir 1999 damit begonnen, ganz gezielt Daten und Fakten über verschwundene und möglicherweise gestohlene Tiere in verschiedenen Regionen Deutschlands zentral zu sammeln und nach den tatsächlichen Ursachen zu forschen. Alle Tierbesitzer rufen wir auf, das ungeklärte Verschwinden einer Katze oder auch eines Hundes und alle möglichen verdächtigen Beobachtungen unverzüglich bei uns unter unserer 24-Stunden-Service-Rufnummer 0228-60496-35 zu melden. Unter Einbeziehung der uns angeschlossenen Tierschutzvereine vor Ort gehen selbstverständlich auch wir in begründeten Verdachtsfällen vor, schalten die zuständigen Behörden in die Untersuchung und Aufklärung dieser Fälle ein. Wir hoffen, auf diese Weise schließlich mit konkreten Beweisen gegen mögliche kriminelle Tierfänger vorgehen zu können. Diese Arbeit erfordert extra personelle und finanzielle Kapazitäten.

Um mithilfe des Deutschen Tierdiebstahlregisters zukünftig noch erfolgreicher recherchieren zu können, bittet der Deutsche Tierschutzbund daher um Unterstützung durch Spenden auf sein Spendenkonto Nr. 40 444 bei der Sparkasse KölnBonn, BLZ 370 501 98 (Stichwort: Tierdiebstahl).

24. Können Putzmittel für Heimtiere gefährlich sein?

Chemische Haushaltsreiniger sind keineswegs gesundheitlich unbedenklich. Nahezu alle Haushaltsreiniger und Desinfektionsmittel können schwere allergische Reaktionen bei Mensch und Tier hervorrufen. Es ist aber eher unwahrscheinlich, dass eine akute Vergiftung beim ordnungsgemäßen Einsatz von Putztüchern hervorgerufen wird. Sicher ist jedoch, dass Putzmittel Allergien hervorrufen kann.

Frostschutzmittel und ähnliche chemische Verbindungen führen i. d. R. zu schweren Nierenschädigungen.

Wir empfehlen grundsätzlich jedem Tierhalter mit Haushaltsdesinfektions- und Reinigungsmitteln sehr sparsam umzugehen. Nach dem Einsatz von Haushaltsreinigern sollte man den Boden und alle Gegenstände, mit denen das Haustier in Berührung kommen kann, immer mit klarem Wasser nachspülen.

25. Wie sind Rodeo-Veranstaltungen zu bewerten?

Wenn Pferde durch einschnürende Flankengurte wild gemacht werden oder sogar Bullenritte vorgeführt werden, ist dies aus unserer Sicht eindeutig ein Fall, der gegen das Tierschutzgesetz verstößt.

26. Warum sieht man in Deutschland immer noch kupierte Hunde?

Dass trotz des in Deutschland bestehenden Kupierverbotes immer noch kupierte Hunde angeboten bzw. in Deutschland gehalten werden, liegt zum einen daran, dass es Ausnahmen vom Verbot gibt. So darf bei Hunden, die zur Jagd eingesetzt werden, die Rute kupiert werden. Auch Tiere, bei denen der Tierarzt es aus gesundheitlichen Gründen für erforderlich gehalten hat, dürfen kupiert werden. Zum anderen liegt es an dem so genannten Kupiertourismus: In benachbarten Ländern ist das Kupieren noch nicht verboten, so dass verantwortungslose Züchter und skrupellose Hundehalter ihre Welpen im Ausland kupieren lassen und anschließend wieder einführen. Der Züchter bzw. der Hundebesitzer kann laut Rechtsprechung in solchen Fällen nur dann belangt werden, wenn bei den wieder eingeführten Welpen der Wundschmerz noch anhält. Falls das Kupieren im Inland vorgenommen wurde, ist dies ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und ist der zuständigen Behörde des Veterinäramtes zu melden. Weitere Informationen

29. Wie entferne ich Zecken?

Durch Zeckenbefall können gefährliche Krankheiten (Borreliose, Babesiose, in südlichen Ländern Ehrlichiose) auf Hunde übertragen werden.  Der Hundehalter sollte sich deshalb bei seinem Tierarzt über die Möglichkeiten der Prophylaxe informieren und seinen Hund vom Frühjahr bis in den Spätherbst ausreichend gegen Zecken schützen. Auch sollte man seinen Hund nach jedem Spaziergang bzw. nach dem Aufenthalt im Freien auf Zecken untersuchen. Hierzu eignet sich ein Flohkamm oder ein helles Tuch, mit dem man über das Fell des Vierbeiners streicht.

Sollte sich einmal trotz vorbeugender Maßnahmen eine Zecke in der Haut eines Hundes festgesetzt haben, wird diese vorsichtig mit Daumen und Zeigefinger bzw. mit Hilfe einer im Zoofachhandel erhältlichen Zeckenzange entfernt. Dazu setzt man so nah wie möglich an der Haut des Hundes an und zieht die Zecke (ggf. mit einer leichten Drehung) heraus. Wichtig ist, dass man die Zecke nicht zerdrückt, damit der Speichel der Zecke nicht in die Blutbahn abgegeben wird und ggf. damit die von Zecken übertragenden Krankheitserreger auf den Hund übergehen. Auch sollte man darauf achten, dass der Zeckenkopf mit entfernt wird, damit sich die Bissstelle nicht entzündet.

Angemerkt sei, dass keinesfalls Öl oder Alkohol auf die fest sitzende Zecke geträufelt werden sollte. Leider gilt dieser "Tipp" immer noch als bewährtes Hausmittel. Eine derartige Maßnahme setzt den Parasiten unter Stress und das Tier lehrt den gesamten Darminhalt in die Blutbahn seines Wirtes, so dass erst recht die Gefahr einer Übertragung von eventuell vorhandenen Krankheitserregern besteht.

30. Sollte ich meine Heimtiere vor Parasiten schützen?

Ja, es ist sehr wichtig, Hunde, Katzen und Kaninchen vor Zecken und Flöhen zu schützen. Diese Parasiten sind nicht nur lästig. Sie können unter Umständen auch gefährliche Krankheiten übertragen.

31. Sollte ich meine/n Katze/Kater kastrieren lassen?

Aus der Sicht des Deutschen Tierschutzbundes ist es sehr wichtig, die unkontrollierte Vermehrung von Katzen zu verhindern. Dabei ist die Kastration (die Entfernung der Keimdrüsen) das Mittel der Wahl. Die Tiermedizin spricht sich eindeutig für die Kastration anstelle der Sterilisation (Durchtrennen der Eileiter/Samenstränge) aus. Es sind keine negativen Konsequenzen für die Gesundheit, das Verhalten und das Wohlbefinden der Tiere bekannt, die durch die Kastration entstehen könnten.

Eine wichtige Folge der Kastration ist nicht nur die Unfruchtbarmachung, sondern auch, eine sexuelle Ruhigstellung im positiven Sinne. Die Kastration birgt den Vorteil, dass der Fortpflanzungsdrang und das daraus resultierende Fortpflanzungsverhalten  bei Katzen und Katern nahezu ganz wegfällt, was bei der Sterilisation nicht der Fall ist. Streitigkeiten und daraus resultierende Verletzungen bei den Tieren werden dadurch vermieden. Grundsätzlich stellt der Straßenverkehr eine relativ große Gefahr für Katzen dar. In der Zeit, in der Katzen auf der Suche nach Geschlechtspartnern sind (erkennbar am Auftreten von  Rolligkeitssymptomen beim weiblichen Tier; Herumstreunen und z.T. sehr weites Abwandern aus dem Heimatrevier beim männlichen Tier), steigt die Gefahr für das Tier im Straßenverkehr zu verunglücken an.

32. Tipps für den Umzug mit Heimtieren

Haustiere sind sehr sensibel. Daher muss jeder Ortwechsel sehr gut vorbereitet werden. Ein Umzug sollte sowohl für den vierbeinigen Freund angenehm und auch für die Tierbesitzer möglichst stressfrei gestaltet werden. Nachfolgend daher einige Tipps:

33. Wir müssen unser Tier abgeben. Können Sie uns einen guten Platz vermitteln?

Leider können wir bei der Vermittlung von Tieren aus Privathand in der Regel nicht behilflich sein. Sicherlich ist es der beste Weg, ein Tier von der gewohnten Umgebung zu Hause aus in verantwortungsvolle neue Hände zu vermitteln. Zu diesem Zweck können Sie beispielsweise in Geschäften, in Tierarztpraxen oder in einem Tierheim einen Aushang (mit Foto) anbringen. So haben Sie die Möglichkeit, sich vom guten Verbleib des Tieres zu überzeugen. Die Kontaktdaten der Tierheime finden Sie hier: www.tierschutzbund.de/suche-tierheime.html