Artenschutz

Verletztes Wildtier gefunden - was tun?

Haben Sie den Verdacht, dass ein gefundenes Tier krank oder verletzt ist, sollten Sie das Tier zunächst aus sicherer Entfernung beobachten - es sei denn Sie erkennen, dass akute Gefahr im Verzug ist. Nicht immer braucht ein Tier die Hilfe der Menschen. Nur verwaiste Jungtiere, verletzte oder kranke Tiere sind wirklich hilfsbedürftig.

Sind Sie in die Situation geraten, rasch Hilfe für verwaiste Wildtiere finden zu müssen, empfiehlt es sich, zunächst Kontakt zum örtlichen Tierschutzverein aufzunehmen. Auch wenn dieser selber keine Aufnahmemöglichkeit haben sollte, können die Mitarbeiter doch meist gute Pflegeadressen in der Nähe vermitteln. Darüber hinaus kann auch die örtliche Naturschutzbehörde mit geeigneten Adressen weiterhelfen.

Dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) zufolge ist es generell verboten, Tiere der besonders geschützten Arten – dazu zählen beispielsweise Vögel, Igel oder Eichhörnchen - der Natur zu entnehmen. Paragraph 45 (5) BNatSchG zufolge ist es allerdings zulässig, kranke oder verletzte Tiere vorübergehend aufzunehmen um sie gesund zu pflegen. Die Tiere sind unverzüglich wieder in die Freiheit zu entlassen, sobald sie sich dort selbständig erhalten können. Im Übrigen sind sie an die zuständige Untere Naturschutzbehörde abzugeben. Handelt es sich um Tiere der streng geschützten Arten, ist die Aufnahme des Tieres unverzüglich der Unteren Naturschutzbehörde zu melden. Informationen zum Schutzstatus stehen auf der Website www.wisia.de.

Nicht nur der Fund einer streng geschützten Wildtierart muss gemeldet werden. Wenn Sie ein verletztes oder verlassenes Wildschwein, einen Fuchs, einen Hasen, ein Reh oder ein anderes dem Jagdrecht unterliegendes Tier finden, müssen Sie die Jagdbehörde oder den zuständigen Jagdpächter verständigen.

Ein Wildtier wurde angefahren - was tun?

Ein Wildtier, etwa ein Fuchs oder ein Reh, das angefahren wurde, darf auf keinen Fall unversorgt am Straßenrand zurückgelassen werden. Wildtiere sind in den allermeisten Fällen allerdings so schwer verletzt, dass sie an ihren Verletzungen sterben oder getötet werden müssen.

Es besteht die gesetzliche Verpflichtung, bei einem Wildschaden noch vor Ort die Polizei zu informieren. Aber auch eine Person, die den Unfall nicht selbst verursacht hat, sollte nicht wegschauen, sondern handeln.

Die wichtigsten Schritte:

  • Ruhe bewahren! Panik hilft dem Tier nicht.
  • Unfallstelle absichern, damit kein anderes Fahrzeug in die Unfallstelle hineinfährt (Warndreieck, Warnblinker, Warnweste)
  • Anruf bei der Polizei oder Feuerwehr:  Angaben zur Unfallstelle. Wichtig: Verlassen Sie die Unfallstelle nicht bis die Rettungskräfte oder der Jagdausübungsberechtigte tatsächlich eingetroffen sind und teilen Sie dies den Rettungskräften bei Ihrem ersten Anruf gleich mit. Damit schließen Sie aus, dass das Tier womöglich stundenlang an der Unfallstelle liegen bleibt. Sollte auch nach einer halben Stunde noch Niemand am Unfallort eingetroffen sein, rufen Sie erneut bei den Rettungskräften an. Stellen Sie sicher, dass wirklich jemand in angemessener Zeit an der Unfallstelle eintrifft.
  • Bei verletzten Füchsen oder Rehen: Halten Sie Abstand zu den Tieren, bis professionelle Hilfe eintrifft. Verletzte Füchse oder Rehe können sehr wehrhaft und unberechenbar sein und den Finder ggf. gefährden.

Marder stören auf dem Dachboden oder am Auto

Steinmarder, siedeln sich zunehmend häufiger in bewohnten Gebieten an. Dies zeigt, dass die Lebensbedingungen für diese Tiere dort offenbar besonders günstig sind, und als wichtiger Bestandteil des Ökosystems haben sie hier auch eine ökologische Bedeutung.
 
Davon abgesehen, dass das Einfangen und Aussetzen für die Tiere mit großem Stress verbunden wäre, muss auch immer damit gerechnet werden, dass nach der Entfernung eines Tieres Marder aus anderen Bereichen einwandern und den offenbar günstigen Lebensraum wieder besetzen.
 
Sinnvoller ist es daher, die Bedingungen so zu verändern, dass der Marder sich dort, wo er Sie stört, nicht mehr wohl fühlt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Marder aus dem Haus zu vertreiben. Beispielsweise werden verschiedene Gerüche, Geräusche oder auch die häufige Anwesenheit des Menschen von Mardern auf Dauer nicht toleriert. So kann ein mehrmals am Tag laut rasselnder Wecker oder auch ein Radio, welches in unregelmäßigen Zeitabständen den Dachboden beschallt, einen Marder zum Auszug bewegen. Vor allem das täglich mehrfache Betreten des Dachbodens durch den Menschen und energisches Klopfen an die Dachverschalungen wirkt irritierend auf den Marder und lässt ihn nach anderen Unterkünften suchen. Als wirkungsvoll hat sich auch erwiesen einen Bewegungsmelder mit einer defekten Leuchtstofflampe auf dem Dachboden zu installieren, die immer dann geflackert hat, wenn der Marder kam.

Wir hoffen, dass Sie mit Hilfe dieser Tricks die Marder auf tierschutzgerechte Weise zu einem Umzug bewegen können. Grundsätzlich müssen wir Menschen aber auch versuchen, die Bedürfnisse der Tiere, deren natürliche Lebensräume wir immer weiter einschränken und zerstören, zu berücksichtigen und soweit als möglich ein Zusammenleben zu tolerieren.

Kann ich Marder von meinem Auto fernhalten?

Um Marder aus dem Motorraum von Autos fernzuhalten, werden im Fachhandel verschiedene Abschreckmittel angeboten, die jedoch nicht immer die gewünschte Wirksamkeit zeigen. Als einfacher Trick kann ein ca. 1 qm großes Stück Maschendraht lose auf den Boden unter den Motorraum des geparkten Autos gelegt werden. Da Steinmarder sehr vorsichtig sind und Dinge, die sie nicht kennen, eher meiden, führt dies in der Regel dazu, dass der Marder von diesem Auto fern bleibt.