Kosmetik

Puder und Lidschatten mit einem Pinsel.

Tierversuche

Shampoo, Duschgel, Deo und Handseife – tagtäglich benutzen wir die verschiedensten Kosmetikprodukte. Die Entwicklung und Herstellung von Kosmetika kommt jedoch selten ohne Tierleid aus. Zwar gelten inzwischen in Europa umfassende Tierversuchsverbote für Kosmetik. Die Tierversuchsverbote gelten generell aber nur für neue Produkte und Inhaltsstoffe. Die „alten“ dürfen leider weiterhin uneingeschränkt verkauft werden, so dass nach wie vor Produkte in den Verkaufsregalen zu finden sind, für die Tierversuche durchgeführt wurden.

Kosmetikhersteller dürfen zudem auch zukünftig Inhaltsstoffe in Kosmetika  verwenden, die auch in anderen Produkten wie Reinigungsmitteln, Wandfarben oder Medikamenten eingesetzt werden. Weil für diese anderen Produkte aber noch Tierversuche zur Sicherheitsprüfung vorgeschrieben sind, kann es also über Umwege dazu kommen, dass in Tierversuchen getestete Chemikalien in Kosmetika zum Einsatz kommen. 

Daher ist mit einem Ende der Tierversuche erst dann zu rechnen, wenn für alle Bereiche der Stoffprüfung tierversuchsfreie Teststrategien zugelassen sind. Wer sicher gehen will, nutzt unsere Kosmetik-Positivliste. Die dort gelisteten Hersteller verwenden nur Inhaltsstoffe, die seit 1979 nicht mehr im Tierversuch getestet wurden.

Vegane Kosmetik

Für tierische Inhaltsstoffe in Kosmetika müssen Tiere sogar ihr Leben lassen: Kollagen für straffe Haut? Ein tierisches Protein, das aus dem Bindegewebe geschlachteter Tiere gewonnen wird und der Hauptbestandteil von Gelatine ist. Keratin für starkes Haar? Auch ein Protein, aus dem Haare und Fingernägel aufgebaut sind und das aus Hufen, Hörnern oder Federn von Tieren bezogen wird. Karmin für rote Lippen? Der Farbstoff – auch E120 genannt – stammt von weiblichen Schildläusen, die für die Herstellung gekocht und zerdrückt werden.

Die tierschutzfreundliche Alternative ist vegane Kosmetik, die mit pflanzlichen oder synthetisch hergestellten Inhaltsstoffen auskommt.

Einfluss auf Wasser und Umwelt

In unzähligen Kosmetikprodukten sind umweltrelevante Stoffe enthalten. Das sogenannte Mikroplastik findet sich in fast allen konventionellen Kosmetika von der Handseife über die Bodylotion bis hin zu Haarprodukten. Denn nicht nur winzige Plastikkügelchen, wie sie in Peeling-Produkten verwendet werden, sind problematisch. Ihre noch kleineren Verwandten sorgen auch in anderen Produkten für die richtige Konsistenz oder den nötigen Glanz auf Haut und Haar.

Beim Duschen und Haarewaschen gelangen die Kunststoffe in unseren Wasserkreislauf. Weil sie so klein sind, können sie in den Aufbereitungsanlagen kaum herausgefiltert werden. So erreichen sie schließlich die Meere und ihre Bewohner. Die Meerestiere nehmen das Plastik unfreiwillig auf und erkranken oder sterben an den angereicherten Kunststoffen in ihrem Körper. Und weil Kunststoff ein sehr beständiges Material ist, das nicht schnell abgebaut wird, belastet es Wasser und Tiere über Hunderte von Jahren. Naturkosmetik, die ohne künstliche Inhaltsstoffe auskommt, ist deswegen die tier- und umweltschutzfreundlichere Alternative.

Das können Sie tun

  • Unterstützen Sie Hersteller, die keine Tierversuche durchführen – schauen Sie dafür auf unsere Positivliste
  • Kaufen Sie vegane Kosmetik ohne tierische Inhaltsstoffe – häufig sind die Produkte als vegan gekennzeichnet
  • Achten Sie darauf, keine Kosmetik mit Mikroplastik zu kaufen – die Kunststoffe erkennen sie in den Inhaltsstoffen zum Beispiel an folgenden Bezeichnungen: Polyethylen, Polypropylen, Polyamid, Polyquaternium, Polyethylenterephtalat, Nylon-12, Acrylates Copolymer, Acrylates Crosspolymer