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Pressemeldung September 2010

 
 

22.09.10


Weltreiterspiele: Missbrauch der Pferde als Sportgeräte

Vom 25. September bis 10. Oktober 2010 finden in Kentucky, USA, die Weltreiterspiele statt. Auch deutsche Reiter sind bereits mit ihren Pferden in den USA und werden an verschiedenen Disziplinen teilnehmen. Während die Veranstaltung für Reiter einen Höhepunkt des Jahres darstellt, ist sie für viele Pferde mit extremen Belastungen und Überforderung verbunden. Der Deutsche Tierschutzbund mahnt Veranstalter und Reiter zur Rücksicht gegenüber den Pferden. Besonders bei der Disziplin „Distanzreiten" steht der Medaillenehrgeiz oft über dem Wohl der Tiere: Bei den letzten Spielen in Aachen 2006 starb ein Pferd nach einem dieser Rennen an Überlastung.
 
Weltreiterspiele bedeuten Medaillen, Erfolgsdruck, Hochleistungsport. Die Anforderungen an die Pferde werden dabei immer extremer. Überforderungen werden in Kauf genommen und Schmerzsignale ignoriert. Denn anders als etwa Hunde können Pferde ihre Schmerzen nicht durch Lautäußerungen ausdrücken. Darüber hinaus haben Pferde bei den Wettbewerben durch die eingesetzten Hilfsmittel keine Möglichkeit, sich zu wehren oder zu entziehen. „Es wäre angebracht bei solchen Turnieren nicht nur auf erbrachte Leistung zu achten, sondern auch auf Abwehr- und Schmerzverhalten, wie z. B. Ohren anlegen, Zähneknirschen, Schweifschlagen und gespannte Tritte", so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Auch reiterliche Einwirkungen, wie z.B. das Herunterziehen des Kopfes oder der wiederholte Einsatz der Sporen seien aus Tierschutzsicht inakzeptabel. „Die fließende Entwicklung vom Sport zur Quälerei ist beunruhigend. Das stille Leiden der Pferde ist entsetzlich. Da muss etwas passieren", mahnt Apel weiter.
 
Tierqual Distanzreiten: „Marathon zu Pferd"
 
Bei dieser Disziplin im Rahmen der Spiele in den USA geht es darum eine längere Distanz zu Pferd möglichst schnell zu überwinden. Die Distanz beträgt ca. 160 km. Pferde müssen gut trainiert sein, um durchhalten zu können. Auf der Strecke sind nur kurze Gesundheitschecks vorgeschrieben. Hier werden Pferde immer wieder herausgenommen, die den „Marathon" nicht durchhalten können. Viele Knochenbrüche im Distanzsport resultieren aus der Überforderung der Tiere. Apel betont abschließend: „Pferde sind keine Sportgeräte, sondern lebende und fühlende Tiere. Beim Marathon hat der Läufer nur Verantwortung für sich selbst. Beim Reitsport trägt der Reiter Verantwortung für sich und für das Pferd. Das wird immer häufiger vergessen."

 
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