Naturhaarpinsel

Pinsel - © Kenneth Brockmann / pixelio.de
© Kenneth Brockmann / pixelio.de

Heutzutage werden synthetische Borsten und Haare für die Herstellung von Pinseln und Bürsten produziert, die in ihren Eigenschaften und ihrer Qualität den Materialien tierischer Herkunft gleichwertig oder sogar überlegen sind. Trotzdem finden Naturhaare noch eine weite Verbreitung in der Pinsel-, Bürsten- und Besenproduktion.

Neben Pinseln für den künstlerischen, schulischen oder Malerbedarf, sind oft auch Kosmetikpinsel wie unter anderem Rasier-, Rouge- und Lippenpinsel tierischer Herkunft. Sie werden aus den Haaren oder Borsten verschiedener Tierarten hergestellt: Haare von Wildtieren wie Iltis, Wiesel, Dachs, Bär oder vom Schweif des Eichhörnchens, Mähnen- und Schweifhaare vom Pferd, Haare vom Ohrrand oder -schweif des Rindes, Borsten von der Rückenpartie des Schweins oder Wildschweins.

Das Rohmaterial wird von Kürschnereien, sofern es sich um Fell- und Pelzstücke handelt, von Schlachthöfen, beispielsweise Rinderohrenränder, aber hauptsächlich von Lieferanten ausländischer Tierhaare bezogen. Diese stammen vor allem aus dem asiatischen Raum, in erster Linie aus China, Russland, der Mongolei und Korea, aber auch aus dem nordamerikanischen Raum.

Material stammt vielfach aus Asien

Gerade weil Naturhaarpinsel überwiegend aus dem asiatischen Raum nach Europa und Deutschland eingeführt werden, bleibt grundsätzlich die Frage offen, unter welchen Bedingungen die Tiere ihrer Haare beraubt werden. Wildlebende Tiere werden gejagt oder durch Schlingen und Fallen getötet. Ob sie auch - wie Pelztiere - in Gefangenschaft industriell gehalten werden, ist uns nicht bekannt. Man kann aber prinzipiell davon ausgehen, dass die Tierschutzstandards nicht mit denen in Deutschland vergleichbar sind. Dies gilt auch für die Haltung und Tötung domestizierter Tiere wie zum Beispiel der Schweine, Rinder und Pferde außerhalb der EU. Hier ist Vorsicht immer geboten.

Insgesamt bleibt die Tierschutzrelevanz, die mit der Gewinnung von Naturhaarpinseln verbunden ist, der Öffentlichkeit weitgehend verborgen. Besonders brutal sind die Fangeisen und Schlingen von Fallenstellern, in die vor allem kleinere wildlebende Säugetiere wie Wiesel, Iltis oder Dachs geraten. Sie führen zu Knochenbrüchen, Fleischwunden und ausgerenkten Gelenken. Da diese Fallen oftmals nicht unmittelbar die von ihnen gefangenen Tiere töten, ist der Tod der Tiere besonders qualvoll und zieht sich über viele Stunden hin.

Schlachtnebenprodukte

Kritisch betrachtet werden muss leider auch die Nutzung der so genannten Schlachtnebenprodukte wie etwa die Haare vom Ohrrand der Rinder. Solange in Deutschland Fleisch konsumiert und Häute und Felle bei der Schlachtung anfallen, ist es aus der Sicht des Deutschen Tierschutzbundes besser diese zu nutzen als wegzuwerfen. Dabei ist aber zu bedenken, dass die Fleischproduktion durch die Massentierhaltung geprägt ist und die Tiere unter völlig unzureichenden Bedingungen ihr Dasein fristen. Der Deutsche Tierschutzbund kämpft für eine tiergerechte und schonende Behandlung der Tiere von der Geburt bis zur Schlachtung und hat aus diesem Grunde die Initiative NEULAND mitgegründet, die eine tier- und umweltgerechte Landwirtschaft gewährleistet.

Wer Tierleid nicht fördern will, der verwendet synthetisch hergestellte Pinsel. Dabei handelt es sich um qualitativ hochwertige Pinsel für unterschiedliche Ansprüche, die nicht nur eine hervorragende, da tierschutzgerechte Alternative zu den Naturhaarpinseln darstellen, sie sind zudem häufig auch deutlich günstiger im Einkauf. Es gibt somit keinen vernünftigen Grund diese nicht zu nutzen.