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Affenleid bei "Unser Charly"

Erfolg für den Tierschutz: Serie soll abgesetzt werden

 
 


Schimpansenjunge werden ihren Müttern weggenommen, um für die TV-Serie trainiert zu werden. © Ernst Rose/pixelio

Seit Jahren fordert der Deutsche Tierschutzbund die ZDF-Serie "Unser Charly" zu stoppen, bei der seit fast 15 Jahren die Titelfigur Charly, ein Schimpanse, in menschlicher Kleidung und mit vermenschlichtem Verhalten dargestellt wird. Jetzt hatten wir mit unserer Beharrlichkeit Erfolg: Nach aktuellen Medienberichten will das ZDF die Serie nach der 16. Staffel, die im Herbst ausgestrahlt werden soll, endlich absetzen.
 
Hintergrund unserer Kritik war die Dressur und Haltung der Schimpansen: Die Tiere werden im Alter von ein bis zwei Jahren ihren Müttern weggenommen, um für die Serie dressiert zu werden, obwohl sie normalerweise mehrere Jahre bei ihrer Mutter bleiben. Mittlerweile teilen dieses Schicksal elf Affen, denn die Tiere können nur zwei bis drei Jahre beim Dreh eingesetzt werden. Mit sechs Jahren sind sie so stark, unberechenbar und zum Teil aggressiv, dass Menschen nicht mehr mit ihnen arbeiten können.
 
Danach wartet auf die Tiere ein Leben in Gefangenschaft - für womöglich weitere 50 Jahre. Durch die frühe Trennung von Artegenossen sind sie nicht ausreichend sozialisiert und eine Eingliederung in eine Schimpansengruppe ist äußerst schwierig. Die Schimpansen landen in einer amerikanischen Auffangstation, wo sie angeblich weitervermittelt werden - doch das ZDF prüft dies nicht weiter nach.
 
 

Aktuelle Studie beweist irreführende Darstellung

Neben den zahlreichen Tierschutzproblemen hat der Deutsche Tierschutzbund auch immer wieder auf den verfehlten Bildungsauftrag des Senders hingewiesen. Denn eine Vermenschlichung der Tiere ruft gerade bei Kindern ein völlig falsches Tierbild hervor.
 
Eine neue Studie der Freien Universität Berlin zeigt, dass diese Kritik berechtigt ist: Demnach hielten Kinder, die sich die Serie angesehen hatten, Schimpansen für liebe Haustiere, die gerne Menschenkleidung anziehen und mit Menschen zusammen leben. Eine Forschungsgruppe des Instituts für Biologie, Humanbiologie und Anthropologie an der Freien Universität Berlin hatte unter Leitung von Professor Carsten Niemitz untersucht, wie „Unser Charly" die Wahrnehmung von Grundschulkindern beeinflusst.

 
  Mehr zu diesem Thema:
Tiere im Zoo
Tiere im Zirkus
 
Pressemeldung
Irreführung von Kindern durch „Unser Charly“ (09.06.10)
 
 

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