Tierschutzzentrum Sylt

Schafe

Tag für Tag gehen in Deutschland der Natur ca. 130 ha freie Fläche zugunsten von Verkehrs- und Siedlungsflächen verloren. Täglich sterben weltweit mehrere Arten aus. Wer Natur für die Zukunft schützen will, muss mit ihr schonend, also nachhaltig umgehen. Als bundesweit anerkannte Tier- und Naturschutzorganisation setzt der Deutsche Tierschutzbund mit seinem Artenschutzzentrum auf Sylt ein Zeichen. Durch den Schutz der zehn Hektar großen unbebauten Grünlandfläche erhalten und entwickeln wir wichtige Lebensräume und Rückzugsmöglichkeiten für Tier- und Pflanzenarten auf der Insel.

In den letzten Jahren wurden strukturreiche, naturnahe Teiche und Tümpel angelegt. Sie bieten heute einer Vielzahl von wasserlebenden Insekten und Amphibien einen wertvollen Lebensraum. Andere Bereiche werden von verschiedenen Vogel- und Kleinsäugerarten als ungestörte Brut- bzw. Aufzuchtplätze genutzt.

Gleichzeitig werden diese Flächen mit einer vom Aussterben bedrohten Schafrasse beweidet. Von dieser traditionellen Bewirtschaftungsform profitieren insbesondere bedrohte Tier- und Pflanzenarten.

Als Schafsrasse setzt der Deutsche Tierschutzbund das Coburger Fuchsschaf ein. Die auch als „Goldfüchse“ bezeichnete Rasse ist in Ihrem Bestand bedroht. Die genügsamen Tiere passen sich leicht an das raue Küstenklima an und eignen sich sehr gut für die Landschaftspflege. Sie fressen selbst Brennnesseln.

Erste Hilfe für Meeresbewohner

Im Tier-, Natur- und Artenschutzzentrum Sylt des Deutschen Tierschutzbundes wird seit mehr als 15 Jahren praktischer Tierschutz betrieben.

Ein Seevogel wird vom Öl befreit.

Beispielsweise haben wir uns tatkräftig zum Schutz der Tiere eingesetzt, als 1998 der brennende Holzfrachter „Pallas“ in der Nähe vor Amrum auf Grund lief und Seevögel durch das ausgelaufene Öl in Mitleidenschaft gezogen wurden. Einigen Hundert dieser Tiere konnten wir in der Sylter Notfallstation helfen. Die Experten in der behördlich anerkannten, wissenschaftlich geleiteten Seevogelrettungsstation des Deutschen Tierschutzbundes in Weidefeld/Kappeln befreiten sie vom Öl und bereiteten sie behutsam auf die Wiederauswilderung vor.

Niemand kann ausschließen, dass sich derartige Katastrophen vor unserer Küste wiederholen oder Tiere aus anderen Gründen Hilfe benötigen. Aus diesem Grund haben wir in das Artenschutzzentrum auch eine neue zentrale Erstaufnahmestation für in Not geratene Seevögel integriert.

Eine der Hauptaufgaben der Station liegt in der raschen tierärztlichen Erstversorgung verölter oder verletzter Tiere. Im Notfall  können 60 Vögel gleichzeitig aufgenommen werden. Wenn die Tiere stabilisiert sind, werden sie in die Seevogelrettungsstation nach Weidefeld/Kappeln zur weiteren Behandlung transportiert oder wieder ausgewildert.

Tier-, Natur- und Artenschutz hautnah erleben

Für Besucherinnen und Besucher bieten sich viele Gelegenheiten, vor Ort mehr über Tier- Natur- und Artenschutz zu erfahren. Auf vielen Informationstafeln werden die wichtigen Tier- und Pflanzenarten beschrieben.

Besuchen Sie das Zentrum in Keitum auf Sylt:

Tier-, Natur- und Artenschutzzentrum Sylt
Keitumer Landstraße 106
25980 Sylt