Straßentiere

Hilfe zur Selbsthilfe

Straßenhund

Die hohe Anzahl von Straßenhunden und -katzen ist in vielen südlichen und östlichen Ländern Europas ein großes Problem. Die örtlichen Behörden reagieren darauf, indem sie tausende gesunde Tiere töten. Diese Maßnahme ist nicht nur äußerst grausam, sondern auch sinnlos, denn die Anzahl der Straßentiere verringert sich dadurch nicht. Einerseits kommen in den Haushalten immer wieder neue Welpen zur Welt, die nicht selten ausgesetzt werden. Auf der anderen Seite steigt auch die Überlebenschance der Welpen, die auf der Straße zur Welt kommen. Denn diesen Tieren steht durch das Wegfangen bzw. Töten anderer Tiere mehr Futter zur Verfügung und sie besetzen die dadurch frei gewordenen Plätze.

Um diese Überpopulation und das damit verbundene Elend der Straßentiere dauerhaft zu vermindern, sind tiergerechte Lösungen notwendig: So können Hunde und Katzen gebietsweise eingefangen und in einem Tierschutzzentrum medizinisch versorgt, geimpft, kastriert, gekennzeichnet und anschließend an ihrem angestammten Platz wieder freigelassen werden.

Fußball-WM 2018 in Russland

Im Vorfeld der 2018 in Russland stattfindenden Fußball-Weltmeisterschaft haben wir den Deutschen Botschafter der Russischen Föderation Rüdiger von Fritsch, den Leiter der Föderalen Agentur für veterinärrechtliche und phytosanitäre Überwachung Sergej Dankwert und den Interimspräsidenten der FIFA Issa Hayatou eindringlich gebeten, sich für einen tierschutzgerechten und nachhaltigen Umgang mit den Straßentieren des Landes einzusetzen.

Die Fußball-WM wird große infrastrukturelle Veränderungen mit sich bringen und viele Besucher aus aller Welt anlocken. Deshalb gilt es, auch an die Tiere zu denken und frühzeitig ein tierschutzgerechtes Konzept zu entwerfen - wie wir es bereits in Odessa und Kiew in der Ukraine umsetzen. Dafür haben wir unsere Unterstützung angeboten und die Deutsche Botschaft hat bereits angekündigt, die entsprechenden Stellen in Russland auf die Problematik aufmerksam zu machen.

EU-Parlament für tierschutzkonforme Maßnahmen

Um der Tötung frei lebender Hunde in süd- und osteuropäischen Ländern ein Ende zu setzen, hatten wir bereits 2011 zusammen mit der Eurogroup for Animals das Europäische Parlament um Unterstützung gebeten. Die Mehrheit der Abgeordneten hatte im Oktober 2011 einer Erklärung zur tierschutzkonformen Kontrolle der Hundepopulation in der Europäischen Union zugestimmt. Mit dieser werden EU-Kommission und die Mitgliederstaaten aufgefordert, entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Lokale Zusammenarbeit

Leider haben wir nicht genügend finanzielle Mittel, um allen Tieren im Ausland zu helfen. Neben eigenen Projekten in der Ukraine fördern wir deshalb gezielt Projekte in Süd- und Osteuropa, die nach dem Prinzip "Hilfe zur Selbsthilfe" funktionieren. Wir unterstützen Maßnahmen und Einrichtungen, die langfristig geeignet sind, die Anzahl der Straßentiere im Land selbst zu verringern.

Dabei arbeiten wir mit lokalen Tierschutzvereinen, Behörden und Tierärzten zusammen, leisten Aufklärungsarbeit bei der einheimischen Bevölkerung und den Touristen zu artgerechter Tierhaltung und dem Sinn der Kastrationsprojekte. Auch wenn wir nur einzelne Projekte intensiv unterstützen können, geben wir gerne unsere Erfahrungen weiter.