Tiertransporte

Qualvolle Tiertransporte quer durch Europa

Rind liegt am Boden in einem Transporter. © Animals' Angels
© Animals' Angels

Schweine dürfen 24 Stunden am Stück bei Temperaturen zwischen 0 und 35° Celsius transportiert werden. Dabei hat jedes Tier gerade einen halben Quadratmeter Platz. Praktisch heißt das: Ein 100 Kilo Mastschwein hat kaum eine Möglichkeit, sich hinzulegen. Rinder dürfen noch länger transportiert werden. Erst nach 29 Stunden müssen sie abgeladen werden. Danach können sie wieder 29 Stunden lang weitertransportiert werden. In dem Turnus kann es dann unbegrenzt oft weitergehen.

Häufig werden Rinder in doppelstöckigen Fahrzeugen gefahren, deren Decke so niedrig ist, dass sie mit Kopf und Rücken anstoßen und sich verletzen. 14 Tage alte Kälbchen dürfen neun Stunden am Stück durch die Gegend gefahren werden. Eine Versorgung mit Milch ist auf den Transportern nicht möglich. Jetzt im Sommer sind die Transportbedingungen besonders schlimm, vor allem beim Transport in südliche, südöstliche oder nordafrikanische Länder.

Die Wartezeiten an den EU-Außengrenzen, wie z. B. der bulgarisch-türkischen Grenze sind oft viel zu lang. Manchmal vergehen Tage, bis die Fahrt weiter geht. Die Tiere können in dieser Zeit nicht abgeladen werden, obwohl die Hitze in den LKW auf mehr als 50°C ansteigen kann. Immer wieder kommt es vor, dass die Tiere keine frische Einstreu erhalten, nicht getränkt und nicht gefüttert werden.

Stoppt Tiertransporte!

Schweine in einem Transporter. © Jens Wolters
© Jens Wolters

Viele der derzeit durchgeführten Tiertransporte sind die pure Tierquälerei und wahre Höllenfahrten. Die Probleme durch zu lange Transportstrecken, zu hohe Ladedichte und unzureichende Temperaturregelungen sind seit langem bekannt. Trotzdem werden die Transportstrecken immer länger und die Zahl der transportierten Tiere steigt an. Wir vom Deutschen Tierschutzbund setzen uns deshalb mit allem Nachdruck für den Schutz der Tiere beim Transport ein. Wir kämpfen dafür, Tiertransporte auf ein absolutes Mindestmaß zu beschränken. Die bestehenden Verordnungen zum Transport müssen eingehalte und zum Wohl der Tiere verschärft werden. Das gilt auch für Tiere, die in Nicht-EU-Länder wie die Türkei gefahren werden. Denn wenn für den Export von Zuchttieren Subventionen gezahlt werden, muss auch sichergestellt sein, dass die Tiere gesund an ihr Ziel kommen!

Der Deutsche Tierschutzbund fordert bereits seit Jahren eine definitive zeitliche Begrenzung von Tiertransporten und unterstützte daher die Petition "8hours", initiiert von dem Europaabgeordneten Dan Jørgensen (DK) und dem Verein Animals' Angels. Mehr als eine Millionen Unterschriften sind bei dieser europaweiten Kampagne gegen qualvolle Tiertransporte zusammengekommen, davon über 350.000 aus Deutschland. Damit wurde das angestrebte Ziel erreicht, um die Forderung nach einer maximalen Transportdauer von acht Stunden zu stärken. Die Unterschriften wurden im Juni 2012 dem zuständigen EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik, John Dalli, übergeben.

Bitte helfen Sie uns mit einer Spende um unseren Einsatz gegen qualvolle Tiertransporte und unsere Forderung nach einer Begrenzung der Transportzeit auf acht Stunden zu unterstützen!

Filmdokumentation über die Zustände bei Tiertransporten in die Türkei

© Animals' Angels e.V.