Katzenkastration

Sieben Leben – aber nicht für diese Katzen

Katze © Dvarg/fotolia.com
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Sie verstecken sich auf verwilderten Grundstücken, Industriebrachen oder Bauernhöfen. Frei lebende Katzen sind scheu und leiden stumm; viele von ihnen sind krank und unterernährt. Parasiten und Infektionen, wie der weitverbreitete Katzenschnupfen, schwächen ihre mageren Körper und viele quälen sich mit Folgen von Unfällen. Trotzdem bekommen auch diese Katzen mehrmals im Jahr Nachwuchs. Besonders im Frühsommer gibt es eine Flut von Katzenkindern. Das verschärft die Situation weiter. Um zu vermeiden, dass sich das Elend weiter ausbreitet, gibt es nur eine Möglichkeit: Die Katzen müssen kastriert werden, ein enormer finanzieller Aufwand für die Tierschützer.

„Wir sind bereit zu helfen, stoßen aber an unsere Grenzen“, sagt Carmen Lahl, die Vorsitzende des Tierschutzvereins Güstrow. Bis Ende April 2015 wurden hier bereits 47 Katzen kastriert. Insgesamt 4.800 Euro musste der Verein für die Tierarzt- und Kastrationskosten aufbringen. Dabei ist das erst der Anfang. Weitere 60 Katzen stehen noch auf der Liste – nicht mitgezählt diejenigen, die noch unentdeckt in ihren Verstecken leiden. „Wir arbeiten rein ehrenamtlich und finanzieren alles über Mitgliedsbeiträge und Spenden“, sagt Carmen Lahl. Trotz immer wieder gestellter Anfragen gewährt die Stadt Güstrow keine finanzielle Unterstützung. „Deshalb bin ich sehr glücklich, dass wir aus dem Feuerwehrfonds des Deutschen Tierschutzbundes einen Zuschuss bekommen haben. Sonst hätten wir aufgeben müssen.“

Das Katzenelend beenden

Kastration einer Katze © Eléonore H/fotolia.com
Kastration einer Katze © Eléonore H/fotolia.com

Insgesamt nehmen die über 500 Tierheime, die uns angeschlossenen sind, jährlich bereits mehr als 130.000 Katzen auf. Zusätzlich versorgen sie frei lebende Tiere und deren Nachwuchs an betreuten Futterstellen. Im Frühsommer spitzt sich die Lage jedoch vielerorts zu. So auch im bayerischen Rosenheim. „Wir haben an mehreren Orten Katzen kastriert“, erzählt die 1. Vorsitzende Andrea Thomas. „An einer Stelle kamen immer noch mehr Tiere nach. Wenn man dann wegen Geldmangel aufhören muss, ist alles umsonst.“ Freigänger-Katzen, die von ihren Besitzern nicht kastriert werden, verstärken das Problem zusätzlich. Diese tragen ebenfalls zur Vermehrung der frei lebenden Katzen und dem damit verbundenen Tierleid bei. Deshalb appellieren wir an private Halter, ihre Freigängerkatze unbedingt kastrieren, kennzeichnen und registrieren zu lassen. Auch gegenüber Städten und Gemeinden setzt sich der Deutsche Tierschutzbund nachdrücklich für eine Kastrationspflicht ein, sodass die Kastrationspflicht inzwischen in fast 350 Kommunen gilt (Stand Juni 2016).

Helfen Sie uns mit Ihrer Spende für den "Feuerwehrfonds", die Zahl der frei lebenden Katzen zu reduzieren und Tieren in Not zu helfen.