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Streit um den Stierkampf

 
 


Stierkampf © Herbert Uniewski

Einen großen Erfolg für den Tierschutz haben Stierkampfgegner in Katalonien erzielt. Am 28. Juli 2010 hat das katalanische Regionalparlament ein Stierkampfverbot beschlossen, das im Januar 2012 inkraftgetreten ist. Dem vorausgegangen war ein Volksbegehren, das die Tierschützer im Dezember 2009 mit 180.000 Unterschriften einleiten konnten. 2007 bereits hatten EU-Parlamentarier eine schriftliche Erklärung zu einem EU-weiten Verbot von Stierkämpfen vorgelegt. Leider fanden sich damals nicht genügend Unterstützer im Parlament. Die Mehrheit der europäischen Bevölkerung lehnt Stierkämpfe jedoch als archaisch und tierquälerisch ab.
 
 

Stierkampf als "Kulturgut"?

Befürworter von Stierkämpfen dagegen versuchen, diese Tiertötungen als "Kulturgut" schützen zu lassen. Als Kulturgut kann der Stierkampf nicht verboten werden, kann durch Fördergelder des Staates gefördert werden und sogar zum Unterricht von Kindern an Schulen gehören. Gegner, die gegen das Kulturgut aktiv werden, könnten mit Bußgeldern belegt werden.
 
Doch am 6. Oktober 2010 lehnte das Madrider Parlament einen entsprechenden Antrag der konservativen Volkspartei (PP) ab. Der spanische Zentralstaat sei hierfür nicht zuständig. Nur einzelne Regionen könnten den Stierkampf zum Kulturgut erklären. Es könnte also sein, dass die konservativ regierten Regionen Valencia und Murcia dies doch noch versuchen, nachdem sie es im Frühjahr 2010 angekündigt hatten. Weitere Regionen wie Navarra planten ähnliches.
 
Was in Spanien noch diskutiert wird, ist in Frankreich bereits traurige Realität: Seit April 2011 ist der Stierkampf Teil der Liste des nationalen immateriellen Kulturgutes. Die "Union des Villes Taurines Françaises" (UVTF), ein Zusammenschluss von 46 südfranzösischen Städten, in denen regelmäßig Stierkämpfe organisiert werden, hat damit ihren Willen durchgesetzt und ein Verbot solcher Veranstaltungen verhindert. Inwieweit eine Bewerbung bei der Weltkulturorganisation Unesco noch folgt, ist noch nicht bekannt, wird aber weiterhin vom Deutschen Tierschutzbund beobachtet.

 
  Mehr zu diesem Thema:
Tierquälerische Traditionen in Spanien
 
Pressemitteilungen
Ende der Stierkämpfe in Katalonien (28.07.10)
Tage großer Stierqual beginnen wieder (05.07.10)
Blutiges Gemetzel als Kulturgut? (26.03.10)
Kritik am Stierrennen in Pamplona (02.07.08)
EU-weites Verbot von Stierkämpfen (20.03.07)
 
 

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