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Kampagnen und Aktionen

EU-Versuchstierrichtlinie

Tierschutz nur lästiges Hindernis: Forschungsministerium will Tierversuche - auch an Menschenaffen

 

 


Das Bundesforschungsministerium befürwortet Tierversuche an Menschaffen. © CEECE

Die Überarbeitung der EU-Regelungen zum Schutz von Versuchstieren befindet sich in der Endphase. Dem Deutschen Tierschutzbund wurde nun ein vertrauliches Schreiben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) an das bei den EU-Verhandlungen federführende Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) zugespielt, aus dem hervorgeht, wie wenig das BMBF das Leiden der Tiere interessiert.
 
Das vorrangige Ziel des Ministeriums scheint die grenzenlose Forschungsfreiheit zu sein. Selbst Menschenaffen wird jegliche besondere Schutzwürdigkeit abgesprochen. Auch spricht sich das Ministerium entschieden dagegen aus, dass zukünftig wenigstens schwerstbelastende Versuche untersagt werden.
 
Der Deutsche Tierschutzbund hat in einem Schreiben an die Bundesforschungsministerin Annette Schavan seine Empörung über diese Position ausgedrückt. Da die Antwort des BMBF uns enttäuscht hat, haben wir erneut reagiert. Den Schriftverkehr können Sie unten auf dieser Seite herunterladen.
 

 

Unterstützen Sie uns

Protestieren Sie mit uns gegen die Position des BMBF und schreiben Sie einen Brief oder eine E-Mail an:
Bundesministerin für Bildung und Forschung
Frau Prof. Dr. Annette Schavan
Hannoversche Str. 28-30
10115 Berlin
bmbf (at) bmbf.bund.de
 
Als Vorlage können Sie folgendes Muster verwenden:
 
Sehr geehrte Frau Ministerin,
 
Tiere sind unsere Mitgeschöpfe und es liegt in unserer Verantwortung, sie vor Leiden und Schäden zu bewahren. Auch wenn die Forschungsfreiheit ein wichtiges gesellschaftliches Gut ist, darf der Schutz der Tiere diesem Gut nicht völlig untergeordnet werden - hierfür hat der Gesetzgeber das Tierschutzgesetz und das Staatsziel Tierschutz formuliert.
 
Wir protestieren dagegen, dass das Forschungsministerium den Tierschutz nur als Einschränkung der Forschungsfreiheit ansieht und jegliche vorgesehene Maßnahme zum Schutz von Tieren bei den Diskussionen zur neuen EU-Versuchstierrichtlinie torpediert.
 
Wir appellieren daher an Sie, den Tierschutz nicht nur als Lippenbekenntnis in der Außendarstellung des Ministeriums zu verwenden, sondern auch in den Positionen und Verhandlungsstrategien des BMBF dem hohen Stellenwert des Tierschutzes Rechnung zu tragen. Stellen Sie sich einem verbesserten Tierschutz in der Forschung nicht länger in den Weg!
 
Mit freundlichen Grüßen


© 2010 Deutscher Tierschutzbund e.V.
Quelle: http://www.tierschutzbund.de/