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Kormorane

- fast ausgerottet, zurückgekehrt und wieder verfolgt

 

 


Kormoran im Flug. © R. Herrmann

Der Kormoran ernährt sich von Fischen, deshalb wurde er über mehrere Jahrzehnte hinweg intensiv verfolgt. Schließlich war der Bestand so dezimiert, dass er kurz vor der Ausrottung stand. Erst nach der Verabschiedung der EU-Vogelschutzrichtlinie, die den Kormoran 1979 europaweit unter Schutz stellte, stiegen die Bestände wieder an. Auch das Bundesnaturschutzgesetz weist den Kormoran als besonders geschützte Art aus.
 
Mittlerweile leben in Deutschland etwa 24.000 Brutpaare, viele davon in großen Kolonien nahe der Küste. Die Kormoranzahlen haben sich heute stabilisiert, nur regional sind noch Zuwächse zu beobachten.
 

 

Kormoranverordnungen und Verfolgung



© Katharina Hopp/pixelio.de

Schon seit einigen Jahren gibt es starke Proteste von Fischern und Anglern, die dem Kormoran die Bestandsdezimierung, sogar mögliche Ausrottung einzelner Fischarten sowie erhebliche wirtschaftliche Einbußen anlasten. Die Ursachen dafür sind allerdings vielfältig: Starke Veränderungen an Gewässern durch Umstrukturierung und Begradigung nehmen vielen Fischarten natürliche Rückzugsmöglichkeiten. Bedingt durch den schlechten ökologischen Zustand vieler Flüsse fehlt es an geeigneten Lebensräumen und Laichplätzen. Wirtschaftliche Schäden durch Kormorane können zwar an kleinen Teichwirtschaften entstehen, durch tierschutzgerechte Abwehrmaßnahmen wie Drahtüberspannungen lassen sie sich aber vermeiden.
 
Die jeweiligen Landesregierungen reagierten auf den anhaltenden Druck der jeweiligen Lobbyverbände dennoch mit einer Vielzahl von „Kormoranverordnungen", welche den Abschuss von Kormoranen sowie Eingriffe in Schutzgebieten und an Brutstätten ermöglichen. Jedes Jahr werden dadurch rund 15.000 Kormorane getötet.
 
Im Januar 2010 wurden Pläne des Ministers für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz in Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus, in neun von insgesamt 14 Kormoran-Kolonien eingreifen zu wollen. So sollen die Tiere unter anderem mittels Laserpointern von ihren Nestern vertrieben werden.
 

 

Akzeptanz für den Vogel des Jahres gefordert

Der Deutsche Tierschutzbund hat sich von Anfang an gegen den Abschuss der Kormorane gewandt. Die insbesondere von Fischereiverbänden immer wieder geforderte massive Bestandsreduktion dieser Vogelart auf nationaler und europäischer Ebene ist weder ökologisch noch ethisch begründbar oder verantwortbar. Sofern alternative Abwehrmaßnahme lokal erforderlich sind, stehen sie ausreichend zur Verfügung.
 
Wir begrüßen die Wahl des Kormorans zum Vogel des Jahres 2010 und werben dafür, ihn als natürlichen Bestandteil unserer Gewässerfauna zu akzeptieren. Die anhaltende Diskussion muss dafür genutzt werden, um sowohl für Fische als auch für Wasservögel verbesserte Lebensbedingungen zu schaffen. Das gerade begonnene Internationale Jahr der biologischen Vielfalt kann die Voraussetzungen dafür schaffen.
 


© 2010 Deutscher Tierschutzbund e.V.
Quelle: http://www.tierschutzbund.de/