Pelztierfarmen in Deutschland

Käfige auf einer Nerzfarm. © M. Marten
© M. Marten

Recherchen des Deutschen Tierschutzbundes haben ergeben, dass es zurzeit noch acht Pelztierfarmen in Deutschland gibt, in welchen Nerze (ca. 100.000 Tiere) gehalten werden. Seit 2007 haben zwar 22 Pelztierfarmen geschlossen, bis auf eine Farm klagen die Verbliebenen allerdings aktuell gegen die geltenden höheren Tierschutzauflagen und weigern sich diese umzusetzen.

Ein Blick auf die Deutschlandkarte zeigt, dass die Farmen regional unterschiedlich angesiedelt sind. So gibt es Bundesländer, in denen es keine einzige Pelztierfarm mehr gibt, z. B. Baden-Württemberg, Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen und Bayern. Die beiden größten deutschen Farmen mit ca. 40.000 und 35.000 Nerzen in Mecklenburg-Vorpommern werden Ende 2017 geschlossen, dem haben die Betreiber in einem Vergleich zugestimmt. Weiterhin gibt es eine kleine in Nordrhein-Westfalen, je eine Farm in Sachsen und Schleswig-Holstein, zwei kleine Farmen in Niedersachsen und eine Farm in Sachsen-Anhalt. 

Da sich die Situation laufend verändert, bitten wir jeden, dem auffällt, dass eine Pelztierfarm neu eröffnet oder geschlossen wird, uns darüber zu informieren. Nur so ist es uns möglich, an die zuständigen Behörden und Landesregierungen heranzutreten, mit der Aufforderung, strenge Kontrollen durchzuführen, Auflagen zu erheben und letztendlich ein Verbot der Pelztierhaltung in Deutschland zu erreichen.

Video: Tierschutzwidrige Bedingungen in deutschen Nerzfarmen

Um unsere Forderung nach einem bundesweiten Verbot der Pelztierhaltung zu unterstreichen, haben wir im Dezember 2015 Videoaufnahmen von zwei der zehn verbliebenen deutschen Nerzfarmen veröffentlicht.

Die Aufnahmen zeigen Erschreckendes: In direkt nebeneinander im Freien aufgereihten Gitterkäfigen leben mehrere Nerze auf engstem Raum. Bis auf nur vereinzelt vorhandene kurze Plastikröhren, Gitterplattformen und eine Nestbox, sind die Käfige völlig unstrukturiert. Die Nerze sind damit jeder Möglichkeit beraubt, sich artgerecht zu verhalten – Verhaltensstörungen, wie stereotype Bewegungen oder Gitterbeißen sind oftmals die Folge.

Der Kot der Tiere fällt durch den unbefestigten Gitterboden hindurch und stapelt sich unter den Käfigen, die Geruchsentwicklung ist zum Teil enorm. Die Tiere müssen direkt über ihren Fäkalien sitzen. In den Käfiganlagen im Freien sind die Nerze Hitze wie Kälte schutzlos ausgesetzt. Der als einzige Nahrung dienende Futterbrei wird oben auf den Käfigen verteilt und muss von den Tieren durch das Gitter hindurch aufgeschleckt werden.