Seevogelrettungsstation

Schwan

Hunderte verölte Seevögel werden alljährlich lebend an die Küsten des Landes Schleswig-Holstein getrieben und gelangen in menschliche Obhut. Für den Deutschen Tierschutzbund, der sich seit Mitte der Achtziger Jahre intensiv mit dieser „Seevogelproblematik“ befasst, ist die Umsetzung neuester Erkenntnisse Voraussetzung für eine optimale Hilfe. In Weidefeld werden die ölverschmutzten Seevögel vom Öl befreit, tierärztlich behandelt und bestmöglich auf eine erfolgreiche Wiederauswilderung vorbereitet.

Zudem haben wir eine zentrale Erstaufnahmestation für in Not geratene Seevögel in Keitum auf der Nordseeinsel Sylt errichtet. Aufgrund ihrer geographischen Lage werden auf dieser Insel in den Wintermonaten besonders häufig verölte Seevögel aufgefunden. Im Tier-, Natur- und Artenschutzzentrum Sylt des Deutschen Tierschutzbundes, in der diese spezielle Erstaufnahmestation integriert ist, können wir den betroffenen Vögeln rasch und professionell helfen, bevor sie in unsere Seevogelrettungsstation nach Weidefeld bei Kappeln transportiert werden.

Eine große Rettungsaktion fand im Februar 2010 statt, als im Nord-Ostseekanal bei Kiel bei einem Ölunfall etwa 500 Liter Schweröl ins Meer gelangten. Vor allem Seevögel waren durch das Öl im Meer bedroht. Das Tierschutzzentrum Weidefeld konnte 35 verölte Schwäne und acht Kleinvögel in Obhut nehmen und erstversorgen. Mehr als 70 Prozent der Tiere konnten erfolgreich ausgewildert werden.