Pressemeldung

Das Leid der Mastkaninchen

Zum Osterfest appelliert der Deutsche Tierschutzbund an Verbraucher auf den vermeintlich traditionellen Kaninchenbraten zu verzichten und damit ein Zeichen gegen die tierschutzwidrige Haltung der Mastkaninchen zu setzen. Pflanzliche Alternativen bleiben aus Sicht der Tierschützer dabei der direkteste Weg zu mehr Tierschutz. Die Deutschen verzehren jährlich rund 41.000 Tonnen Kaninchenfleisch. Gerade zu Ostern nimmt die Nachfrage deutlich zu.

„Die Haltung der Masttiere hat nichts mit der Idylle vom hoppelnden Kaninchen zu tun“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Während die Kinder auf den Osterhasen warten, fristen in Deutschland rund 25 Millionen Mastkaninchen in meist engen Drahtkäfigen ihr Dasein.“ Für die Verbraucher ist die Art der Aufzucht dabei meist nicht erkennbar. Ein großer Teil des Kaninchenfleisches stammt allerdings aus der konventionellen Käfighaltung.

Leid in der Kaninchenmast
Mastkaninchen, die sich das natürliche, bewegungsfreudige Verhalten ihrer wilden Vorfahren bewahrt haben, sind in der Mast meist in eintönige, enge Käfige gepfercht. Sie leiden unter dem geringen Platzangebot und ungenügenden Rückzugsmöglichkeiten. Die Haltung auf perforierten Böden kann zu Pfotenverletzungen und –geschwüren führen. Hinzu kommen Verhaltensstörungen, wie Aggressivität oder Stereotypien, die durch das mangelnde Platzangebot und nicht ausreichende Beschäftigungsmöglichkeiten hervorgerufen werden. Auch die 2014 in Kraft getretene Kaninchenverordnung brachte keine weitreichenden Verbesserungen: Nach wie vor ist die Käfighaltung ohne Freilauf gang und gäbe. Der Verzicht auf Kaninchenfleisch bleibt daher weiterhin die einzige Alternative. Es gibt mittlerweile viele Möglichkeiten, sich fleischlos, aber dennoch ausgewogen zu ernähren. Dank der steigenden Anzahl an veganen und vegetarischen Kochbüchern wie auch der großen Menge an frei zugänglichen Rezepten im Internet ist die Auswahl an schmackhaften Alternativen nahezu unbegrenzt.

Wege zur artgerechten Haltung
Erste Ansätze in der Schweiz zeigen, dass eine gewerbliche Kaninchenhaltung auch unter artgerechten Bedingungen realisierbar ist. Gruppen aus mehreren Zibben und einem Bock sollten in einem Stall mit Weideauslauf gehalten werden. Eine reduzierte Besatzdichte und eine strukturierte Umgebung mit erhöhten Aussichtsplätzen sowie Fress-, Ruhe- und Aufenthaltsbereichen, können die Haltung nachhaltig verbessern. Statt energiereichem Trockenfutter, welches in vielen Fällen tödlich verlaufende Magen-Darm-Erkrankungen hervorruft, sollten die Tiere in erster Linie Heu und Grünfutter erhalten. Entsprechende Haltungssysteme in größerem Stil gibt es in Deutschland bisher allerdings nicht.