Pressemeldung

Gericht kippt Ende des Kükentötens in NRW - Bundesminister Christian Schmidt nun gefordert

Das Verwaltungsgericht (VG) Minden hat dem Land Nordrhein-
Westfalen untersagt, per Erlass das Töten männlicher Eintagsküken
zu verbieten. Laut Gericht hat der Bundesgesetzgeber im
Tierschutzgesetz keine Ermächtigungsgrundlage für einen solchen
Erlass geschaffen. Der Deutsche Tierschutzbund fordert
Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt daher auf, schnell
zu reagieren und das Tierschutzgesetz zu ändern. Nur so kann das
Töten von ca. 45 Millionen lebensfähiger männlicher Küken in
Deutschland beendet werden.

„Das Gericht bezweifelt nicht, dass es richtig ist, das Kükentöten zu
beenden. Vielmehr hat die Bundesregierung ihre Hausaufgaben nicht
gemacht. Christian Schmidt kann das durch eine konsequente
Gesetzesänderung gerade rücken. Der Bundeslandwirtschaftsminister
hat mehrfach betont, dass er für die Kükentötung keinen vernünftigen
Grund sieht. Herr Schmidt, es gibt keine Ausreden mehr“, erklärt
Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Hintergrund Kükentötung

Spätestens seit im Jahr 2002 das Staatsziel Tierschutz in Kraft getreten
ist, kann das Töten von Tieren aus rein wirtschaftlichen Gründen nicht
mehr als „vernünftiger Grund" im Sinne des Tierschutzgesetzes gelten.
Auch das Töten männlicher Eintagsküken ist damit spätestens seit 2002
klipp und klar verboten. Seither drängt der Deutsche Tierschutzbund
verstärkt darauf, diese Küken-Massentötung zu verbieten und
stattdessen auf Alternativen wie das Zweinutzungshuhn umzustellen.
Als Eintagsküken werden die Tiere lebend in eine Art Häcksler geworfen,
wo sie von rotierenden Messern getötet werden. Erlaubt ist auch die
Tötung mit CO2. Die getöteten Tiere werden zu Tierkörpermehl
verarbeitet und verbrannt. Die wenigen in Deutschland mit Gas
getöteten Tiere werden manchmal vom Zoo als Futtertiere
abgenommen.