Pressemeldung

Blutige Olympische Spiele in Sotschi? Kopfprämie für frei lebende Hunde und Katzen - Massentötungen drohen

Medienberichten zufolge haben die russischen Behörden unmittelbar vor den Olympischen Spielen in Sotschi die Tötung tausender streunender Hunde und Katzen angeordnet. Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert diese Maßnahme scharf und hat das Auswärtige Amt, mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier an der Spitze, aufgefordert gegen diese grausamen Pläne vorzugehen. Die Tötung oder das Wegsperren der Tiere ist weder tierschutzkonform noch löst es die Probleme, da beispielsweise andere Hunde immer wieder die entstandenen Lücken einnehmen und sich weiter fortpflanzen. Vielmehr hilft langfristig nur der Ansatz des Einfangens, tierärztlich Untersuchens, Kastrierens, sowie des anschließenden Freilassens im angestammten Revier, wie es der Deutsche Tierschutzbund in seinen Projekten in der Ukraine anwendet.

„Massakrierte Hunde und Katzen in Sotschi stehen im krassen Widerspruch des Olympischen Gedankens einer friedlichen und besseren Welt“, zeigt sich Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, schockiert. Und weiter: „Abgesehen von den Menschenrechtsproblemen, kann sich zudem niemand über Medaillen freuen, an denen das Blut von Hunden und Katzen klebt.“

Die Maßnahmen, diefrei lebende Hunde und Katzen betreffen, auch im Vorfeld von Sport-Großveranstaltungen, werden immer radikaler: Töten als Lösungsansatz scheint in vielen Ländern populär zu sein, flankiert von staatlichen Prämien. Laut Medienberichten sollen in Sotschi mehr als 40.000 Euro als „Kopfgeld“ ausgeschrieben worden sein, für jeden getöteten Hund gibt es eine Prämie. Zuletzt kam das während der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine vor zwei Jahren vor, als ebenfalls staatliche Prämien zur Tötung von streunenden Hunden ausgeschrieben und so tausende von Hunden grausam getötet wurden. Damals kam es zu massiven Protesten und zu zahlreichen Boykottaufrufen gegen die Fußball-Europameisterschaft.

Alternative „Fangen, Kastrieren, Freilassen"

Die Grundidee folgt dem Ziel, den Teufelskreis im Leben der Straßentiere zu durchbrechen: Tiere fangen und töten ist keine Lösung. In ihren Revieren hinterlassen die Tiere eine Lücke, die schnell durch nachkommende Hunde besetzt wurde. Die Hunde vermehren sich weiter und ersetzen die eingefangenen Rudelgenossen. Deshalb setzt das Projekt die wissenschaftlich belegte und tierschutzgerechte Strategie „Fangen, Kastrieren, Freilassen" dagegen und ruft auch die Bevölkerung auf, ihre eigenen Tiere kastrieren zu lassen. Ein Beispielprojekt, wie mit dem Leitsatz „Hilfe zur Selbsthilfe" das Leid der Straßenhunde vermindert werden kann, ist z.B. das Tierschutz- und Kastrationszentrum des Deutschen Tierschutzbundes in Odessa (Ukraine). Zudem ist der Verband auch in Kiew (Ukraine) aktiv. Durch die Kastrationsprojekte konnte die Anzahl der Straßenhunde bereits deutlich gesenkt werden.