Pressemeldung

Tag des Artenschutzes am 3. März - Trophäenjagd gefährdet bedrohte Tierarten: Tier- und Artenschützer fordern EU-Umweltminister zum Handeln auf

Anlässlich des heutigen Tags des Artenschutzes macht der Deutsche Tierschutzbund darauf aufmerksam, dass die Trophäenjagd das Überleben vieler Tierarten stark gefährdet. Selbst Tiere streng geschützter Arten fallen Trophäenjägern regelmäßig zum Opfer. In einem gemeinsamen Brief fordern der Deutsche Tierschutzbund und 25 andere internationale Tier- und Naturschutzorganisationen alle EU-Umweltminister auf, die Erteilung von Einfuhrgenehmigungen für Jagdtrophäen geschützter Tierarten auszusetzen und die bestehenden Vorschriften für den Import zu überprüfen. Auch deutsche Jäger sind bei der Einfuhr von Trophäen ganz vorne mit dabei.

„Es ist beschämend, dass Menschen Tiere töten, nur um sich eine Trophäe ins Wohnzimmer zu hängen oder mit dem toten Tier für ein Foto zu posieren. Diese Art der Jagd hat auch mit der von Jagdseite immer wieder vorgebrachten angeblichen Notwendigkeit einer Bestandsregulierung oder einer nachhaltigen Nutzung im wildbiologischen Sinne nichts zu tun und hilft in der Regel auch der lokalen Bevölkerung ökonomisch nicht weiter“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Zudem sind viele eigentlich geschützte Tierarten von starken Populationsrückgängen betroffen, ob die Arten langfristig überleben ist ungewiss. Die immense Zahl der Jagdtrophäen-Importe muss daher umgehend überprüft und zumindest drastisch gesenkt werden.“

In den Jahren 2004 bis 2013 wurden in die EU fast 117.000 Jagdtrophäen von Arten eingeführt, die im Washingtoner Artenschutzübereinkommen gelistet sind, welches den Handel mit geschützten Arten regelt. Bevor eine Einfuhrgenehmigung erteilt wird, müssen die EU-Staaten sicherstellen, dass die Trophäen legal erworben wurden, dass die Bejagung nicht den Arterhalt gefährdet bzw. sogar wesentliche Vorteile für den Arterhalt mit sich bringt. Diese Voraussetzungen sind jedoch nach Ansicht der Tier- und Artenschützer in der Praxis oft nicht erfüllt, Einfuhrgenehmigungen werden zu leichtfertig erteilt. So hat das Bundesamt für Naturschutz in Deutschland seit 2005 Genehmigungen für über 1.600 Trophäenimporte streng geschützter Tiere erteilt, lediglich fünf Anträge wurden abgelehnt. Unter den genehmigten Importen waren die Trophäen von 323 Elefanten, 417 Leoparden, 195 Löwen, 24 Breitmaulnashörnern und zwei Spitzmaulnashörnern. Damit ist Deutschland innerhalb der EU eines der Länder, in welches die meisten Trophäen importiert werden.

Keine Mechanismen zur Kontrolle der Jagd

Zu den leichtfertig erteilten Importgenehmigungen kommt erschwerend hinzu, dass die Länder, welche die Jagd und die Ausfuhr der Trophäen erlauben, meist keine ausreichenden Kapazitäten haben, um die Bejagung konkret zu überprüfen: Weder die Einhaltung der Jagdvorschriften noch die Jagdquoten lassen sich entsprechend überwachen. Die Regierungsverhältnisse in den betroffenen Ländern sind oft schwierig, Korruption ist häufig. Es fehlt an funktionierenden und transparenten Mechanismen, wie die Einkommen durch die Jagd an örtliche Gemeinden und Schutzbehörden verteilt werden. Ein Nutzen für die lokale Bevölkerung oder für den Schutz der Arten ist damit nicht gegeben.