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Erfolgreiche Alternativmethode

Tierversuchsfreier Nachweis
von Muschelgift im Laborverfahren

 
 


Gift in Muscheln lässt sich im Labortest besser nachweisen als im grausamen Tierversuch.
© Didier Derrien/pixelio

Muscheln sind für viele Menschen eine besondere Köstlichkeit. Doch was größtenteils nicht bekannt ist: Für diesen Genuss mussten bislang jährlich bis zu 500.000 Mäuse in Tierversuchen sterben. Diese Tests waren bis Anfang 2011 Pflicht in der EU, um die Nahrungssicherheit zu garantieren.

Muscheln ernähren sich von Algen, die zum Teil Gifte enthalten, die sich in den Muscheln anreichern können. Zwar sind diese Gifte für die Muscheln ungefährlich, sie können beim Menschen aber Magen-Darm-Erkrankungen oder sogar tödliche Atemlähmungen verursachen.

Ein sicherer Nachweis dieser Gifte ganz ohne Tierversuche wäre schon lange realisierbar gewesen. Doch bisher scheiterte die Zulassung der modernen und nachgewiesenermaßen verlässlicheren Alternativmethode an bürokratischen Hürden und am langwierigen Genehmigungsverfahren für tierversuchsfreie Methoden. Bei der Anerkennung von tierversuchsfreien Verfahren ist das leider häufig der Fall, obwohl sie oft bessere Ergebnisse bringen als Tierversuche, die sich nicht 1:1 auf den Menschen übertragen lassen.

Auch auf die Anerkennung der Alternativmethode zum Nachweis von Muschelgift haben wir lange gewartet. Sie wurde Anfang 2011 abgeschlossen und wird endlich für etwas weniger Tierleid und mehr Verbraucherschutz sorgen.
 
 

Effizienter Ersatz für unzuverlässigen Tierversuch

Um Muschelgifte nachzuweisen, spritzte man bisher Mäusen Muschelextrakt in den Bauch - dieser Versuch ist als "Mouse Bioassay" bekannt. Wenn zwei von drei Mäusen starben, galten die Muscheln als giftig und mussten vom Markt genommen werden. Unter Experten galt dieser Test schon lange als ungenau und nicht verlässlich.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat bereits zehn Gutachten verfasst, in denen sie die Mängel des Mouse Bioassays bescheinigt. Dieser völlig veraltete Versuch ist also nicht nur grausam, sondern auch ein Risiko für die Verbraucher. Viel einfacher und präziser lässt sich das Muschelgift anhand eines chemisch-phsikalischen Analyseverfahrens im Labor nachweisen.
Dieses tierversuchsfreie Verfahren wird in Deutschland bereits seit den 1980er Jahren angewendet. Bisher sind keine Fälle von Vergiftungen durch den Verzehr von so getesteten Muscheln bekannt.

Der Deutsche Tierschutzbund hat sich jahrelang vehement für eine europaweite Abschaffung des Tierversuchs eingesetzt und massiven politischen Druck ausgeübt. Mit Erfolg: Mit der Annahme des Gesetzestextes Anfang 2011 durch das EU-Parlament muss die Alternativmethode nun ab Mitte 2011 mit einer Frist von drei Jahren in der gesamten Europäischen Union angewendet werden - ab Januar 2015 ist dann endgültig Schluss mit den grausamen Mäuse-Versuchen.

 
  Mehr zu diesem Thema:
Pressemitteilung
Tierschutzerfolg: Keine Tierversuche mehr für Speisemuscheln (28.01.11)
Kein Mäusetod mehr für Speisemuscheln? Tierversuch in EFSA-Gutachten als unzuverlässig nachgewiesen (28.08.09)
 
 

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