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Meeresschildkröten

 
 


Die Grüne Meeresschildkröte kann bis zu 1,40 m lang werden.
© Rosel Eckstein/pixelio

Meeresschildkröten leben weltweit in tropischen und subtropischen Meeren und verbringen ihr gesamtes Leben im Wasser - nur für die Eiablage gehen sie an Land. Dafür suchen die Weibchen zielstrebig ihren Geburtsstrand auf, um dort in den Sand eine Mulde zu graben, in die sie über 100 Eier legen. Diese werden von der Sonne ausgebrütet. Auf ihren Wanderungen durch die Weltmeere legen diese urtümlichen Reptilien riesige Entfernungen zurück. Welche Einflüsse sie an ihren Geburtsstrand führen, ist bis heute nicht geklärt.
 
 
 

Gefahr durch den Menschen



Verbotene Delikatessen wie Schildkrötensuppe fördern die Jagd.

Es gibt noch sieben Meeresschildkrötenarten - alle sind vom Aussterben bedroht. Die Bedrohung geht dabei ausschließlich vom Menschen aus, der sie aufgrund ihres Fleisches, der Eier und ihrer Panzer seit Jahrhunderten jagt. Besonders in den asiatischen Ländern sind Fleisch und Eier von Meeresschildkröten als Delikatesse sehr begehrt und Handelsverbote, empfindliche Strafen und hohe Schwarzmarktpreise schränken den Handel kaum ein.
 
Der Mensch hat außerdem die Strände, die von den Schildkröten für die Eiablage aufgesucht werden, massiv verändert: Straßen und riesigie Hotelanlagen haben manche Strände unwiederbringlich zerstört, Licht und Lärm verschrecken die Schildkröten und Strandbesucher zerstören durch Handtücher und Liegestühle die Nester. Der Schatten von Sonnenschirmen kann zudem die Reifung der Eier beeinträchtigen.
 
 

Kampf ums Überleben



Frisch geschlüpfte Meeresschildkröten versuchen sich zum Meer durchzuschlagen. Mit Klick vergrößern.
© pariah083/pixelio

Die winzigen frisch geschlüpften Jungtiere wiegen nur 20 Gramm. Liegestühle und Schirme werden für sie auf dem Weg zum Meer zum unüberwindbaren Hindernis. Die vielen künstlichen Lichtquellen lenken sie in die falsche Richtung, so dass sie zu Wohnsiedlungen statt ins Meer kriechen. Von 1.000 Jungtieren erreicht im Schnitt nur eines das fortpflanzungsfähige Alter von 20 bis 30 Jahren.
 
Die Umweltverschmutzung ganzer Meeresregionen ist eine zusätzliche Bedrohung ihres Lebensraums. Die Schadstoffe reichern sich in der Nahrungskette an und machen die Schildkröten krankheitsanfällig.
 
 


Die Verwechslung von Plastiktüten mit ihrer Leibspeise - solchen Quallen - wird Schildkröten zum Verhängnis.
© Andrea Damm/pixelio

Besonders gefährlich sind im Meer treibende Plastikabfälle. Viele Schildkröten fressen helle Plastiktüten, da sie diese mit Quallen, eines ihrer bevorzugten Nahrungstiere, verwechseln. Sie ersticken entweder schon beim "Verzehr" oder an der Verstopfung des Verdauungssystems.
 
Moderne Fischfangmethoden bringen Tausenden Meeresschildkröten das Ende als Beifang im Fisch- oder Krabbennetz. Oder sie verheddern sich in Schlepp- und Treibnetzen und ersticken qualvoll, weil sie zum Atmen nicht mehr auftauchen können.
 
Alle Meeresschildkröten sind durch das Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt. Der Handel mit Schildkrötenprodukten ist seit 1979 verboten und sie dürfen daher weder gefangen noch getötet werden. All diese Maßnahmen wirken jedoch nur schleppend. International versuchen Tierschützer und Organisationen den Schutz der Tiere durchzusetzen, indem sie Brutgebiete einzäunen und bewachen oder Zuchtstationen aufbauen.
 
 
  Mehr zu diesem Thema:
Wildtiere
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Downloads
Hintergrundinformationen: Meeresschildkröten (14.09.2010, PDF)
 
 

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