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Kampagnen und Aktionen

Stoppt qualvolle Tiertransporte

 
 

Initiative „8hours – Stop long animal transports“



 
Großer Erfolg für den Tierschutz: Mehr als eine Millionen Unterschriften sind bei der europaweiten Kampagne „8hours" gegen qualvolle Tiertransporte zusammengekommen. Damit wurde das angestrebte Ziel erreicht, um die Forderung nach einer maximalen Transportdauer von acht Stunden zu stärken. Die Unterschriften werden dem zuständigen EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik, John Dalli, übergeben. Der Deutsche Tierschutzbund fordert seit Jahren eine zeitliche Begrenzung von Tiertransporten und unterstützt daher die Petition, initiiert von dem Europaabgeordneten Dan Jørgensen (DK) und dem Verein Animals' Angels.
 
 

EU-Tiertransport-Verordnung



Mit Klick Plakat als PDF herunterladen.

Obwohl der Tierschutz in Deutschland inzwischen Staatsziel ist, rollen nach wie vor Transporter dicht beladen mit lebenden Tieren quer durch Europa. Weit über die Grenzen Europas hinaus werden die Tiere zur Schlachtung in Drittländer transportiert, zum Beispiel nach Nordafrika. Denn nach geltendem EU-Recht sind tagelange Tiertransporte legal. Nach jahrelangem Ringen haben die EU-Agrarminister im November 2004 zwar eine neue europäische Gesetzgebung zum Schutz der Tiere beim Transport beschlossen, die 2007 in Kraft getreten ist. Die Anforderungen dieser Verordnung blieben aber weit hinter den Erwartungen zurück. Seit Jahren wird nun angekündigt, die gültige EU-Transport-Verordnung zu überarbeiten. Besonders die Bestimmungen zur Transportdauer, Ladedichte und den zulässigen Temperaturen sollten verbessert werden. Eine Reform wurde bisher aber immer wieder verschoben.
 
Der inzwischen verantwortliche Kommissar Dalli hat 2011 lediglich einen Bericht über die Auswirkungen der EU-Transport-Verordnung anfertigen lassen. Dieser wird den tatsächlichen Bedingungen auf den Transporten nicht gerecht - wie die aktuellen Zustände bei Transporten in die Türkei beweisen. Der Bericht empfiehlt keine grundlegende Überarbeitung der Verordnung, also auch keine Änderung bei den Transportzeiten. Als Defizit wird hauptsächlich die mangelnde Umsetzung der bestehenden Regelungen benannt. Wie wichtig den Bürgern aber der Tierschutz bei Transporten ist, zeigen die über eine Million Unterschriften. Ihre Forderung nach besseren Transport-bedingungen dürfen die zuständigen Politiker in Deutschland und der EU nicht weiter ignorieren.
 
Wir kämpfen gemeinsam mit unserer europäischen Dachorganisation, der Eurogroup for Animals, für das Aus sinnloser und tierquälerischer Transporte lebender Tiere. Auch in Zukunft wollen wir Missstände aufdecken und die Bürger darüber informieren. Gemeinsam mit dem Wiener Tierschutzverein und der Eurogroup for Animals haben wir den 1. Juli zum europaweiten Aktionstag gegen Tiertodestransporte erklärt. Werden Sie aktiv und schreiben Sie an die verantwortlichen Politiker in der EU, um bessere Transportbedingungen für die Tiere zu erreichen.
 
 

Film: Missstände bei Tiertransporten in die Türkei

© Animals' Angels e.V.
 
Gemeinsam mit der Organisation Animals' Angels hat der Deutsche Tierschutzbund gravierende Missstände bei Tiertransporten durch Europa in die Türkei dokumentiert, die massiv gegen die Vorschriften der EU-Tiertransport-Verordnung verstoßen. An der türkischen Grenze und bei der Abfertigung durch die Zollbehörden sind tagelange Wartezeiten unvermeidlich, in der die Transporte in der Sonne stehen und die Tiere nicht versorgt werden: Sie werden nicht abgeladen und bekommen meist keine frische Einstreu, so dass sie über Tage hinweg in ihren Exkrementen stehen und liegen müssen.
 
Sie leiden unter dem beißenden Gestank des Ammoniaks, der zu gereizten oder entzündeten Schleimhäuten führt. Der Mangel an Wasser verstärkt die Atemwegsprobleme, die Tiere leiden an Husten, Augen- und Nasenausfluss. In ihrem geschwächten Zustand schaffen es viele nicht mehr aufzustehen, werden eingeklemmt oder liegen unter ihren dicht aneinander gedrängten Leidensgenossen am Boden - einige sterben an Erschöpfung, Durst oder Verletzungen. Betroffen von diesen Zuständen sind sowohl Schlacht- als auch Zuchttiere - allein im ersten Halbjahr des Jahres 2011 waren es mehr als 100.000 Rinder und 600.000 Schafe. Das teilweise verdeckt gedrehte Filmmaterial zeigt, dass auch deutsche Speditionen beteiligt sind.
 
Lage in Deutschland
 
Geplant ist außerdem, verstärkt deutsche Zuchtrinder auf diesen tierschutzwidrigen Transportwegen in die Türkei zu exportieren. Die Bundesregierung hat ein so genanntes Zertifikat freigegeben, mit dem die Transporte deutscher Zuchtrinder in die Türkei, zudem mit Subventionszahlungen, offiziell erlaubt sind. Im Oktober 2011 hat der Deutsche Tierschutzbund daher die zuständige Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Ilse Aigner, aufgefordert, den bevorstehenden Export deutscher Tiere zu stoppen und sich für eine Reform der EU-Tiertransport-Verordnung einzusetzen, die grundlegende Änderungen der Transportzeiten, der Ladedichte, der Temperaturregelungen und der Kontrollwege beinhaltet.

 
  Mehr zu diesem Thema:
Aktiv werden gegen Tiertransporte
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Hintergrundinformationen
Tiertransporte
 
Pressemeldungen
Tierschutz-Erfolg: Mehr als 1 Million Unterschriften gegen qualvolle Tiertransporte (04.01.12)
EU-Bericht über Tiertransport-Verordnung enttäuschend (10.11.11)
Deutsche Rinder in die Türkei? - Neue Filmdokumente beweisen Missstände bei Tiertransporten (31.10.11)
Tag gegen Tiertransporte - 400 Millionen Tiere leiden jährlich (01.07.11)
Bundestag: Keine Verbesserungen bei Tiertransporten in Sicht (11.05.11)
Tiertransporte: Fleischrinderzüchter und -halter in der Verantwortung (05.05.11)
Agrarministerkonferenz: Tiertransporte begrenzen (29.03.11)
Europäische Lebensmittelbehörde verschließt Augen vor millionenfachem Tierleid bei Tiertransporten (14.01.11)
Schweinetransporte: Wird 2010 das traurige Rekordjahr? (18.03.10)
 
Downloads
Plakat "Mein Weg in den Tod ist die Hölle" (PDF)
Flyer "Stoppt qualvolle Tiertransporte" (PDF)
Positionspapier Tiertransporte (November 2011, PDF)
Positionspapier zu Doppelstock-Transporten von Rindern (November 2011, PDF)
 
Weiterführende Links
Initiative "8 hours"
Eurogroup for Animals
 
 

Weitere Infos
 
(Kopie 2)
 
Hintergrundinformationen zu Tiertransporten
 
(Kopie 1)
 
Zur Initiative "8hours"
 
(Kopie 1)
 
Protestbrief gegen Tiertransporte schreiben!
 
(Kopie 1)
 
Steigende Zahl von Schweine-Transporten
 


 
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