Schlachtabfall?

Kampagne gegen die Schlachtung trächtiger Rinder

Kampagnen-Motiv "Schlachtabfall"
Kampagnen-Motiv "Schlachtabfall"

Jedes Jahr werden allein in Deutschland über eine Million Milchkühe geschlachtet. Wissenschaftlichen Studien zufolge ist davon auszugehen, dass circa zehn Prozent der Tiere trächtig waren. Der Großteil der Tiere befindet sich sogar im mittleren bis letzten Trächtigkeitsstadium.

Die Kälbchen werden mitsamt den Eingeweiden als Müll entsorgt. Sind es bereits lebensfähige Kälbchen, ersticken sie nach der Betäubung des Muttertieres in der Gebärmutter elendig und werden mit ihr oft unbemerkt als Schlachtabfall entsorgt.

Warum kommen trächtige Rinder zum Schlachthof?

Dafür gibt es vielfältige Gründe. Zum Beispiel wird die Trächtigkeit nicht festgestellt bzw. erkannt oder aber die Tiere werden der Schlachtung zugeführt, weil sie in einer schlechten Verfassung sind oder keine gewünschte Leistung mehr erbringen. Nicht selten erfolgt die Schlachtung des Tieres auch aus rein wirtschaftlichen Beweggründen. Die Trächtigkeit wird dabei bewusst in Kauf genommen.

Gesetzeslage

Bislang gibt es weder für den Schutz des Muttertieres noch für den Fötus bundes-, oder EU-einheitliche Gesetze für den Umgang bei der Schlachtung. Es ist zwar verboten, Tiere in einem fortgeschrittenen Trächtigkeitsstadium (in den letzten zehn Prozent der gesamten Trächtigkeitsdauer) zu transportieren, jedoch stellte die Studie heraus, dass sich der Großteil der Tiere im mittleren und letzten Stadium der Trächtigkeit befindet. Der Transport führt bei hochträchtigen Kühen zu Angst und Stress, die Schmerzen und sogar Verkalbungen zur Folge haben können – ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Auch Geburten auf den Transportern oder auf dem Schlachthof sind kein Einzelfall. Eine Qual für Kuh und Kalb und der sichere Tod für beide, weil kein Tier den Schlachthof lebend verlassen darf.

Wir fordern

Neben einer verpflichtenden Trächtigkeitsuntersuchung vor dem Transport zum Schlachthof fordert der Verband:

  • ein nationales und EU-einheitliches Schlachtverbot für trächtige Tiere und entsprechende Rechtsvorschriften, die Sanktionen bei Verstößen festsetzen.
  • die Zucht, die Pflege und die Haltungsbedingungen für Milchkühe dahingehend zu verändern und zu verbessern, dass Milchkühe nicht schon in einem jungen Lebensalter unter gesundheitlichen Problemen leiden und bei beginnenden Krankheitsgeschehen aus dem Bestand aussortiert werden müssen.

Sie können helfen!

Milchprodukte sind heutzutage grundsätzlich zu billig.

Die Milchpreise sinken fortlaufend und dieses Preisdumping setzt die Landwirte erheblich unter Druck. Sie können nicht in mehr Tierschutz investieren, wenn sie für Ihre Erzeugnisse nicht angemessen entlohnt werden.

Schauen Sie auf unsere Verbraucherseite zum Thema Milch. Dort geben wir Tipps für den Einkaufskorb.