Gegen illegalen Welpenhandel

Der Handel mit Welpen boomt

Kampagnenmotiv Welpenhandel
Kampagnenmotiv Welpenhandel

Waidhaus an der tschechischen Grenze: Die Polizei stoppt einen Transporter, der 30 Hundewelpen geladen hat. In engen, verschmutzten Boxen waren die Tiere auf dem Weg von Tschechien nach Frankreich - mit vier bis sechs Wochen viel zu jung, um schon vom Muttertier getrennt zu werden. Die Tierheime Nürnberg und Feucht nehmen die Welpen auf - darunter Zwergspitze, französische und englische Bulldoggen. Dort kommen sie in Quarantäne und werden medizinisch untersucht. Einige der Tiere haben Durchfall und Hautparasiten.

Dies ist leider kein Einzelfall, denn der Handel mit Welpen boomt, und nur selten werden die Händler wie hier auf frischer Tat ertappt. Immer wieder müssen Tierheime Hunde aufnehmen, die vom Zoll oder von der Polizei beschlagnahmt wurden. Und dies nicht nur im Grenzbereich oder an den Flughäfen, sondern bundesweit. Allzu groß ist die Versuchung der Welpen-Mafia, schnelles Geld zu machen. Tschechien, Polen, Rumänien, aber auch Belgien und die Niederlande gehören zu den Ländern mit kommerziellen Hundezuchten.

Stoppt den illegalen Welpenhandel!

Welpen zum Verkauf - im Kofferraum eines Autos.
Welpen zum Verkauf - im Kofferraum eines Autos.

Unser dringender Appell: Fallen Sie nicht auf dubiose Kleinanzeigen oder Internetangebote herein. Denn die vermeintlichen Schnäppchen sind nicht nur auf Kosten der jungen Hunde erkauft, sondern auch äußerst kurzsichtig: Entgegen den Versprechungen der Händler sind die Welpen nicht geimpft. Es fehlen Begleitpapiere wie der Heimtierausweis und auch die Kennzeichnung oder Tätowierung.

Zudem werden die Hunde meist viel zu früh vom Muttertier getrennt. Viele sind, auch durch die Strapazen der langen Transportfahrten, geschwächt und kaum überlebensfähig. Während verantwortungsbewusste Züchter junge Hunde frühestens nach der achten Woche vom Muttertier trennen, bleiben sie bei den illegalen Tierhändlern in der Regel nur zwei bis vier Wochen bei der Mutter. Die Folge: Massive Verhaltensprobleme der Tiere, zum Teil bis ins Erwachsenenalter.

Das offensichtlich lukrative Geschäft mit den jungen Hunden führt auch zu erheblichem Leid bei den Zuchthündinnen, die vielfach über Jahre hinweg als "Gebärmaschinen" missbraucht werden.

Jeder, der sich für ein Tier als Familienmitglied interessiert, sollte sich zuerst im örtlichen Tierheim beraten lassen. Hier warten viele Tiere auf ein neues Zuhause. Tierheime in Ihrer Nähe finden Sie über die Suche rechts.

LKW-Aktion zur Kampagne

Anlässlich des diesjährigen Welttierschutztages am 4. Oktober 2015 nahm ein bedruckter LKW seine Fahrt auf, um auf die enorme Tierschutz-Problematik des illegalen Welpenhandels und die dazugehörige Kampagne aufmerksam zu machen.