Tierversuche für Kosmetik

Lidschatten. Copyright: Mirko Waltermann/pixelio.de
© Mirko Waltermann/pixelio.de

Jahrzehntelang haben wir uns dafür eingesetzt, dass die Verbrauchersicherheit von Kosmetika und deren Inhaltsstoffen nicht an Tieren getestet werden. Denn aus unserer Sicht gibt es bei der Fülle an Kosmetikangeboten und bereits verfügbaren Inhaltsstoffen keine Rechtfertigung, immer weiter Tiere zu quälen und zu töten, um ständig neue Produkte zu entwickeln. 

In Deutschland hatte der Einsatz des Deutschen Tierschutzbundes bereits 1998 Erfolg: Das deutsche Tierschutzgesetz verbietet seitdem Tierversuche für die Entwicklung von Kosmetika. Innerhalb der Europäischen Union (EU) folgte 2004 der erste kleine Teilerfolg, als Tierversuche für die Prüfung fertiger kosmetischer Mittel verboten wurden.
 
Tierversuche für neue kosmetische Inhaltsstoffe sind seit März 2009 in der EU abgeschafft. Auch fertige Kosmetika aus Drittländern, die in Tierversuchen getestet wurden, dürfen ab diesem Zeitpunkt nicht mehr in der EU vermarktet werden. Mit Inkrafttreten der letzten Stufe des Tierversuchs-Verbotes ist seit März 2013 auch der Verkauf von Kosmetika, deren Inhaltsstoffe außerhalb der EU in Tierversuchen getestet wurden, EU-weit verboten.

Tierversuchsverbot stand und steht immer wieder auf der Kippe

In einem Kampf für ein Tierversuchsverbot, der über Jahrzehnte andauerte, bedurfte es immenser Kampagnen- und Lobbyarbeit der Tierschützer, damit die Verbote letztendlich realisiert wurden. Immer wieder wurde der Termin für das Inkrafttreten der letzten Stufe des Tierversuchsverbotes von der Europäischen Kommission hinausgeschoben. Bis zum Schluss erwog die Europäische Kommission zusätzliche Ausnahmen für weitere Tierversuche zuzulassen. Das konnten wir jedoch verhindern und begrüßten, dass endlich im März 2013 die letzte Stufe des vor über zwanzig Jahren angekündigten Verbots in Kraft trat. Nun fechtet der Europäische Verband der Hersteller von kosmetischen Inhaltsstoffen (EFfCI) das Vermarktungsverbot an.

Weiterhin Vorsicht bei Kosmetik-Produkten geboten

Die Tierversuchsverbote gelten generell nur für neue Produkte und Inhaltsstoffe. Die „alten“ dürfen leider weiterhin uneingeschränkt verkauft werden, so dass nach wie vor Produkte in den Verkaufsregalen zu finden sind, für die Tierversuche durchgeführt wurden.

Doch noch gravierender ist eine Lücke im EU-Recht: Die Tierversuchs-Verbote beziehen sich laut Klarstellung der EU-Kommission nur auf Inhaltsstoffe, die ausschließlich für kosmetische Zwecke eingesetzt werden. Kosmetikhersteller dürfen auch zukünftig chemische Substanzen verwenden, die in anderen Produkten wie Reinigungsmitteln, Wandfarben oder Medikamenten eingesetzt werden, da in diesen Bereichen gesetzliche Regelungen leider nach wie vor zur Marktzulassung eine Prüfung der Stoffe in Tierversuchen vorschreiben (z.B. in der EU-Chemikalienverordnung)

Leider betrifft dies die Mehrzahl der Inhaltsstoffe, so dass mit einem Ende der Tierversuche erst dann zu rechnen ist, wenn für alle Bereiche der Stoffprüfung tierversuchsfreie Teststrategien zugelassen sind. Auch Tierversuche für den Schutz von Arbeitern in Herstellungsbetrieben oder der Umwelt bleiben bislang noch unberührt. Hier werden wir weiter Druck auf die Entscheidungsträger ausüben, um auch für diese Bereich Tierleid abzuschaffen. 

Kosmetik-Positivliste: Es geht auch ohne Tierversuche

Markenzeichen für tierversuchsfreie Kosmetik: Kaninchen unter schützender Hand

Tierversuche für Kosmetika müssen konsequent und umfassend verboten werden. Dass es auch ohne immer neues Tierleid geht, zeigt die Kosmetik-Positivliste des Deutschen Tierschutzbundes. Die darin aufgeführten Hersteller führen keine Tierversuche durch und verwenden nur Inhaltsstoffe, die seit 1979 nicht mehr im Tierversuch getestet wurden.