Import von Affen aus Mauritius

Affe im Käfig auf Mauritius. Copyright: BUAV
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Bevor Affen im Tierversuch eingesetzt werden, haben sie oft schon einen langen, leidvollen Weg hinter sich. Etwa die Hälfte der in Deutschland verwendeten Affen wurde importiert - vor allem aus Zuchtstationen auf Mauritius, aber auch aus China oder Vietnam. Wilde Affen sind aufgrund des Artenschutzrechts streng geschützt. Mauritius ist aber eines der wenigen Länder, in denen es erlaubt ist, Affen aus der Wildnis zu fangen. Hier werden die Tiere als „Schädlinge" eingestuft, da sie sich von Zuckerrohr ernähren.

Bei ihren panischen Versuchen, sich aus den eingesetzten Fallen zu befreien, verletzen sich die Affen häufig schwer. In den Zuchtzentren der Insel angekommen, müssen sie in überfüllten Käfigen vor allem einen Zweck erfüllen: Nachkommen produzieren. Die letzte Station für die wild gefangenen Affen oder ihre Nachkommen sind Versuchslabore rund um den Erdball, in denen sie schließlich nach vielen Versuchen sterben müssen.

Der Handel mit Versuchsaffen ist ein lukratives Geschäft: In der EU werden für einen Affen rund 2.600 Euro gezahlt. Mauritius ist nach China der zweitgrößte Exporteur weltweit für Langschwanzmakaken (Macaca fascicularis). Der Inselstaat verkauft jedes Jahr etwa 10.000 Affen an die Tierversuchsindustrie in den USA und in Europa, vor allem Frankreich, Großbritannien, Spanien und Deutschland. Zwischen 2000 und 2014 hat Deutschland rund 250 wild gefangene Affen und rund 3.800 direkte Nachkommen von Wildfängen zu Versuchszwecken aus Mauritius importiert. Nach Meldung der Regierung von Mauritius wurden 2015 erneut 400 Affen nach Deutschland verkauft. Diese sterben dann bei Giftigkeitstests für Medikamente oder Impfstoffe und für die Grundlagenforschung.

Wir setzen uns dafür ein, dass Versuche an Affen verboten werden. Doch ein offizielles gesetzliches Verbot ist nicht in Sicht. Auch der Import von wild gefangenen Tieren wird in absehbarer Zukunft offiziell nicht verboten sein, so sieht es zumindest die neue EU-Tierversuchsrichtlinie vor. Wir werden jedoch nicht nachgeben und immer wieder auf die Missstände aufmerksam machen.

Wolfgang Apel vor einer Affenfalle: Wenn die angefütterten Affen sich sicher wähnen, klappt sie zu. Copyright: M. Karremann
Wolfgang Apel vor einer Affenfalle: Wenn die angefütterten Affen sich sicher wähnen, klappt sie zu. © M. Karremann

2006 begleitete der damalige Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, den Dokumentarfilmer Manfred Karremann auf Mauritius, wo sie das Schicksal der Affen mit der Kamera festhielten. Der ausführliche Bericht wurde im ZDF in der Reihe "37 Grad" ausgestrahlt. Unten auf dieser Seite können Sie einen Bericht über das Leiden der Affen herunterladen, der in unserer Zeitschrift "du und das tier" 5/06 erschienen ist.