Broschüre der Universität Bremen

Primat kurz vor der Operation am Kopf in einem deutschen Labor.
Primat kurz vor der Operation am Kopf in einem deutschen Labor.

Mit der Broschüre "Vertrauen in Forschung - Hirnforschung an der Universität Bremen" versucht die Universität Bremen die Tierversuche zu verteidigen, bei denen Prof. Andreas Kreiter im dortigen Institut seit 1998 elektrische Signale mittels ins Hirn eingeführter Elektroden an wachen Affen misst. Die Fortsetzung dieser Versuche wurde 2009 von der zuständigen Behörde untersagt. Prof. Kreiter hat dagegen vor Gericht geklagt. Er will seine Forschung vor der Öffentlichkeit mit dieser Broschüre rechtfertigen. Es soll "transparent und objektiv über alle Aspekte [seiner] Arbeit informiert werden". Doch dieser Anspruch ist gescheitert, wie schon ein kurzes Beispiel aus der Broschüre zeigt:

Die Universität Bremen übertreibt in dem Text die medizinische Bedeutung der Affenversuche:

"Diese Erkenntnisse sind für die Heilung kranker Menschen von großer Bedeutung." (Zitat aus der Broschüre)

Das sind sie in der Realität nicht; die Affenforschung hat bisher keine Therapie von Krankheiten hervorgebracht. Bei der seit neuestem seitens der Universität als Argument genannten Epilepsieforschung soll es im Übrigen nur um die drahtlose Übermittlung von Messwerten gehen und nicht um eine Heilung der Epilepsie. Dies kann man bereits heute anders als in Affenversuchen erforschen.

"So hat ein international besetztes Gutachterteam [...] festgestellt, dass 'der Forschungsansatz von Herrn Kreiter international anerkannt (und) die methodische Vorgehensweise beispielhaft und vorbildlich ist'." (Zitat aus der Broschüre)

Das Gremium bestand aus vier Hirnforschern, die wie Prof. Kreiter Versuche an Affen durchführen, und nur einem fachkundigen Tierschützer. Weder das Leiden der Tiere noch die ethische Problematik wurde begutachtet. Das Gremium bestätigte jedoch, dass Kreiters Forschung nicht an Therapien für Krankheiten arbeitet, sondern reine Grundlagenforschung betreibt. Diese und andere Tatsachen verschweigt die Universität, obwohl sie nach eigenen Aussagen objektiv informieren will. Denn auf Ihrer Internetseite www.kog-neuro.uni-bremen.de findet sich nicht etwa das „vollständige Fachgutachten", wie es in der Broschüre heißt, sondern eine zensierte Version, aus der alle kritischen Anmerkungen entfernt wurden.

Die vollständige Gegenüberstellung der Aussagen in der Broschüre und der Argumente des Tierschutzes können Sie hier als PDF herunterladen.