Straßentierprojekt Kiew

Straßenhund neben einem Auto

Zusammen mit ukrainischen Tierärzten und Mitarbeitern unseres Tierschutzzentrums Odessa haben wir 2012 Hilfsaktionen für die Straßenhunde in Kiew ins Leben gerufen und führen unter anderem Kastrationsaktionen durch. Nach umfangreichen Umbauarbeiten und der Ausstattung von drei Tierkliniken konnten bereits einige tausend Hunde kastriert werden. Außerdem ist ein Tierrettungswagen im Einsatz, in dem die Hunde schon während des Transports in die Kliniken tierärztlich versorgt werden.

Plakat in einem Metrowagen in Kiew
Plakat-Aktion 2013 in Metrowagen in Kiew

Gemeinsam mit der Stadt hatten wir eine Medienkampagne zur Aufklärung der Bevölkerung gestartet. Hierfür liefen im ukrainischen Fernsehen Spots, in denen wir auf die Bedeutung der Kastration von frei lebenden Hunden wie auch Hunden in Privathaushalten aufmerksam machen. Denn auch unkastrierte Hunde aus Privathaushalten tragen stark zur Vermehrung der Straßentiere bei. Zudem wurden in Kiew an zahlreichen Orten Plakate mit den Kontaktdaten der Anlaufstellen für interessierte Bürger aufgehängt.

Protest gegen Hundetötungen zur EM 2012

Die Bilder von Hundetötungen in der Ukraine in Zusammenhang mit den Vorbereitungen der Fußball-Europameisterschaft 2012 hatten eine Debatte über den tierschutzgerechten Umgang mit Straßentieren ausgelöst. Die brutale Tötung der Hunde zur vermeintlichen „Verschönerung des Stadtbildes" lehnen wir vehement ab.

In einem Gespräch mit dem Vertreter der Ukraine in Deutschland im Mai 2012 waren erneut die Anforderungen an einen tierschutzgerechten Umgang mit Straßenhunden in der Ukraine Thema. Bei dem Termin haben wir für das tierschutzgerechte Konzept „Fangen, Kastrieren, Freilassen" geworben und über 30.000 Unterschriften überreicht. Diese wurden gemeinsam mit den Mitgliedsvereinen gegen die Tötung der Straßenhunde in der Ukraine gesammelt.

Der Bürgermeister von Kiews und der Ehrenpräsident des Deutschen Tierschutzbundes unterzeichnen den Vertrag im Februar 2012.
Oleksandr Mazurchak (2.v.l.), stellv. Bürgermeister von Kiew, und Wolfgang Apel, Ehrenpräsident des Deutschen Tierschutzbundes, bei der Vertragsunterzeichnung.
Mit Klick vergrößern. © Alex Milyukov

Nach mehreren Gesprächen vor Ort haben wir (als erste Tierschutzorganisation) mit dem stellvertretenden Bürgermeister von Kiew, Oleksandr Mazurchak, im Februar 2012 einen Vertrag unterzeichnet, um die Straßenhunde-Population der Stadt mit tierschutzkonformen Maßnahmen langfristig zu reduzieren - weit über die EM hinaus. Dieser Vertrag wurde bereits im Dezember 2011 konzipiert. Vorbild ist das nachhaltige Konzept „Fangen, Kastrieren und Freilassen", das wir in unserem Tierschutzzentrum in der Stadt Odessa bereits seit Jahren erfolgreich praktizieren.

Protest

Bereits im Oktober 2011 hatten wir UEFA-Präsident Michel Platini um eine öffentliche Stellungnahme gebeten, dass dieser tierschutzwidrige Weg innerhalb der UEFA keine Akzeptanz findet. Auch den Präsidenten der Ukraine, Viktor Yanukovyc, sowie den Leiter der Stadtverwaltung von Kiew, Olexandr Popov, hatten wir aufgefordert, ein klares Zeichen für den Tierschutz zu setzen, solche Tötungen zu verhindern und zukünftig zu untersagen. Die Regierung hatte sich dazu bekannt, mögliche neue Tötungen hart zu bestrafen. Den Deutschen Fußballbund (DFB) und die EM-Hauptsponsoren hatten wir ebenfalls aufgerufen, ein tierschutzgerechtes Konzept zu unterstützen.

Bei einem Besuch des ukrainischen Präsidenten in der Stadt Odessa hat das Team unseres Tierschutz-Zentrums an einer Straßenkreuzung gegen die Tötung von frei lebenden Hunden an den Spielorten der EM demonstriert und die Bürger auf das Thema aufmerksam gemacht. Auf den Plakaten steht: "Herr Präsident, stoppen Sie die Tötung der Straßentiere zur EURO 2012", "Wir leben auch gerne" und "Die Straßentiere haben auch ein Recht auf Leben".