Tierschutz-TÜV für Stallbauten

Sauen mit Ferkeln in Abferkelbuchten. © Holger Over
Nicht tierschutzgerechte Haltungssysteme wie diese Abferkelbuchten dürften gar nicht auf den Markt kommen. © Holger Over

Der Deutsche Tierschutzbund setzt sich dafür ein, dass Haltungssysteme, in denen Schweine, Rinder, Hühner und andere Tiere in der Landwirtschaft gehalten werden, auf ihre Tiergerechtheit geprüft werden, bevor sie auf den Markt kommen. Ein Tierschutz-TÜV sollte gewährleisten, dass der Stallbau sich nicht allein an den ökonomischen Ansprüchen der Hersteller und Betreiber orientiert, sondern auf die Bedürfnisse der Tiere abgestimmt wird. Verletzungen, gesundheitliche Schäden und weitere Leiden der Tiere, die auf ein falsches "Stalldesign" zurückzuführen sind, könnten damit in serienmäßig hergestellten Aufstallungssystemen verhindert werden. Die Prüfung sollten unabhängige Experten übernehmen.

Einführung des Prüfverfahrens

Im März 2009 einigte sich die damalige Regierung auf die Einführung eines Prüfverfahrens nach den Forderungen der Allianz für Tiere, zu der neben dem Deutschen Tierschutzbund der BUND, die Schweisfurth Stiftung und die Verbraucherzentrale Bundesverband gehören. Bis heute wurde der Tierschutz-TÜV aber nicht eingeführt.

Im Tierschutzgesetz wurde zwar die Voraussetzung für ein neues bundesweit einheitliches Prüf- und Zulassungssystem für Tierhaltungssysteme sowie Betäubungsgeräte für die Schlachtung geschaffen. Die Vorgaben für einen solchen Tierschutz-TÜV müssen aber noch durch eine Verordnung im Detail geregelt werden. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat aber bisher keinen Verordnungsvorschlag vorgelegt.

Als Grundlage für eine Verordnung hatten wir bereits 2004 gemeinsam mit unseren Partnern in der Allianz für Tiere in der Landwirtschaft „Eckpunkte für die Etablierung eines bundeseinheitlichen Prüf- und Zulassungsverfahren zur Sicherstellung der Tiergerechtheit von Aufstallungssystemen und Stalleinrichtungen" vorgestellt. Darauf aufbauend hat 2008 eine Arbeitsgruppe aus Ländervertretern, der Geflügelwirtschaft, den Stallbaufirmen, Wissenschaftlern aus Forschungseinrichtungen zusammen mit Vertretern der Allianz für Tiere in der Landwirtschaft gemeinsam ein Konzept mit Vorgaben und Ablauf für ein Prüf- und Zulassungsverfahren vorgestellt. Zentrale Forderung ist, dass die Prüfung und Zulassung auf wissenschaftlichen, einheitlichen und objektiven Erkenntnissen basieren.