Tierpatente

Rinder auf der Weide.

Patente auf gentechnisch veränderte Tiere (Genpatente) werden seit Jahren vergeben - gegen den Widerstand des Deutschen Tierschutzbundes und vieler anderer Tier- und Naturschutzverbände. Inzwischen erteilt das Europäische Patentamt (EPA) auch Patente, wenn die Gentechnik lediglich zum Einsatz kommt, um das Erbgut zu analysieren und diejenigen Tiere aufzuspüren, die für die konventionelle Weiterzucht besonders geeignet sind.  

Tierpatente wurden in den zurückliegenden Jahren vor allem auf genveränderte Mäuse, Fliegen oder Würmer vergeben, die der Forschung entstammen. Sie sollen als „Tiermodelle" unter anderem dazu beitragen, Abläufe der Evolution oder der Krankheitsentstehung besser zu verstehen.

Auch Patente auf landwirtschaftlich genutzte Tiere wurden bereits vergeben. Das Erbgut von Schweinen, Rindern oder Geflügel wird dabei gezielt nach natürlichen Erbanlagen (Genen) durchsucht, die dazu beitragen, dass ein Tier schneller wächst oder eine bestimmte Fleischqualität aufweist. Es wurden beispielsweise bereits Patente auf Rinder vergeben, die angeblich etwas weniger anfällig gegen den Rinderwahnsinn BSE sind, oder auf Kühe, denen Erbabschnitte eines Bakteriums eingepflanzt wurden, die sie vor Euterentzündungen schützen sollen.

Solche Tiere durften zwar patentiert werden, aber damit stehen sie noch längst nicht in unseren Ställen. Auch patentierte Tiere gelangen erst dann auf den Markt, wenn sie von Politikern und Behörden dazu eine separate „Marktzulassung" erhalten - und das ist den Verantwortlichen zumindest bei genmanipulierten Großtieren im Moment noch zu gefährlich.

Bei Klonkühen und Klonschweinen allerdings, die nicht genmanipuliert sind, wird über die Marktzulassung in der EU bereits ernsthaft diskutiert.