Durch die Landwirtschaft induzierte klimawirksame Gase

Die Landwirtschaft ist maßgeblich am Ausstoß der klimawirksamen Gase Ammoniak (NH3), Methan (CH4), Distickstoffmonoxid (N2O) und Kohlendioxid (CO2) beteiligt.

  • Kohlendioxid (CO2): CO2 ist das wichtigste Treibhausgas und zu mehr als 50% für den durch Menschen verursachten Treibhauseffekt verantwortlich. Die Landwirtschaft hat zu 9% Anteil am CO2-Ausstoß.
  • Distickstoffmonoxid (N2O, Lachgas): 65% der durch den Menschen verursachten N2O-Emmissionen stammen aus der Landwirtschaft und dabei vor allem aus dem Einsatz von künstlichem Dünger. In Deutschland herrschen große Stickstoffüberschüsse auf landwirtschaftlichen Flächen. N2O hat 296-mal soviel Erderwärmungspotential als CO2.
  • Methan (CH4): 37% der durch den Menschen induzierten Methan-Produktion kommt aus der Tierhaltung, hauptsächlich produziert durch das Verdauungssystem von Wiederkäuern, aber auch als Emission aus der Gülle. Methan ist ein 23-mal stärkeres Klimagas als CO2.
  • Ammoniak (NH3): 64 % der anthropogenen (vom Menschen induzierten) Ammoniak-Emissionen stammen aus der Landwirtschaft und dabei vornehmlich aus der Nutztierhaltung.

Einige anschauliche Beispiele:

  • Eine Kuh setzt während des Verdauungsvorganges im Jahr 75 kg des klimawirksamen Gas Methan frei.
  • Um 1 kg Gewicht bei einem Mastrind zu erhalten, müssen 5-6 kg Futter verfüttert werden. Bei der Schlachtung wird aber nur die Hälfte des Tieres für den Verzehr verwendet. Dabei geht viel aufgewendete Energie verloren.
  • Als Futter wird für Nutztiere häufig Soja aus dem Ausland importiert. Das bedeutet nicht nur lange Transportwege, sondern auch die Rodung von u.a. Regenwald, was wiederum Treibhausgase freisetzt.
  • Aus Gülle und Mist wird Ammoniak und Phosphat freigesetzt, das Boden und Gewässer überdüngt und Waldsterben fördert.
  • Die Landwirtschaft hat zu 9% Anteil am weltweiten CO2-Ausstoß, der
    verursacht wird durch Transporte, Verwendung fossiler Brennstoffe und veränderte Landnutzung.
  • Durch tierische Ausscheidungen, Antibiotika, Hormone, Düngemittel und Pestizide wird Wasser verschmutzt und Korallenriffe zerstört. Auch werden bedeutende Mengen Wasser für die Produktion von Futtermitteln abgezogen und somit Grundwasserressourcen verringert.
  • Nutztiere bilden ca. 20% der gesamten Biomasse und tragen in weiten Landstrichen durch ihr Dasein und ihren Bedarf an Erntefrüchten zum Verlust der Artenvielfalt bei. 15 von 24 wichtigen Ökosystemen sind aufgrund der Nutztierhaltung im Niedergang.

Vorteile einer artgerechten Tierhaltung für das Klima:

  • Extensive Haltungsformen (z.B. Rinder in Weidehaltung von denen keine Hochleistung erwartet wird) sind günstiger bezüglich der Treibhausgasemissionen als so genannte intensive Systeme (Hoher Tierbesatz auf geringer Fläche, auf Hochleistung getrimmt).
  • Artgerechte Tierhaltung bedeutet auch eine umweltschonende Bewirtschaftung. Futtermittel werden weitgehend ohne synthetische Dünge- und Spritzmittel angebaut. Weltweit fließen jährlich etwa 90 Millionen Tonnen Erdöl in die Herstellung von Dünger und setzen 250 Millionen Tonnen CO2 frei. Diese fallen im ökologisch wirtschaftenden Landbau weg.
  • Durch schonende Bodenbewirtschaftung (z.B. humusvermehrende Fruchtfolgen) werden 12-15% mehr Kohlenstoff im Boden angereichert als beim konventionellen Landbau. Dadurch wird das CO2 in der Luft reduziert.
  • Artgerechte Tierhaltung beinhaltet auch keine Langzeittiertransporte. Bei 5 Millionen Schweinen können durch kürzere Transportwege 20.000 Tonnen CO2 eingespart werden.
  • Durch vollständigen oder teilweisen Verzicht auf Fleisch und / oder die Verwendung ökologischer Lebensmittel können klimaschädliche Treibhausgase um 64% gegenüber einer fleischreichen konventionellen Kost eingespart werden (bei der Produktion von 1 kg Rindfleisch werden 6,5 kg CO2 freigesetzt, bei Obst nur 0,5 kg und bei Gemüse nur 150 g).