Tierschutz und Klimawandel

Mastrinder

Vielen ist heute bewusst, dass sie durch Verwendung von Energie-Sparlampen und energieeffizienten Elektrogeräten und den Verzicht auf Autofahrten und Flugreisen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Dass auch die Landwirtschaft großen Einfluss auf das Klima ausübt, ist weniger bekannt. Dabei trägt sie sogar mehr als das Transportwesen zur globalen Klimaveränderung bei. Zum einen produzieren landwirtschaftliche Nutztiere große Mengen des klimawirksamen Gases Methan, zum anderen beeinflussen aber auch der hohe Energie- und Wasserverbrauch, die Herstellung und Verwendung von Dünger, die übermäßige Beweidung sowie Rodungen für Weideland das Klima.

Auswirkung des Klimawandels

Die Tiere dieser Welt sind mit den Auswirkungen der globalen Erwärmung konfrontiert. Sie können dabei sowohl Mitverursacher sein, als auch zu einer Verbesserung der Situation beitragen. Der Klimawandel bedroht die Lebensgrundlagen von Milliarden von Menschen und 20 bis 30 Prozent der auf der Erde vorkommenden Arten. Europa hat sich im letzten Jahrhundert um nahezu 1°C erwärmt – schneller als der globale Durchschnitt. Deswegen wird der Prozentsatz der in Europa gefährdeten oder vom Aussterben bedrohten Arten vermutlich noch höher sein.

Tiere als Mitverursacher der globalen Erwärmung

Die Nutztierhaltung ist maßgeblich am Ausstoß der klimawirksamen Gase Kohlendioxid, Lachgas, Methan und Ammoniak beteiligt. Mit 18 Prozent der Gesamtemissionen an klimawirksamen Gasen (gemessen in Kohlendioxid-Äquivalenten) trägt die Nutztierhaltung mehr als das Transportwesen zur globalen Klimaveränderung bei. Hinzu kommt, dass für Weideflächen sowie Anbauflächen für Tierfutter Wälder abgeholzt werden. Bis zu 88 Prozent der abgeholzten Flächen am Amazonas wurden zu Weideland für Rinder umgewandelt. Die restlichen Prozente dienen zum Großteil dem Futtermittelanbau, hauptsächlich für den Export. Außerdem verbrauchen Nutztiere derzeit acht Prozent des global verfügbaren Trinkwassers und zählen somit zu den größten Wassernutzern weltweit. Um ein Kilogramm Rindfleisch zu erhalten benötigt man etwa 15.000 Liter Wasser, für ein Kilogramm Getreide genügen hingegen 450 Liter Wasser. Nicht nur das fertige Lebensmittel, sondern auch Sperma, Eier, Lebendtiere und Futtermittel werden durch die ganze Welt transportiert und verursachen dadurch klimaschädliche Emissionen.

Tiere als "Klimaschützer"

Schafe in Freilandhaltung

Besonders vorteilhaft für den Erhalt einer Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten ist die Haltung robuster Nutztiere in ganzjähriger Freilandhaltung in einem Gelände, das sowohl von Wald, als auch von offenen Weiden geprägt ist. Durch diese Art der Nutztierhaltung entstehen unterschiedlichste Landschaftstypen, welche zahlreichen Spezies, die in Deutschland zunehmend verschwinden, einen neuen Lebensraum geben. So lassen sich Tier-, Natur- und Klimaschutz auf wunderbare Weise miteinander verknüpfen.

Auch der ökologische Landbau leistet aufgrund geringeren Tierbesatzes, moderater Leistung der Tiere, dem Verzicht auf synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel und weitgehend geschlossener Betriebskreisläufe bedeutende Beiträge zum Klimaschutz. Insgesamt könnte in Deutschland eine gesamte Umstellung der Landwirtschaft auf Ökolandbau eine Reduzierung von 65 Prozent der von der Landwirtschaft produzierten klimawirksamen Gase bedeuten, also ein Einsparpotential von 50 Millionen Tonnen.

Achtung vor dem Leben

Maßnahmen, die zur Verringerung des Ausstoßes klimawirksamer Gase getroffen werden, dürfen auf keinen Fall zu Lasten der Tiere gehen. Alle landwirtschaftlichen Nutztiere beispielsweise in nach außen hin luftdicht abgeschlossene, mit Filtern versehene Ställe einzusperren oder Rinder zur Vermeidung des Methanausstoßes mit Futter zu ernähren, das nicht artgerecht ist, wäre keine Lösung.

Klima-Allianz

Bereits seit ihrer Gründung im Jahr 2007 sind wir Mitglied der Klima-Allianz, einem Bündnis aus über 100 Organisationen, die sich gemeinsam dafür einsetzen, dass jetzt politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, die eine drastische Senkung der Treibhausgase in Deutschland bewirken. Wir wollen damit die Vorteile einer  tiergerechten und nachhaltigen Nutztierhaltung für das Klima aufzuzeigen und uns im Verbund gemeinsam für den Klimaschutz engagieren.