Hundesport

Aus Sicht des Tierschutzes ist Sport mit Hunden dann vertretbar, wenn das Wohl der Tiere im Vordergrund steht, die Leistung freiwillig erbracht wird und den Tieren keine Leistungen abverlangt werden, die sie überfordern oder nicht tiergerecht sind. 

Windhund bei einem Rennen im Schnee.
Windhund bei einem Rennen in Österreich. © Marc-Udo Wrage/pixelio.de

Windhundrennen werden in Deutschland - im Gegensatz zu Großbritannien und Irland - im kleinen Rahmen als Amateurveranstaltung durchgeführt. Generell entspricht das schnelle Laufen durchaus dem rassetypischen Bewegungsbedürfnis der Windhunde. Solange die Tiere nicht überfordert werden, die Leistungen freiwillig erbringen können und Haltung und Training der Hunde tiergerecht ist, ist diese Art der Veranstaltungen nicht grundsätzlich abzulehnen. Kommen jedoch hohe Gewinnsummen hinzu und werden die Hunde ausschließlich als "Rennmaschinen" gebraucht und "verbraucht", wie dies vor allem in Irland und Spanien der Fall ist, ist die Grenze zur Tierqual überschritten.

Schlittenhundesport

Seit einiger Zeit wird Schlittenhundesport in Deutschland immer beliebter. Sofern das Wohl der Hunde im Vordergrund steht und diese Sportart vorrangig aus Spaß am Umgang mit den Hunden betrieben wird, ist grundsätzlich nichts an Schlittenhunderennen auszusetzen. Sobald aber der menschliche Ehrgeiz überwiegt, können tierschutzrelevante Probleme im Schlittenhundesport auftreten.

Zu den bekanntesten Schlittenhunderassen hierzulande gehören der Alaskan Malamute, der Sibirian Husky, der Samojede und der Grönlandshund. Daneben werden diverse Mischlinge und Sonderzüchtungen wie German Trail Hounds, Norwegian Hounds und Alaskan Huskys für Rennen eingesetzt. Nach internationalem Reglement werden je nach Anzahl vorgespannter Hunde folgende Rennklassen unterschieden: Kategorie A (6 bis 8 Hunde), Kategorie B (4 bis 6 Hunde), Kategorie C (2 bis 4 Hunde) und die offene Klasse (mehr als 8 Hunde). Weiterhin gibt es den Pulka-Sport, bei dem der Hundeführer - der Musher - auf Langlaufski fährt.

Zwei Hunde im Schnee.
Rechts im Bild ein Samojede. © Helmut J. Salzer/pixelio.de

Aus Sicht des Tierschutzes können verschiedenen Bereiche im Zusammenhang mit dem Schlittenhundesport Probleme schaffen. So trägt die Popularität dieser Sportart dazu bei, dass sich immer mehr Personen einen Schlittenhund als Haustier anschaffen, aber den Ansprüchen solcher Hunde nicht gerecht werden. Sowohl die Einzelhaltung in geheizter Wohnung ohne ausreichenden Auslauf als auch die Zwingerhaltung sind als nicht artgerecht zu bezeichnen.

Leider stehen auch bei der Ausübung des Rennsportes oftmals das Vergnügen und der Ehrgeiz des Menschen im Vordergrund. Da grundsätzlich der stärkste Hund im Gespann das Tempo vorgibt, besteht die Gefahr, dass schwächere Tiere überfordert werden, wobei durchaus ein bedenklicher Erschöpfungszustand erreicht werden kann. Hier liegt es in der persönlichen Verantwortung des Mushers, Rücksicht auf die schwächeren Tiere zu nehmen.
 
Bei kleineren lokalen Rennen steht oftmals nicht einmal ein Tierarzt zur Verfügung, der Kontrollen durchführt und verletzte Hunde sofort behandeln kann.

Haltungsbedingungen

Ein weiteres Problem ist es, wenn die Hunde einen Großteil der Zeit während der Rennveranstaltung am Stake-out, einer 0,8 bis 1 m langen Ketten-Anbindung, oder in Transportboxen verbringen und so weder ausreichenden Bewegungsspielraum noch Kontakt mit ihren Artgenossen haben. Da es keine verbindlichen Vorschriften zu Ausstattung der Boxen gibt, sind diese häufig aus verschiedenen Gründen nicht geeignet: Zum einen sind sie oftmals zu klein, so dass die Hunde sich nicht einmal ausgestreckt hinlegen können, zum anderen sind sie unklimatisiert bzw. nicht wärmegedämmt. Besonders eklatant wird der Bewegungs- und Beschäftigungsmangel, wenn die Hunde eine mehrtägige Anreise zu den internationalen Veranstaltungen absolvieren müssen.

Huskies vor einem Trainingswagen im Sommer auf Asphalt.
Ein solches Training der Hunde auf Asphalt, bei warmen Temperaturen, sieht der Deutsche Tierschutzbund kritisch. © Brigitte Wichert/pixelio.de

Rennen, die unter Bedingungen durchgeführt werden, die befürchten lassen, dass den Tieren aufgrund der Umstände (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Beschaffenheit der Wegstrecke etc.) Schmerzen, Leiden oder Schäden entstehen, sind nicht tiergerecht. Beim Laufen auf Asphalt und bei Temperaturen über 15 °C ist dies z. B. der Fall, da mit Lahmheiten und Kreislaufzusammenbrüchen gerechnet werden muss. Der Deutsche Tierschutzbund lehnt daher Sommerrennen generell ab.