Wildtierhandel

Internationaler Tierhandel – ein schmutziges Geschäft

Warane in Obstkisten, Schlangen in Videokassetten-Hüllen, Papageien-Eier im Spezial-BH - immer professioneller werden die Verstecke, mit denen Tierschmuggler ihre „Ware“ an den Bestimmungsort bringen. Denn Tierschmuggel ist ein gigantisches Geschäft und die Strukturen sind mafiös. Mit dem illegalen Handel von Wildtieren bereichern sich skrupellose Geschäftemacher jährlich um rund fünf Milliarden Dollar. Außer Drogenhandel, Waffen- und Menschenschmuggel ist der Handel mit geschützten Tieren heute die gewinnbringendste Form grenzüberschreitender Kriminalität.

Prachsittiche in einem Käfig auf einem Wochenmarkt.

Aber auch der legale Handel mit Wildtieren verursacht großes Tierleid. Über 80 Millionen Wildtiere fristen ihr Leben in deutschen Wohnzimmern. Den gewissenlosen Geschäftemachern ist es egal, wenn hunderttausende Tiere leiden und schon bei Fang und Transport elendig umkommen. Die Nachfrage bestimmt das Angebot.

Der Trend, Wildtiere als Haustiere zu halten, dazu zählen Reptilien genau so wie Wildvögel, hat ungeahnte Folgen: Skrupellos wird die Natur geplündert, um den Bedarf zu decken. Der millionenfache Handel mit Wildtieren leistet auch dem Tierschmuggel Vorschub und ist verantwortlich für den weltweiten Artenrückgang.

Der lange Leidensweg der Wildvögel

Die perfiden Methoden der Tierfänger werden am Beispiel der Wildvögel deutlich:

Die Tiere werden brutal in Fangnetzen und Schlingen gefangen. Bei dem Versuch zu entkommen, brechen sich viele die Flügel oder strangulieren sich zu Tode. Für den Transport nach Europa werden die Tiere zu hunderten ohne ausreichende Wasser- oder Futterversorgung in enge, schmutzige Kisten verpackt. Schock, Angstzustände in den übervollen, dunklen Behältern, quälender Hunger und Durst lassen weitere der hochsozialen und sensiblen Tiere verenden. Falls sie den Transport überstehen, kommen sie am Bestimmungsort in Quarantäne. Isoliert und verwirrt erleiden hier weitere Tiere den Tod.

Schätzungsweise mehr als 50 Prozent des Fangs stirbt, bevor die Tiere in den Verkauf gelangen. Immer höher müssen entsprechend die Fangquoten sein, denn die Nachfrage steigt. Das gilt auch für Nachzuchten. Oft können die privaten Käufer ihrem Wildtier gar keine artgerechte Haltung und Pflege bieten. So verenden auch noch die letzten Tiere als Prestigeobjekt in hiesigen Wohnzimmern.