Hilfsaktion Taarstedt

Hunde in engen Verschlägen, die im Animal Hoarding-Fall Taarstedt gerettet werden konnten.
Einige der verängstigten Hunde in den Verschlägen.

Tierfreunde hatten sich bei den zuständigen Behörden über Missstände auf dem Grundstück einer Tierhalterin in Taarstedt, Schleswig-Holstein, beschwert. Die Frau betrieb dort einen Hundehandel. Laut Aussagen der Nachbarn sollen Tiere geschlagen und getreten worden sein. Zudem mehrten sich Anzeigen von Hundekäufern, die vergeblich auf die Papiere ihrer Tiere warteten. Der zuständige Amtsveterinär wollte sich ein Bild der Lage verschaffen, wurde jedoch abgewiesen.

Am 24. Juli 2007 griff die Staatsanwaltschaft Flensburg ein. Mit polizeilicher Unterstützung sollten die Tiere befreit werden. Als die Ordnungshüter auf dem Grundstück der Tierhalterin eintrafen, trat das ganze Ausmaß des Tierleids zutage. Hinter Müllbergen und Bretterverschlägen kamen immer mehr verstörte Tiere zum Vorschein. Verängstigte, völlig verdreckte und teilweise kranke Hunde, dazwischen zitternde Welpen. Die Tierbesitzerin war sich keiner Schuld bewusst und offenbar selbst auf Hilfe angewiesen.

Deutscher Tierschutzbund hilft

Die Helfer mit geretteten Hunden und Transportboxen im Animal Hoarding-Fall Taarstedt.
Die Helfer bereiten die geretteten Tiere für den Transport vor.

Der Amtsveterinär informierte die Mitarbeiter des nahe gelegenen Tier-, Natur- und Jugendzentrums Weidefeld, die gemeinsam mit den Mitgliedsvereinen aus Schleswig, Kiel, Kappeln und Dithmarschen sofort zur Hilfe eilten. Neben 67 Hunden, davon 18 Welpen, befreiten die Helfer neun Papageien, diverse Fische und eine Katze. Für die Tiere wurden Notunterkünfte gefunden und sie konnten in Weidefeld sowie den beteiligten Tierschutzvereinen erstversorgt werden. Inzwischen konnten die Tiere aus dem Fall Taarstedt in gute Hände abgegeben werden.

Rückfall

Wie leider so häufig in Animal Hoarding-Fällen kam es auch hier zu einem Rückfall: Die inzwischen nach Gnutz verzogene Tierhalterin begann erneut trotz Verbot Tiere zu halten. Aufgrund des Verstoßes konnte die Staatsanwaltschaft im August 2009 insgesamt 15 Hunde, zwei Katzen, 22 Meerschweinchen und fünf Sittiche beschlagnahmen. Zwei Hunde, die bei einer Freundin der Tierhalterin gefunden wurden, mussten auf Veranlassung des Ordnungsamtes wieder zurückgegeben werden.

Obwohl die Umstände der Haltung noch nicht so extrem waren wie in Taarstedt, zeigt sich beginnende Verwahrlosung. Die beschlagnahmten Tiere konnten in das Tier-, Natur- und Jugendzentrum Weidefeld und ins Tierheim Kiel gebracht werden. Nach der Übereignung im Eilverfahren durch die Behörde, konnten die Tiere an gute Halter vermittelt werden. Dadurch haben wir verhindert, die Tiere an die Freundin der Tierhalterin herausgeben zu müssen, wie das Verwaltungsgericht Schleswig-Holstein Ende August 2009 entschieden hatte.