Das richtige Futterangebot

Unsere Singvögel werden nach ihrer Futterspezialisierung in zwei große Gruppen aufgeteilt, die Körner- und die Weichfutterfresser.

Körnerfresser

Ein Gründfink an einem Futterhaus. © R. Herrmann
Ein Gründfink an einem Futterhaus. © R. Herrmann

Zur Gruppe der Körnerfresser gehören unter anderem Meise, Fink, Spatz, Kernbeißer und Dompfaff. Kleiber, Specht und Zeisig fressen ebenfalls Körner, nehmen aber auch Weichfutter an und können deshalb ein breiteres Nahrungsangebot nutzen.

Körnerfressern sollten Sonnenblumenkerne und Hanfsamen angeboten werden, auch eingefettete Haferflocken als Ergänzung des Körnerfutters. Getreidekörner, wie zum Beispiel Weizen oder Hafer, darüber hinaus Mohn, Leinsamen und zerkleinerte Erdnüsse eignen sich ebenfalls für die Winterfütterung. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, in Samenfachgeschäften, Zoohandlungen oder Supermärkten vorgefertigte Futtermischungen, Futterringe und Meisenknödel für unsere einheimischen Vögel zu kaufen, wobei das Futter von guter Qualität sein sollte.

Vogelfreunde, die einen Bauern kennen, der Heu gelagert hat, können die Samen in der dort anfallenden Spreu als billiges Vogelfutter nutzen. Vermischt mit ungesalzenem Fett, das erhitzt worden ist, ergibt sich ein gut geeigneter Brei zur Füllung der verschiedenen Futterbehälter. Besonders zweckmäßig hierfür ist die Verwendung von Blumentöpfen. Durch das Loch im Boden des Topfes wird ein Holzstab gesteckt. Den noch flüssigen Fett-Futter-Brei füllt man in den Blumentopf ein. Ist das Fett erkaltet und damit fest geworden, wird die so hergestellte Futterglocke mit der Öffnung nach unten aufgehängt. Der Inhalt des Topfes ist somit auch vor Regen oder Schnee geschützt.

Weichfutterfresser

Das Rotkehlchen ernährt sich vor allem von Insekten und Würmern. © R. Herrmann
Das Rotkehlchen ernährt sich vor allem von Insekten und Würmern. © R. Herrmann

Zu den Weichfutterfressern gehören u.a. Amsel, Drossel, Star, Rotkehlchen, Baumläufer, Heckenbraunelle, Wintergoldhähnchen und der kleine Zaunkönig.

Weichfutterfresser gehen zwar ebenfalls an aufgehängte Futtertöpfe, sind ansonsten aber mehr auf Beeren und Obst spezialisiert. Zu nennen sind in erster Linie Holunderbeeren, Beeren der Eberesche (Vogelbeeren), des Ligusters, des wilden Weins und des Weißdorns, die leicht im Herbst gesammelt und getrocknet werden können, jedoch auch in Fachgeschäften angeboten werden. Auch Eicheln und getrocknete Insektenlarven sind geeignet. Beim Auslegen von klein geschnittenem Obst ist im Winter Vorsicht geboten. Es kann schnell gefrieren und verderben und dann für die Tiere schädlich sein. Besser ist es, getrocknetes Obst oder frische, ganze Äpfel oder Birnen anzubieten, aus denen sich die Vögel Stückchen herauspicken können.

Wo wird Futter angeboten?

Den Weichfutterfressern kann man im Schutz eines Baumes oder eines Gebüsches am Boden eine überdachte Stelle eingerichtet, die Schutz vor Wind und Schnee bietet. Dennoch soll den Vögeln ein freier Ausblick nach allen Seiten möglich sein, damit sie herannahende Feinde rechtzeitig entdecken können. Besser ist es, Futterhäuschen frei an einem Ast hängend anzubringen, wobei sich als Anflugbasis und Versteckmöglichkeit mehrere Bäume in der Umgebung befinden sollten.

Den Körnerfressern sollte ihr Futter an einer von Weichfutterfressern getrennten Stelle angeboten werden, damit Vogelarten mit unterschiedlichem „Temperament“ nicht miteinander in Konflikt geraten. Sinnvoll ist es auch, mehrere kleine Futterstellen einzurichten, auf die sich die Vögel verteilen können.

Verschmutzte Vogelhäuser können Brutstätten für Parasiten und Krankheitsträger sein. Zwar sind Krankheitsausbrüche an Fütterungen eher selten, es sollte dennoch unbedingt darauf geachtet werden, dass Futterhäuser sauber bleiben und regelmäßig gesäubert werden. Grundsätzlich sollten die Futterstellen täglich trocken ausgefegt und einmal wöchentlich mit kochend heißem Wasser geschrubbt werden.

Wichtige Merksätze für die Fütterung

Wichtige Merksätze für die Fütterung

  • Kein Brot oder Speisereste verfüttern, die schon allein wegen der Gewürze, Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker für Vögel nicht geeignet sind.
  • Kein Futter auslegen, das Feuchtigkeit enthält und im Winter gefrieren kann.
  • Obst im Winter nur in kleinen Mengen frisch auslegen.
  • Bei der Herstellung eines Futterbreies kein salzhaltiges Fett verwenden.
  • Regelmäßig in kleinen Mengen vormittags und nachmittags füttern, überschüssiges Futter nach gegebener Zeit wieder entfernen.
  • Mehrere Futterplätze geschützt anlegen und verschiedenartig gestalten.
  • Futterplätze sauber halten.

Die beste Hilfe für Vögel - ob im Sommer oder Winter - ist jedoch der naturnahe Garten, in dem außer Schneeball, Pfaffenhütchen, Heckenrose vor allem Holunder und Eberesche, die nicht zu Unrecht auch "Vogelbeere" genannt wird, wachsen. Mehr als 60 Vogelarten sowie Säugetiere und Insekten ernähren sich von den Früchten dieser beiden Gehölze. Gärtner sollten ihre Grundstücke im Herbst daher nicht völlig ausräumen, sondern hohle Stängel, Blütenreste und Fruchtstände stehen lassen. In den abgestorbenen Pflanzenteilen sowie in aufgeschichtetem Reisig, in Holzstapeln und im Komposthaufen überwintern zahlreiche Insekten - Nahrung für unsere einheimischen Singvögel.