Lebensraum Haus und Garten

Vorsicht bei der Gartenarbeit

Haus- und Gartenbesitzer können mit wenigen Maßnahmen in ihrer unmittelbare Umgebung wichtige Rückzugs- und Lebensräume für verschiedene Tierarten schaffen. Genauso schnell können aber durch vorschnelle und unbedachte Aktionen Brutstätten zerstört und Lebensbedingungen verschlechtert werden. Eine Blumenwiese im Garten, die Anlage eines Gartenteiches, einer Trockenmauer oder einer Kräuterspirale beleben den Garten ebenso, wie hier und da ein wenig "Unordnung".

Blumen und Kräuter: Heimische Wildblumen bilden wichtige Lebensgrundlage für zahlreiche Schmetterlingsarten; Wildkräuter dienen den Raupen als Nahrung.

Schmetterling

Insekten: Hohlräume in Holz, Stängeln oder Steinen werden genutzt, um darin Brutkammern anzulegen. Nisthilfen und Quartiere für Wildbienen und andere Insekten lassen sich leicht selber bauen.

Altes Laub: Laub- und Strauchhaufen sollte man im Garten belassen und auch im Herbst nicht entfernen. Sie sind besonders für Igel hilfreich. Mehr zum Igelschutz

Vogelnester

Hecken beschneidet man am besten im Spätwinter oder im Frühjahr, kurz bevor die Sträucher austreiben. Wer dabei Vogelnester im Inneren der Hecke entdeckt, sollte die Arbeiten verschieben bis die Jungvögel ausgeflogen sind. Das Beschädigen oder Entfernen von Nestern ist gesetzlich untersagt. Extra Nistkästen anzubringen ist vor allem dort sinnvoll, wo Naturhöhlen fehlen, weil alte und morsche Bäume nicht mehr vorhanden sind, oder weil an Gebäuden geeignete Brutnischen fehlen.

Schwalben bauen ihre halbkugeligen Nester am liebsten an Balken oder Dachvorsprünge. Wie bei allen Vögeln ist auch hier das Beschädigen der Nester verboten - es drohen Geldbußen bis zu 50.000 Euro. Ist eine Entfernung der Nester wegen einer Fassadensanierung unumgänglich, verlangt die Behörde die Anbringung künstlicher Nisthilfen.

Umbauten am Haus

Stehen Renovierungsarbeiten oder ein Umbau am Haus an, sollte man an tierische Mitbewohner denken: Spalten bieten Tieren einen Zugang zum Haus und Kellerräume, Dachböden oder Garagen sind häufig beliebte Winterquartiere für Feld- und Spitzmäuse, aber auch Marienkäfer und Schmetterlinge. Sind diese Rückzugsorte bekannt, sollte man die Winterruhe nicht stören. Auch Brut- und Fortpflanzungszeiten sind zu beachten.

Beachten Sie bei der Renovierung:

  • keine giftigen Stoffe verwenden
  • Zugänge für Tiere nicht verschließen
  • Dächer tierfreundlich mit sieblosen Lüftungsziegeln decken
  • große Glasflächen vermeiden oder durch Markierungen für Vögel erkennbar machen

Tierschutzgerechter Garten

Ein natürlich gehaltener Garten liefert vielen Tieren einen geeigneten Lebensraum. Doch lauern hier auch Gefahren. Wir geben Tipps, wie Sie mit einfachen Mitteln Abhilfe schaffen können.