Biozide

Gezielte Vergiftung von Tieren

Igel auf einer Wiese.
Auch Wildtiere wie Igel können unbeabsichtigt Biozide aufnehmen und schwere Vergiftungen erleiden.

Immer neue und vermeintlich bessere Mittel zu Bekämpfung von „Schädlingen" kommen auf den Markt. Ob Rattengift oder Holzschutzmittel, diese in der Fachsprache als Biozide bezeichneten Stoffe sollen dazu dienen, auf chemischem oder biologischem Wege "Schadorganismen" abzuschrecken oder zu töten. Die bekämpften Organismen reichen von Bakterien, Schimmelpilzen oder Insekten bis hin zu Wirbeltieren wie Mäusen oder Vögeln. Schädigungen von Lebensmitteln, Bedarfsgegenständen, Baumaterialien und anderen Produkten sollen damit verhindert werden.

Was den meisten Verbrauchern nicht bewusst ist: Biozide haben oft sehr gefährliche Eigenschaften oder sind stark giftig. Ihr Einsatz ist nicht nur eine Gefahr für Mensch und Umwelt. Für die Zielorganismen, meist leidensfähige Wirbeltiere, und leider häufig auch für Tiere, die mit den Bioziden ungewollt in Kontakt kommen, sind sie mit einem qualvollen Gift-Tod verbunden. Die Auswirkungen der Stoffe können z.B. innere Blutungen, Organversagen und Atemlähmungen sein.

Vorbeugen statt Gift sprühen

Dabei wäre der Einsatz von Bioziden meist gar nicht notwendig und viele Fälle von SSchädlingsbefall" sind von Menschenhand provoziert, weil es z.B. an Sauberkeit oder Ordnung mangelt. Durch vorbeugende Maßnahmen wie verbesserte Hygiene und Lagerung, zügige Abfallentsorgung und das Verschließen von Zugangsmöglichkeiten für Tiere könnte vermieden werden, dass Tiere aus der Sicht des Menschen überhaupt zu „Schädlingen" werden. So könnten Lebensmittel und andere Produkte besser und ganz ohne Gift und Gefahr für Mensch und Umwelt geschützt werden.

Sollte es trotzdem zu einem vermehrten Auftreten von an bestimmten Orten unerwünschten Tieren kommen, kann man durch abschreckende Maßnahmen wie z.B. Stoffe, die einen für die Tiere unangenehme Duft verströmen, sogenannte Repellentien, die potentiellen "Schädlinge" fernhalten.

Darum fordert der Deutsche Tierschutzbund, dass giftige Biozide überhaupt nicht gegen leidensfähige Wirbeltiere wie Mäuse oder Vögel eingesetzt werden. Stattdessen sollte eine Strategie zum nachhaltigen Einsatz von Bioziden erstellt werden, die auf den beschriebenen vorbeugenden Maßnahmen zur Vermeidung einer Schädlingsproblematik beruht.