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Pressemeldung November 2007 |
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08.11.07Leiden ohne Ende: Tierversuchszahlen steigen in EU weiter anDie EU-Kommission veröffentlichte heute die neuesten Tierversuchszahlen[1]. Die bittere Bilanz: Das Tierleid steigt weiter an. 12,1 Millionen Tiere wurden 2005 in der EU zu Versuchszwecken „verbraucht“, 15 Prozent davon allein in Deutschland (1.822.424[2]). Ein neuer trauriger Rekord. Erstmals wurden 2005 auch die Zahlen der zehn neuen EU-Mitgliedsstaaten erfasst. Die Statistik zeigt, dass Politik und Wissenschaft es auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts weiter versäumen, tierversuchsfreien Verfahren zum Durchbruch zu verhelfen, kritisiert der Deutsche Tierschutzbund. Der Verband erinnert die Große Koalition in Berlin an das Versprechen, zügig die Weiterentwicklung von tierversuchsfreien Forschungsmethoden umzusetzen und dies auch auf EU-Ebene durchzusetzen. Die Tierschützer fordern die vollständige Abschaffung von Tierversuchen.
24.119 Hunde, 3.898 Katzen, 10.449 Affen, 6,4 Millionen Mäuse, 2,3 Millionen Ratten, 1,75 Millionen Fische und zahlreiche andere Tierarten: Das ist die erschreckende Bilanz der europäischen Versuchstierstatistik, die die Europäische Kommission auf der Grundlage der Daten ihrer Mitgliedsstaaten erstellt. „Dies sind erschütternde Zahlen, bei denen keiner zum Alltag übergehen kann – hinter jeder Zahl steckt das Leiden von Lebewesen. Tierversuche sind und bleiben Tierqual, der Nutzen für den Menschen ist jedoch zweifelhaft“, bilanziert Brigitte Rusche, Leiterin der Akademie für Tierschutz in Neubiberg und Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes.
Dass Tieren Schmerzen, Leiden und Schäden zugefügt werden, müsse grundsätzlich EU-weit verboten werden. Dafür biete sich die von der EU-Kommission angekündigte Überarbeitung der EU-Versuchstier-richtlinie an. Die derzeit gültige Richtlinie aus dem Jahre 1986 entspreche zudem längst nicht mehr dem wissenschaftlichen Stand, was zum Beispiel die Bedürfnisse und Empfindungen von Tieren oder den Fortschritt bei der Entwicklung und Anwendung von tierversuchsfreien Methoden betreffe. Die Neuauflage der Richtlinie sei überfällig, werde aber von der EU-Kommission in unverantwortlicher Weise verschleppt. Dies bedeute zusätzliches Leiden von Millionen Tieren.
Angesichts dieser Entwicklung müsse insbesondere die Ausstattung des Europäischen Zentrums für die Validierung von Alternativmethoden (ECVAM), einer Einrichtung der EU-Kommission, gestärkt werden, so der Verband in Bonn. Das Zentrum sah sich zuletzt einer Kürzung des Budgets für Validierungsstudien gegenüber. „Dies ist ein komplett falsches Signal, denn ohne offizielle Validierung finden auch die besten Alternativmethoden keinen Eingang in behördliche Vorschriften. Hier muss sich die Bundesregierung dafür einsetzen, dass die Weichen wieder in Richtung Tierschutz gestellt werden“, so Rusche.
[1] http://ec.europa.eu/environment/chemicals/lab_animals/reports_en.htm
[2] Diese Zahl entspricht aufgrund eines abweichenden Erfassungsschemas nicht der 2005 von der
Bundesregierung erfassten Gesamtzahl von 2.412.678.
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