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Stoppt den Import exotischer Vögel |
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Um die Nachfrage nach Ziervögeln in der EU zu decken werden schätzungsweise 3,5 Millionen Vögel jährlich der Natur entnommen.
In den Staaten der Europäischen Union verbietet es die EU-Vogelschutzrichtlinie aus dem Jahr 1979, wild lebende Vögel zu fangen, die Tiere kommerziell zu handeln und sie in Gefangenschaft zu halten. Exotische Vögel dagegen, Sittiche und Papageien, kommen nach wie vor als Wildfänge auf den europäischen Heimtiermarkt – nachdem Hunderttausende ihrer Artgenossen in den Ursprungsländern oder während des Transports qualvoll gestorben sind.
Mit ca. 1,76 Millionen importierten Wildvögeln pro Jahr ist die EU der weltgrößte Importeur. In den letzten 20 Jahren allein importierte die EU
- 1,5 Mio. Mozambique-Girlitze
- über eine halbe Million China-Nachtigallen
- 480.000 Afrikanische Graupapageien und
- 250.000 Mönchssittiche aus Südamerika.
Vögel sind nach den Fischen die meistgehandelte Tiergruppe im Heimtierbereich. |
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Weder Tier- noch Artenschutz berücksichtigtÜber die Einfuhr ungeschützter Vogelarten liegen keine genauen Zahlen vor. Der Handel mit geschützten Tierarten wird jedoch durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) geregelt und dokumentiert. 87% der Vögel von geschützten Arten, die in den letzten 10 Jahren gehandelt wurden, gelangten demnach in Mitgliedsstaaten der EU. Die Tendenz ist steigend. Damit ist die EU mitverantwortlich für den weltweiten Artenschwund in den Herkunftsländern.
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Unendliche Geschichte des TierleidsWildvögel haben sehr spezielle Lebensansprüche und reagieren empfindlich auf Umweltveränderungen. Sie werden mit Netzen, Leimruten oder Fallen gefangen – Methoden, die mit großem Stress, Schmerzen und Leiden für die Tiere verbunden sind. Folge: viele Vögel werden bereits beim Fang getötet oder schwer verletzt. Experten schätzen, dass schätzungsweise 40- 60 Prozent der Tiere die erheblichen Strapazen während des Fangs, der häufigen Transporte, der Unterbringungen in Zwischenstationen und schließlich Quarantänestationen nicht überleben. Diese „Verluste“ sind jedoch eingeplant und entsprechend große Mengen an Tieren werden aus der Natur geplündert. Die Vögel, die den Transport überleben, werden beim europäischen „Endverbraucher“ oft völlig unzureichend gehalten. Weiteres Leid ist vorprogrammiert .
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Vorläufiges ImportverbotDer Ständige Ausschuss für Gesundheit der EU hat infolge der Diskussionen um die Ausbreitung der Geflügelpest vorsorglich ein Importverbot für Wildvögel beschlossen. Der Handel mit Wildvögeln in die Europäische Union ist damit vorerst zum Erliegen gekommen. Das Importverbot sollte allerdings am 31. Dezember 2006 enden.
In einem dringenden Appell hat unsere europäische Dachorganisation, die Eurogroup for Animal Welfare, den Ausschuss aufgefordert, dem Handel mit Wildvögeln nicht wieder Tür und Tor zu öffnen. Das Importverbot für Wildvögel muss bestehen bleiben. Alle wichtigen Informationen zu diesem Thema hat die Eurogroup in einem Bericht zusammengefasst, den Sie von dieser Seite (in Englisch) herunterladen können (s.u.).
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Zeit zu handelnGemeinsam mit mehr als 220 Tier- und Naturschutzverbänden haben wir die EU bereits im Dezember 2004 in einer ausführlich begründeten Deklaration aufgefordert, Wildvogeleinfuhren in die EU endlich zu untersagen.
In zahlreichen Gespräche mit der Bundesregierung haben wir unseren Forderungen Nachdruck verliehen und uns auch dafür eingesetzt, dass ein generelles EU-weites Importverbot für Wildvögel ein Schwerpunktthema für die deutsche Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2007 wird.
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Mit der Aktion "Let them fly" (Lasst sie fliegen) haben wir gemeinsam mit der Eurogroup for Animals und unseren Mitgliedsvereinen EU-Kommissar Markos Kyprianou aufgefordert, ein generelles Importverbot für Wildvögel zu erlassen. |
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Teilerfolg erreicht!Im Januar 2007 verabschiedete das Ständige Komitee der EU-Kommission für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit (SCFCAH) Neuregelungen beim Wildvogelimport. Danach dürfen ab dem 1. Juli 2007 nur noch exotische Vögel in die EU importiert werden, die in ausgewählten Ländern in Gefangenschaft gezüchtet wurden.
Dies ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, um den Artensschwund einzudämmen. Aber auch der Import von exotischen Zuchtvögeln nach Europa ist von erheblicher Tierschutzrelevanz. Diese Transporte sind mit hohen Verlusten verbunden und eine artgerechte Haltung kann in privaten Haushalten kaum gewährleistet werden.
Wir appellieren daher nach wie vor an die Bundesregierung und an die EU-Kommission, eín generelles Importverbot für Ziervögel zu erlassen.
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