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Exoten

 
 
Leider sind im Zoohandel auch exotische Tiere zu haben - vom Frettchen bis zum Chinchilla, vom Rosenkopfpapagei bis zum Ara und viele mehr. Als Exoten werden im Allgemeinen Wildtiere und deren Nachzuchten bezeichnet, die weder in Deutschland heimisch sind noch als domestiziert angesehen werden können - und somit an das Zusammenleben mit Menschen nicht gewöhnt sind. Verantwortungsbewusste Tierfreunde lassen sich daher durch solche Angebote nicht locken. Denn:


Der Verkauf von Wildfängen wie diesem Nackenstachler fördert den Artenschwund. Mit Klick vergrößern.


  • Waldvögel und Exoten, die der Natur entnommen wurden, sind für die Haltung in Gefangenschaft völlig ungeeignet. Zudem wird der Artenschwund dadurch gefördert. Niemand sollte sich durch den Kauf eines solchen Tieres, auch nicht aus Mitleid, an dieser Tierquälerei beteiligen.
  • Papageien sind hochsoziale Vögel mit einer hohen Lebenserwartung. Sie eignen sich für den Privathaushalt nicht, weil sie dort in der Regel nicht artgerecht gehalten werden können.
  • Auch Degus, Chinchillas und Frettchen können durchaus zu den Exoten gerechnet werden, da sie nicht ohne weiteres in landläufigen Käfigsystemen artgerecht gehalten werden können.

  • Die meisten Reptilien wie zum Beispiel Schlangen, Krokodile und Echsen können in Privathaushalten kaum artgerecht gehalten werden. Ihre Haltung setzt überdies detaillierte Spezialkenntnisse voraus. Dies gilt auch für die häufig in Fünfmarkstückgröße angebotenen jungen Wasserschildkröten. Ausgewachsen sind sie oft suppentellergroß und können in einem Zimmerterrarium oder gar auf dem Balkon niemals artgerecht gehalten werden. Sie gehören aber auch auf keinen Fall in den Gartenteich.




Chamäleons sind wegen ihrer Farbenpracht beliebt, aber äußerst empfindlich. Die hohen Ansprüche an die Haltungsbedingungen sind unter den Bedingungen eines Privathaushaltes nicht zu erfüllen. Unzählige Tiere sterben, weil sie falsch gehalten wurden.

 
 

Aus aktuellem Anlass:


Die ausführliche Position zur Exotenhaltung in Privathand

Der Deutsche Tierschutzbund stellt hinsichtlich der andauernden Diskussion um ein mögliches Haltungsverbot von Exoten in Privathand fest, dass die die tatsächliche Position und die eigentlichen Forderungen des Deutschen Tierschutzbundes vermehrt falsch und unvollständig wiedergeben werden.
 
Entgegen der oftmals populistisch vorgebrachten Darstellung von bestimmten Halterverbänden, geht es weder darum, jedwede Tierhaltung in Privathand zu untersagen, noch das Engagement vieler tierbegeisterter Menschen in Frage zu stellen. Tatsächlich muss der Fokus vielmehr auf den zahlreichen Missständen liegen, die leider gerade bei der Heimtierhaltung festzustellen sind und auch von einigen Interessensverbänden nicht abgestellt werden (können). Der Deutsche Tierschutzbund erkennt die Arbeit der vielen Verbände und Vereinigungen im Hinblick auf Erkenntnisgewinnung und Lehre zu verschiedenen Tierhaltungen durchaus an. Allerdings ist damit nicht zu rechtfertigen, dass die übergroße Mehrheit der Privatbesitzer von Tieren exotischer Natur mit ihren Pfleglingen nicht zurechtkommt, und die Tiere dementsprechend Leiden und Schäden erfahren. Auch die Arbeit der Verbände kann das nicht flächendeckend verhindern, zumal die meisten Privathalter sich gar nicht erst in Verbänden engagieren. Darüber hinaus ist zu bedenken, dass die Haltung von exotischen Tieren in den letzten Jahren dermaßen an Popularität gewonnen hat, dass der Markt sich immer mehr in Richtung „Massenware Tier" entwickelt, was zwangsläufig zu einer Verschlimmerung der Situation beiträgt, unter anderem, da die Tiere nun allgemein erschwinglich werden. Die zu Hunderten oder gar Tausenden jährlich in Deutschland abgehaltenen Tierbörsen sind diesbezüglich ein trauriges Beispiel.
 
Der Deutsche Tierschutzbund hat in einer ausführlichen Stellungnahme zum Thema „Exotenhaltung" vom Dezember 2011 seine Definition für den Begriff der „Exoten" dargelegt. Darin wird noch einmal genauer differenziert, wann ein Tier als Exot einzustufen ist. Nicht nur werden hierfür bestimmte Parameter herangezogen, sondern auch beispielhaft einige Besonderheiten von verschiedenen Tierarten genannt, die ihre Haltung im Privathaushalt erschweren. Darüber hinaus wird deutlich gemacht, dass es durchaus Tiere gibt, die sich nicht artenscharf einordnen lassen, so dass hier der zukünftige Halter selbst kritisch hinterfragen muss, ob und inwiefern er die Verantwortung für ein solch spezielles Tier übernehmen möchte und kann. Eindeutig wird in dieser Stellungnahme auf verschiedene Haustiere verwiesen, die durch jahrhunderte- oder jahrtausende alte Züchtung und Domestikation als für die Privathaltung grundsätzlich unbedenklich angesehen werden - immer unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Bedürfnisse eines jeden Tieres erfüllt werden müssen. Das von vereinzelten Mitgliedern von Verbänden wiederholt aufgebrachte „Argument", dass beispielsweise Katzen und Meerschweinchen ja auch aus dem Ausland stammten und deren Haltung somit nach Ansicht des Deutschen Tierschutzbund untersagt werden solle, ist demnach nicht nur missverständlich, sondern schlichtweg falsch und erfunden.
 
Aus Tierschutzsicht wäre ein grundsätzliches Verbot der Privathaltung für viele der im Moment angebotenen exotischen Tierarten erforderlich, wobei ein Augenmerk auch ganz besonders auf den potenziell gefährlichen Tieren liegen muss. Solch ein Verbot würde im Umkehrschluss nicht bedeuten, dass bereits im Privathaushalt befindliche Tiere abgegeben werden müssten - es bedeutet vielmehr, dass die Haltungen sowie die Sachkunde des Halters überprüft und sichergestellt werden müssen. Keineswegs geht es darum, verantwortungsbewusste Halter von Tieren zu kriminalisieren, sondern vielmehr zukünftig nicht artgerechte Haltungen und uninformierte Spontankäufe nachhaltig zu vermeiden - jeder Tierhalter dem seine Tiere ernsthaft am Herzen liegen, sollte diesem Ziel zustimmen.
 
Dem Deutsche Tierschutzbund ist im Sinne der Tiere weiterhin an einer offenen, lebendigen und fachlichen Diskussion mit allen Beteiligten gelegen, möchten sich aber deutlich dagegen verwehren, dass in der Presse weiterhin Unwahrheiten verbreitet werden.

 
  Mehr zu diesem Thema:
Aktion: Kein Handel mit Exoten!
Reptilienbörsen
 
Pressemeldungen
Thüringen: Haltung von Hunden und Wildtieren soll geregelt werden (15.06.11)
Unzumutbare Zustände auf der Terraristika in Hamm (07.06.10)
Internationaler Tag des Artenschutzes: Missstände bei der Exotenhaltung (02.03.09)
Viele Exoten leiden in deutschen Haushalten (16.05.08)
 
Downloads
Stellungnahme Exoten: Definition und Zuordnung (12/2011, PDF)
Positionspapier Exoten im Privathaushalt (5/2011, PDF)
Positionspapier Tierbörsen (PDF)
Artikel aus du und das tier: Exoten - In Gefangenschaft ausgeliefert (2/2010, PDF)
 
 

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